Beim BKA arbeiten: Voraussetzungen & Laufbahn

Beim BKA arbeiten

Das Bundeskriminalamt — Laufbahnen, Studium und der Weg zur Bundeskriminalpolizei.

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist die Zentralstelle der deutschen Kriminalpolizei mit Sitz in Wiesbaden und Dienststellen unter anderem in Berlin und Meckenheim. Als Bundesbehörde koordiniert es die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Bekämpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität, Cybercrime und schwerer Wirtschaftskriminalität und übernimmt zugleich den Personenschutz für Verfassungsorgane und ausländische Staatsgäste. Wer beim BKA arbeiten möchte, kann das auf mehreren Wegen tun: als klassischer Kriminalbeamter im gehobenen oder höheren Dienst, aber auch als IT-Spezialist, Datenanalyst oder Forensiker ohne vorherige Polizeiausbildung. Diese Vielfalt unterscheidet das BKA von der Landespolizei, bei der der Weg fast ausschließlich über die klassische Polizeiausbildung führt. Wer zuvor eine Ausbildung bei der Kripo eines Bundeslandes absolviert hat, findet auf der Seite Kriminalpolizei werden einen Überblick über den landesspezifischen Weg zur Kriminalpolizei. Im Folgenden erklären wir die verschiedenen Laufbahnen beim BKA, wie die Auswahl abläuft und was neu Eingestellte finanziell erwarten können.

Wege ins BKA

Die folgende Tabelle zeigt die drei zentralen Einstiegswege beim BKA im Überblick. Entscheidend ist zunächst die schulische beziehungsweise akademische Vorbildung: Mit Abitur oder Fachhochschulreife führt der Weg über ein duales Studium in den gehobenen Kriminaldienst, mit einem bereits abgeschlossenen Hochschulstudium ist ein direkter Einstieg in den höheren Dienst möglich. Wer eine einschlägige Fachqualifikation etwa in Informatik, IT-Sicherheit oder Data Science mitbringt, kann als Spezialist ohne den klassischen Weg über den Kriminaldienst direkt einsteigen. Alle drei Wege führen in unterschiedliche Besoldungsgruppen und Verantwortungsbereiche, die sich in Aufgabenzuschnitt und späteren Aufstiegschancen deutlich unterscheiden.

Laufbahn Voraussetzung Abschluss
Gehobener Kriminaldienst Abitur/FH-Reife duales Studium B.A., Kriminalkommissar
Höherer Dienst abgeschl. Hochschulstudium Master + Aufstieg
Spezialisten (IT, Cyber) einschlägiges Studium Direkteinstieg möglich

In der Praxis ist der gehobene Kriminaldienst der mit Abstand häufigste Einstieg: Nach dem dualen Studium wird man zum Kriminalkommissar ernannt und startet im Beamtenverhältnis in der Besoldungsgruppe A9. Der höhere Dienst ist demgegenüber der Weg für Hochschulabsolventen, die direkt Führungs- und Fachaufgaben übernehmen möchten, verlangt aber ein bereits abgeschlossenes Studium und ein eigenes Auswahlverfahren. Die Spezialisten-Laufbahn ist organisatorisch am flexibelsten: Wer als IT-Forensiker, Kryptoanalyst oder Datenwissenschaftler eingestellt wird, durchläuft in der Regel kein klassisches Polizeistudium, muss aber dennoch die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen wie Sicherheitsüberprüfung und gesundheitliche Eignung erfüllen. Wer sich für den akademischen Weg über die Polizeihochschulen interessiert, findet auf Polizei Studium weitere Details zu Ablauf und Inhalten des dualen Studiums.

Aufgaben

Das Aufgabenspektrum des BKA ist deutlich breiter als das einer klassischen Landespolizeidienststelle, weil die Behörde als Zentralstelle bundesweite und internationale Ermittlungen koordiniert. Dazu zählen im Kern:

  • Ermittlungen bei Terror & organisierter Kriminalität
  • Cybercrime und Digitale Forensik
  • Personenschutz von Verfassungsorganen
  • internationale Zusammenarbeit (Interpol, Europol)
💡 Neben dem klassischen Kriminaldienst sucht das BKA verstärkt IT- und Cyber-Spezialisten im Direkteinstieg — ein Weg auch ohne klassische Polizeiausbildung.

Rechenbeispiel: Einstiegsgehalt im gehobenen Kriminaldienst

Beamtinnen und Beamte des BKA werden nach der Bundesbesoldung vergütet, da das BKA eine Bundesbehörde ist. Nach Abschluss des dualen Studiums werden Kriminalkommissare in der Regel in die Besoldungsgruppe A9 eingestellt. Nach der aktuellen Bundesbesoldungstabelle (gültig ab 01.05.2026) beträgt das Grundgehalt in A9, Stufe 1, exakt 3.551,63 Euro brutto im Monat. Mit steigender Erfahrungszeit wandert man in höhere Erfahrungsstufen: In Stufe 4 liegt das Grundgehalt bei 4.007,09 Euro brutto. Das entspricht einem Zuwachs von 455,46 Euro beziehungsweise ca. 12,8 % gegenüber dem Einstiegsgehalt in Stufe 1 — allein durch den automatischen Stufenaufstieg, ohne Beförderung. Hinzu kommen je nach Tätigkeit und Einsatzbereich weitere Zulagen, etwa für besondere Erschwernisse oder Wechselschichtdienst, deren Höhe individuell geregelt ist und hier daher nicht beziffert wird. Wer die vollständige Bundesbesoldungstabelle mit allen Besoldungsgruppen und Stufen einsehen möchte, findet sie auf Besoldungstabelle Bundespolizei.

Bewerbung und Auswahlverfahren

Der Auswahlprozess für den gehobenen Kriminaldienst beim BKA ähnelt in Aufbau und Anforderungen dem allgemeinen Polizei-Auswahlverfahren der Länder, ergänzt um eine erweiterte Sicherheitsüberprüfung, wie sie für Bundesbehörden mit sicherheitsrelevanten Aufgaben üblich ist. Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen üblicherweise einen schriftlichen Eignungstest, einen Sporttest, ein Gespräch beziehungsweise Assessment sowie eine ärztliche Untersuchung. Wer sich auf diese Phasen vorbereiten möchte, findet einen strukturierten Überblick über typische Prüfungsbausteine auf Auswahlverfahren Polizei. Für Spezialisten-Positionen in IT und Cyber entfällt in der Regel der klassische Sporttest zugunsten einer fachlichen Prüfung, die Sicherheitsüberprüfung bleibt aber in jedem Fall Bestandteil des Verfahrens.

Häufige Fragen zu einer Karriere beim BKA

Muss ich vorher bei der Polizei gewesen sein, um beim BKA zu arbeiten?

Nein. Für den klassischen Kriminaldienst ist keine vorherige Tätigkeit bei einer Landespolizei nötig, das duale Studium führt direkt zum Kriminalkommissar. Für Spezialistenstellen in IT, Cyber oder Forensik ist ein Direkteinstieg mit einschlägigem Studium ohne jede Polizeiausbildung möglich.

Welche Voraussetzungen gelten für den gehobenen Kriminaldienst?

Grundvoraussetzung ist Abitur oder Fachhochschulreife. Hinzu kommen die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen wie gesundheitliche Eignung, Sicherheitsüberprüfung und das Bestehen des Auswahlverfahrens, bevor das duale Studium zum Kriminalkommissar beginnt.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt beim BKA?

Kriminalkommissare starten nach dem dualen Studium in Besoldungsgruppe A9. Das Grundgehalt in Stufe 1 liegt nach der aktuellen Bundesbesoldungstabelle bei 3.551,63 Euro brutto monatlich, zzgl. etwaiger Zulagen je nach Verwendung.

Ist das BKA eine Bundes- oder eine Landesbehörde?

Das BKA ist eine Bundesbehörde und die Zentralstelle der deutschen Kriminalpolizei. Es koordiniert bundesweite Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit den Landespolizeien sowie internationalen Partnern wie Interpol und Europol.

Was unterscheidet das BKA von der Bundespolizei?

Beide sind Bundesbehörden, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte: Das BKA ist auf Kriminalitätsbekämpfung und Ermittlungsarbeit spezialisiert, während die Bundespolizei vor allem grenzpolizeiliche und bahnpolizeiliche Aufgaben sowie den Objektschutz wahrnimmt. Einen ausführlichen Vergleich bietet die Seite Bundespolizei vs. Landespolizei.

Kann ich direkt in den höheren Dienst einsteigen?

Ja, mit einem bereits abgeschlossenen Hochschulstudium ist ein Direkteinstieg in den höheren Dienst möglich. Alternativ führt der Weg über einen späteren Aufstieg aus dem gehobenen Dienst.

Wie läuft das Auswahlverfahren beim BKA ab?

Es orientiert sich am Ablauf des allgemeinen Polizei-Auswahlverfahrens, ergänzt um eine für Bundesbehörden übliche erweiterte Sicherheitsüberprüfung. Dazu gehören üblicherweise schriftlicher Eignungstest, Sporttest beziehungsweise Fachprüfung, Gespräch und ärztliche Untersuchung.

Nach oben scrollen