Polizist in Berlin 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen

Polizist in Berlin 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen

Alles über den Polizeidienst in Berlin: Besoldung, Beihilfe & PKV, Einstellung und Karriere.

Auf einen Blick: A9 Einstieg (gD) in Berlin: ca. 3.352 € brutto | A11: ca. 4.052 € brutto | Krankenversicherung: Beihilfe + PKV | Stand: 1. April 2026

Die Polizei Berlin ist mit rund 26.000 Polizeibeamten die größte Landespolizei Deutschlands — und für viele Bewerber die erste Adresse, wenn es um einen abwechslungsreichen Polizeiberuf geht. Hauptstadtlage, Botschaftsschutz, Großdemonstrationen und ein dichtes Netz an Spezialeinheiten sorgen für ein Einsatzspektrum, das kein anderes Bundesland in dieser Breite bietet. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Fakten kompakt zusammengefasst: was du als Polizist in Berlin verdienst, wie die Krankenversicherung über Beihilfe und private Restkostenversicherung funktioniert, welche Besonderheiten der Dienst in der Hauptstadt mit sich bringt und wie die Bewerbung abläuft.

Wichtig für alle Gehaltsfragen: Zum 1. April 2026 hat Berlin die Grundgehaltssätze um 3,8 % angehoben. Alle aktuellen Grundgehälter nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe findest du in der Besoldungstabelle Polizei Berlin. Wie sich Berlin im Ländervergleich schlägt, zeigt die Übersicht Polizist Gehalt nach Bundesland.

Besoldung: Was verdient ein Polizist in Berlin?

Die Besoldung richtet sich in Berlin — wie in allen Bundesländern — nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Die Besoldungsgruppe hängt von Laufbahn und Dienstgrad ab: Der mittlere Dienst startet in A7, der gehobene Dienst als Polizeikommissar in A9, der höhere Dienst in A13. Die folgende Tabelle zeigt die amtlichen Grundgehälter der Eingangsstufe je Laufbahn (Stand: April 2026):

Besoldungsgruppe Dienstgrad Brutto Einstieg (Eingangsstufe)
A7 Polizeimeister (mD) 3.020,50 €
A9 Polizeikommissar (gD) 3.352,48 €
A11 Polizeihauptkommissar 4.051,54 €
A13 Kriminalrat (hD) 5.060,75 €

*Amtliche Grundgehaltssätze, Stand April 2026. Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage) kommen hinzu.

So liest du die Tabelle: Die Werte sind die amtlichen Grundgehälter nach der Besoldungsanpassung zum 1. April 2026. In Stufe 1 beträgt das Grundgehalt aktuell 3.020,50 € (A7), 3.352,48 € (A9), 4.051,54 € (A11) bzw. 5.060,75 € (A13) brutto im Monat. Berlin hat acht Erfahrungsstufen — mit zunehmender Dienstzeit steigst du automatisch auf, bis zur Endstufe 8. Dort erreicht ein Polizeikommissar (A9) 4.305,36 €, ein Polizeihauptkommissar (A11) 5.319,14 € Grundgehalt. Hinzu kommen die Polizeizulage, gegebenenfalls Schichtzulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst sowie der Familienzuschlag für Verheiratete und Eltern. Dein persönliches Brutto und Netto kannst du im Polizei-Gehaltsrechner für alle Bundesländer durchspielen.

Rechenbeispiel: Vom Einstieg bis zur Endstufe

Wie stark das Gehalt allein durch die Erfahrungsstufen wächst, zeigt ein Blick auf die Laufbahn eines Polizeikommissars (A9) in Berlin — Grundgehaltssätze mit Stand 1. April 2026:

  • Einstieg (A9, Stufe 1): 3.352,48 € brutto im Monat — das entspricht ca. 40.230 € Jahresbrutto (3.352,48 € × 12 = 40.229,76 €), ohne Zulagen.
  • Endstufe (A9, Stufe 8): 4.305,36 € brutto im Monat — ca. 51.664 € im Jahr (4.305,36 € × 12 = 51.664,32 €).
  • Zuwachs ohne Beförderung: 4.305,36 € − 3.352,48 € = 952,88 € mehr pro Monat, ein Plus von rund 28 % allein durch den Stufenaufstieg.
  • Mit Beförderung: Wer es bis zum Polizeihauptkommissar (A11) schafft, erreicht in der Endstufe 5.319,14 € — noch einmal 1.013,78 € (ca. 1.014 €) mehr pro Monat als die A9-Endstufe.

Dazu kommen in jedem Fall die Polizeizulage und je nach Dienstplan Schichtzulagen — das tatsächliche Brutto liegt im Streifen- und Wechselschichtdienst daher regelmäßig über den reinen Grundgehaltssätzen.

Krankenversicherung in Berlin

ℹ️ Beihilfe + PKV: Als aktiver Polizeivollzugsbeamter in Berlin erhältst du Beihilfe (§ 76 LBG Berlin i.V.m. LBhVO) — das Land übernimmt in der Regel 50 % deiner Krankheitskosten. Den Rest sicherst du über eine private Restkostenversicherung ab.

Berlin gehört damit zu den Ländern, die ihren Polizeivollzugsbeamten im aktiven Dienst keine freie Heilfürsorge, sondern Beihilfe gewähren: Den nicht von der Beihilfe gedeckten Anteil musst du über eine private Krankenversicherung absichern und zahlst dafür einen monatlichen Beitrag. Eine Ausnahme regelt § 103 LBG Berlin: Polizeivollzugskräfte des mittleren Dienstes der Schutzpolizei haben für die Dauer des Vorbereitungs- bzw. Ausbildungsdienstes Anspruch auf unentgeltliche Heilfürsorge. Welche Länder freie Heilfürsorge gewähren und was sie genau umfasst, erklärt der Ratgeber Freie Heilfürsorge Polizei. Wichtig für die Planung: Auch im Ruhestand bleibt es beim Beihilfesystem mit privater Restkostenversicherung. Viele Berliner Polizisten sichern sich günstige PKV-Konditionen deshalb früh über eine Anwartschaftsversicherung.

Besonderheiten des Polizeidienstes in Berlin

  • Großstadtpolizei mit besonderer Herausforderung – Demos, Großeinsätze
  • Krankenversicherung: Beihilfe plus private Restkostenversicherung (Heilfürsorge nur im mittleren Dienst der Schutzpolizei während der Ausbildung)
  • Vergleichsweise hohe Altersgrenze für die Verbeamtung: Höchstalter 36 Jahre (Ausnahmen möglich)
  • Ganzjährig offene Bewerbungen durch konstanten Personalmangel

Einstellung & Bewerbung

Die Bewerbung ist über die Website der Berliner Polizei ganzjährig möglich — Berlin stellt wegen des anhaltenden Personalbedarfs laufend ein. Der Einstellungstest findet mehrmals jährlich statt und umfasst unter anderem einen schriftlichen Testteil, einen Sporttest und die polizeiärztliche Untersuchung. Für den gehobenen Dienst absolvierst du ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR); der mittlere Dienst wird über eine Ausbildung erreicht.

Was bleibt netto in Berlin?

Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Vom Brutto gehen also im Wesentlichen Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer ab — hinzu kommt in Berlin allerdings der Beitrag zur privaten Restkostenversicherung, da Polizeivollzugsbeamte Beihilfe statt Heilfürsorge erhalten. Die folgende Beispielrechnung zeigt die Größenordnung für einen ledigen Berufseinsteiger (Netto vor Abzug des PKV-Beitrags):

Position Wert
A9 Eingangsstufe (Stufe 1) brutto 3.352,48 €
Netto (Steuerklasse I, ledig) ca. 2.780 €
Krankenversicherung Beihilfe + PKV
Höchstalter 36 Jahre

So liest du die Tabelle: Die Beispielrechnung beruht auf den amtlichen Werten, Stand April 2026: In A9 Stufe 1 beträgt das Grundgehalt 3.352,48 €, das Netto in Steuerklasse I (ledig, ohne Kirchensteuer) rund 2.780 € — vor Abzug des eigenen PKV-Beitrags. Wie viel am Ende genau bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Zulagen und dem PKV-Tarif ab; eine individuelle Berechnung liefert der Gehaltsrechner.

Beihilfe + PKV: Die Beihilfe übernimmt in der Regel 50 % der Krankheitskosten, den Rest deckt die private Restkostenversicherung — deren Monatsbeitrag geht vom oben ausgewiesenen Netto noch ab. Nur während der Ausbildung im mittleren Dienst der Schutzpolizei besteht Anspruch auf freie Heilfürsorge.

Berlin ist die größte Landespolizei Deutschlands mit ca. 26.000 Polizeibeamten. Die Stellenausschreibungen sind regelmäßig — und die Konkurrenz entsprechend hoch.

Karrierechancen und Alltag in Berlin

Zusätzlich zum Grundgehalt zahlt Berlin seinen Landesbeamten eine Hauptstadtzulage — zusammen mit Polizei- und Schichtzulagen liegt das tatsächliche Monatsbrutto damit spürbar über den reinen Tabellenwerten. Die Polizei Berlin ist mit 26.000 Beamten die größte Landespolizei: Das bedeutet viele Beförderungsstellen, zahlreiche Spezialabteilungen und kurze Wege zwischen den Verwendungen. Wer Karriere machen will, findet in Berlin mehr offene Türen als in den meisten Flächenländern — muss sich aber auch gegen entsprechend viele interne Mitbewerber durchsetzen.

Häufige Fragen zum Polizeidienst in Berlin

Was verdient ein Polizeikommissar in Berlin 2026?

Nach der Besoldungsanpassung zum 1. April 2026 beträgt das Grundgehalt eines Polizeikommissars (A9) in Berlin 3.352,48 € brutto in Stufe 1 und steigt bis zur Endstufe 8 auf 4.305,36 €. Hinzu kommen Polizeizulage, gegebenenfalls Schichtzulagen sowie die Hauptstadtzulage. Für die Krankenversicherung gilt in Berlin Beihilfe plus private Restkostenversicherung.

Was macht Berlin als Dienstort besonders?

Als Bundeshauptstadt hat Berlin eine einzigartige Sicherheitslage: Botschaften, Bundesbehörden, internationale Demonstrationen, Marathons und Großveranstaltungen. Polizeibeamte in Berlin erleben ein breites Einsatzspektrum — von der täglichen Streife im Kiez bis zu Staatsgäste-Eskorten. Dazu kommen die Urban-Diversity-Herausforderungen in einem der multikulturellsten Stadtteile Europas.

Wie ist die Karriere bei der Polizei Berlin im Vergleich zu anderen Städten?

Berlin bietet mit 26.000 Beamten die meisten Aufstiegsstellen — sowohl horizontal (Spezialabteilungen wie LKA, KEK, MEK) als auch vertikal (PK → POK → PHK). Gleichzeitig ist die Konkurrenz hoch. Wer in Berlin einsteigt und eine klare Karrierestrategie hat, kann schnell in interessante Einheiten wechseln.

Ist die Polizei Berlin tatsächlich überlastet?

Berlin hat strukturellen Personalmangel — die Sollstärke wird regelmäßig verfehlt. Das bedeutet für Beamte teils hohe Überstunden. Andererseits beschleunigt der Mangel Beförderungen und das Auffüllen spezialisierter Einheiten. Seit 2020 investiert Berlin stark in Neueinstellungen — die Lage verbessert sich schrittweise.

Wie ist die Work-Life-Balance bei der Polizei Berlin?

Schichtdienst und hohe Einsatzfrequenz machen die WLB herausfordernd. Gleichzeitig hat Berlin ein breites Erholungsangebot — Parks, Kultur, kurze Wege. Viele Berliner Polizisten schätzen die Lebendigkeit der Stadt als Ausgleich zur Einsatzbelastung. Wer Ballungsraum-Stress generell ablehnt, wählt ein anderes Bundesland.

Kann man in Berlin schnell in Spezialeinheiten wechseln?

Mit 26.000 Beamten gibt es viele Spezialeinheiten: LKA, KEK (Korruptionsermittlung), MEK, SEK, MK (Mordkommission). Nach 3–5 Jahren regulärem Dienst und hervorragenden Beurteilungen sind interne Bewerbungen möglich. Die Konkurrenz ist hoch — aber die Stellen sind zahlreich.

Kann ich mich gleichzeitig in anderen Bundesländern bewerben?

Ja — und das ist sinnvoll. Die Verfahren sind unabhängig voneinander. Wer in Berlin bewirbt, kann parallel in 2–3 anderen Bundesländern im Bewerbungsverfahren sein. Besonders wenn das Höchstalter in Berlin (36 Jahre) knapp ist, sollte man alle Optionen offen halten. Je mehr parallele Verfahren, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung.

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