
Polizei Einstellungstermine 2026/2027
Wann die Länder einstellen, wie du vom Wunschtermin rückwärts planst und welche Fristen du nicht verpassen darfst. Stand: September 2026.
Wer 2026 oder 2027 bei der Polizei starten will, muss die Fristen seines Landes kennen – und früh anfangen. Denn zwischen Bewerbung und erstem Diensttag liegen fast überall mehr als sechs Monate, in vielen Ländern ein ganzes Jahr.
So laufen die Einstellungstermine
Jedes Bundesland stellt eigenständig ein, viele mehrmals jährlich (häufig zum 1. März und 1. September). Die Bewerbung läuft online und sollte 9–12 Monate vor dem Wunschtermin erfolgen.
Welche Voraussetzungen du erfüllen musst, klärt unsere Checkliste der Einstellungsvoraussetzungen. Den kompletten Ablauf zeigt der Ratgeber Polizei Bewerbung.
Belegte Termine und Fristen: was Karriereseiten nennen
Verbindliche Einstellungstermine stehen nur in den Ausschreibungen der Länder – und sie ändern sich von Jahr zu Jahr. Zwei Beispiele aus den aktuellen Karriereseiten zeigen, wie konkret die Vorgaben sind: Die Polizei Nordrhein-Westfalen nennt für das Studium mit Einstellung 2027 eine Bewerbungsfrist bis zum 08.10.2026, und Sportabzeichen, Schwimmnachweis sowie Führerschein Klasse B müssen für das Einstellungsjahr 2027 bis zum 01.04.2027 vorliegen. Baden-Württemberg veröffentlicht mehrere Einstellungstermine je Jahr – zuletzt September 2026 und März 2027 für den mittleren Dienst sowie Juli 2027 für den gehobenen Dienst – und gibt dazu Testwertgrenzen bekannt. Welche Änderungen sich für 2027 sonst belegen lassen, steht im Beitrag Einstellungstest 2026/27: Was gilt, was sich ändert.
Für alle anderen Länder gilt: Prüfe die Ausschreibung selbst. Termine aus Foren oder aus Ratgebern früherer Jahre sind keine Grundlage für deine Planung – ein verschobener Stichtag kostet dich sonst ein ganzes Einstellungsjahr. Die Höchstaltersgrenzen, Mindestgrößen und weiteren Voraussetzungen je Land findest du in der Checkliste der Einstellungsvoraussetzungen.
Das Auswahlverfahren – darauf kommt es an
Nach der Bewerbung folgen schriftlicher Test, Sporttest, psychologischer Test und die polizeiärztliche Untersuchung. Die meisten Bewerber scheitern an Sport und Psychologie – nicht am Wissen. Mehr dazu im Auswahlverfahren-Ratgeber.
Die Zeitschiene rückwärts gerechnet
Der Einstellungstermin ist das Ende einer Kette, nicht ihr Anfang. Wer vom Wunschtermin rückwärts rechnet, versteht, warum eine Bewerbung „ein halbes Jahr vorher“ in vielen Ländern bereits zu spät ist.
Zwischen Bewerbungseingang und Einstellung liegen in der Regel mehrere getrennte Verfahrensstufen mit eigenen Terminen: schriftlicher Test, Sporttest, mündliches Auswahlverfahren, polizeiärztliche Untersuchung, Sicherheitsüberprüfung. Jede Stufe wird separat geladen, zwischen zwei Stufen vergehen oft Wochen. Kommt eine Nachuntersuchung hinzu – etwa weil ein Befund abgeklärt werden muss – verschiebt sich alles weiter nach hinten.
Daraus folgen drei praktische Konsequenzen:
- Zeitlich flexibel bleiben. Die Ladungen kommen mit kurzer Frist und lassen sich meist nicht verschieben, ohne einen Nachteil in Kauf zu nehmen.
- Parallel in mehreren Ländern bewerben ist erlaubt und üblich. Die Verfahren laufen unabhängig voneinander; wer nur ein Eisen im Feuer hat, verliert bei einer Absage ein ganzes Jahr.
- Nachrückverfahren im Blick behalten. Wer knapp nicht zum Zuge kam, steht in manchen Ländern auf einer Nachrückliste – kurzfristige Absagen anderer Bewerber sind nicht selten.
Nach einer Ablehnung
Eine Absage bedeutet nicht das Ende. Ob und nach welcher Zeit eine erneute Bewerbung möglich ist, hängt vom Bundesland und von der Stufe ab, an der es scheiterte: Beim Sporttest ist ein zweiter Anlauf oft schon zum nächsten Termin möglich, nach einem nicht bestandenen psychologischen Verfahren gelten meist längere Sperrfristen. Frag das im Zweifel direkt bei der Einstellungsberatung des Landes nach – die konkreten Fristen ändern sich und sind nur dort verlässlich zu erfahren.
Zählt das Datum der Bewerbung oder der Einstellung für die Altersgrenze?
Maßgeblich ist in aller Regel das Alter zum Zeitpunkt der Einstellung, nicht zum Zeitpunkt der Bewerbung. Wer nah an der Höchstaltersgrenze seines Landes ist, sollte das früh klären – und wissen, dass Zeiten wie Wehr- oder Freiwilligendienst, Elternzeit oder Pflege von Angehörigen die Grenze in vielen Ländern hinausschieben können.
Praxisbeispiel: Rückwärts geplant auf den Wunschtermin
Mara ist 19, macht im Sommer 2026 ihr Abitur und will in den gehobenen Dienst. Ihr Wunschtermin ist der Studienbeginn im Herbst 2027. Sie rechnet rückwärts: Die Bewerbungsfristen für 2027 laufen in ihrem Land im Herbst 2026 ab, also muss ihre Bewerbung samt Unterlagen bis dahin fertig sein. Den schriftlichen Test und das Auswahlverfahren erwartet sie im Winter, die polizeiärztliche Untersuchung im Frühjahr 2027. Weil ihr Land ein Sportabzeichen und einen Schwimmnachweis verlangt, legt sie beides im Spätsommer 2026 ab – rechtzeitig vor dem Stichtag, aber nicht so früh, dass das Abzeichen bis zur Einstellung veraltet. Parallel bewirbt sie sich bei der Bundespolizei, deren Verfahren unabhängig läuft. Fällt sie in einem Verfahren durch, bleibt ihr das zweite – und sie verliert kein Jahr.
Ihr Bruder Tim hat vor zwei Jahren den Fehler gemacht, sich erst im Frühjahr für den Herbst desselben Jahres zu bewerben. Die Frist war längst vorbei; er musste ein Jahr warten. Diese Zeit hat er genutzt, um Rechtschreibung, Sport und Allgemeinwissen zu trainieren – und im zweiten Anlauf lief das Verfahren ohne Nachuntersuchung durch.
Unterlagen und Nachweise: was du vor der Bewerbung brauchst
Die Bewerbung selbst läuft in allen Ländern online. Welche Nachweise du hochlädst oder später vorlegst, unterscheidet sich, folgt aber einem ähnlichen Muster:
- Schulabschluss: Abschlusszeugnis oder das letzte Halbjahreszeugnis, wenn der Abschluss noch aussteht.
- Lebenslauf und Lichtbild sowie ein Nachweis der Staatsangehörigkeit.
- Sportabzeichen und Schwimmnachweis in Ländern ohne eigenen Sporttest – mit Höchstalter des Nachweises am Stichtag.
- Führerschein Klasse B, oft erst bis zur Einstellung, in manchen Ländern schon bis zu einem festen Stichtag.
- Angaben zu Gesundheit und Sehstärke – die eigentliche Prüfung übernimmt der Polizeiarzt, mehr dazu im Ratgeber zum Sehtest.
Halte alle Dokumente als PDF bereit und notiere dir, welcher Nachweis bis wann und in welcher Form verlangt wird. Wer einen Stichtag verpasst, fliegt aus dem Verfahren, auch wenn Test und Sport bestanden sind. Wie viele Tage dir bis zu deinem Termin bleiben, zeigt der Einstellungstest-Countdown.
Häufige Fragen zu den Einstellungsterminen
Wie oft stellt die Polizei im Jahr ein?
Das legt jedes Land selbst fest. Viele Länder haben zwei Termine im Jahr, häufig zum Frühjahr und zum Herbst; einige stellen nur einmal jährlich ein, die Bundespolizei je nach Standort mehrmals. Verbindlich ist allein die aktuelle Ausschreibung deines Dienstherrn.
Wie lange vor dem Einstellungstermin muss ich mich bewerben?
In der Regel neun bis zwölf Monate vorher. Die Bewerbungsfrist liegt oft ein Jahr vor dem Dienstbeginn – für eine Einstellung im Herbst 2027 also im Herbst 2026. Danach folgen Test, Auswahlverfahren und ärztliche Untersuchung mit eigenen Terminen.
Kann ich mich in mehreren Bundesländern gleichzeitig bewerben?
Ja. Die Verfahren laufen unabhängig voneinander, und eine Bewerbung bei der Bundespolizei schließt eine Landesbewerbung nicht aus. Sag es im Auswahlgespräch ehrlich, wenn du danach gefragt wirst.
Was passiert, wenn ich einen Stichtag für einen Nachweis verpasse?
Dann scheidest du in der Regel für diesen Einstellungstermin aus, unabhängig vom Testergebnis. Notiere dir deshalb jeden Stichtag aus der Ausschreibung und plane Sportabzeichen, Schwimmnachweis und Führerschein mit Puffer.
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