
GSG 9 werden: Gehalt, Voraussetzungen und Auswahl
Die Spezialeinheit der Bundespolizei — Anforderungen, Auswahl und der Weg dorthin.
Die GSG 9 ist die Spezialeinheit des Bundes. Wie sie sich von SEK, MEK und BFE unterscheidet, steht im Überblick Spezialeinheiten der Polizei.
Die GSG 9 der Bundespolizei zählt zu den renommiertesten Spezialeinheiten der Welt. Sie wurde 1972 als Reaktion auf die Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München gegründet und ist seither auf die Bewältigung besonders gefährlicher Lagen spezialisiert: Terrorabwehr, Geiselnahmen, Entführungen sowie Zugriffe gegen schwerbewaffnete oder besonders gefährliche Straftäter. Anders als bei vielen anderen Spezialeinheiten führt der Weg zur GSG 9 nicht über eine eigenständige Ausbildung von außen, sondern ausschließlich über die reguläre Laufbahn bei der Bundespolizei. Wer die Einheit erreichen will, muss zunächst als Bundespolizist Fuß fassen, sich im Streifendienst oder vergleichbaren Verwendungen bewähren und danach ein Auswahlverfahren durchlaufen, das zu den anspruchsvollsten in der deutschen Sicherheitsarchitektur zählt. Auf dieser Seite erfährst du, wie sich Gehalt und Besoldung für GSG-9-Kräfte zusammensetzen, welche Voraussetzungen gelten und wie das Auswahlverfahren grob abläuft.
GSG 9 Gehalt & Besoldung
Mitglieder der GSG 9 sind Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei und werden nach der Bundesbesoldung (A-Besoldung) bezahlt. Die Höhe richtet sich nach Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Familienstand. Da der Weg über die reguläre Laufbahn führt, bewegen sich GSG-9-Kräfte überwiegend im mittleren bis gehobenen Dienst (etwa A9 bis A13). Rechtsgrundlage ist das Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) mit der Bundesbesoldungsordnung A. Der zugehörige Dienstgrad — korrekt: die Amtsbezeichnung, etwa Polizeihauptmeister oder Polizeikommissar — ergibt sich unmittelbar aus der Besoldungsgruppe.
Zum Grundgehalt kommen bei einer Spezialeinheit mehrere Zulagen hinzu: die Polizeizulage, eine Stellenzulage für Spezialeinheiten sowie Erschwerniszulagen (etwa für Einsatz-, Fallschirmsprung- oder Tauchdienst). Das tatsächliche Monatsbrutto liegt dadurch spürbar über dem reinen Grundgehalt.
So liest du die Tabelle: Die folgende Übersicht zeigt das reine Grundgehalt je Besoldungsgruppe — also ohne Zulagen und ohne Familienzuschlag. Die Spannbreite pro Zeile ergibt sich aus der Erfahrungsstufe: Berufseinsteiger starten am unteren Ende, mit steigender Dienstzeit wandert man automatisch in höhere Stufen und damit zum oberen Ende der jeweiligen Spanne. Welche Besoldungsgruppe im Einzelfall erreicht wird, hängt von Laufbahn, Beförderungen und individuellem Werdegang ab.
| Besoldungsgruppe | Grundgehalt (brutto/Monat, ca.) |
|---|---|
| A9 (Einstieg gehobener Dienst) | 3.551,63 – 4.535,33 € |
| A10 | 3.785,90 – 5.055,47 € |
| A11 | 4.295,50 – 5.611,55 € |
| A12 | 4.589,29 – 6.157,12 € |
| A13 (Spitze gehobener Dienst) | 5.343,23 – 6.806,11 € |
Werte nach Bundesbesoldung (Zahlungsstand: Mai 2026), je nach Erfahrungsstufe. Hinzu kommen Polizei-, Stellen- und Erschwerniszulagen sowie ggf. der Familienzuschlag. Mehr Details: Bundespolizei Gehalt.
Rechenbeispiel
Nehmen wir eine GSG-9-Kraft in Besoldungsgruppe A11 mit einigen Jahren Diensterfahrung, also im oberen Bereich der Spanne bei rund 5.611 € Grundgehalt brutto im Monat (Endstufe A11: 5.611,55 €). Kommen die Polizeizulage sowie die Stellenzulage für Spezialeinheiten hinzu, verschiebt sich das Monatsbrutto spürbar nach oben — plus mögliche Erschwerniszulagen, etwa für Fallschirmsprung- oder Tauchdienst, die situativ und nach Einsatzlage anfallen und daher nicht pauschal beziffert werden können. Wichtig für die Einordnung: Alle Zulagenbeträge hängen von der individuellen Verwendung, der Einsatzhäufigkeit und tagesaktuellen Festsetzungen ab. Wer die genaue Höhe für die eigene Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe wissen will, findet die vollständige Systematik auf der Seite Bundespolizei Gehalt; einen groben Überblick über alle Bundesbesoldungsgruppen liefert zudem die Besoldungstabelle Bundespolizei.
Bundespolizei: Pension erst nach fünf Dienstjahren
Beim Bund gibt es ein Ruhegehalt erst nach mindestens fünf Dienstjahren – außer die Dienstunfähigkeit geht auf eine Beschädigung im Dienst zurück. Wirst du vorher aus anderen Gründen dienstunfähig, wirst du entlassen und in der Regel nur in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einer kostenlosen Erstinformation zur Absicherung bei Dienstunfähigkeit.
Woher der Name kommt: Grenzschutzgruppe 9
Das Kürzel GSG 9 steht für Grenzschutzgruppe 9. Aufgestellt wurde die Einheit 1972, unmittelbar nach dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in München. Damals zeigte sich, dass in Deutschland keine Polizeikräfte existierten, die für eine Geiselbefreiung gegen schwer bewaffnete Terroristen ausgebildet und ausgerüstet waren.
Die neue Einheit wurde bewusst dem Bundesgrenzschutz (BGS) unterstellt und nicht der Bundeswehr: Das Grundgesetz setzt dem Einsatz von Soldaten im Innern enge Grenzen, polizeiliche Aufgaben müssen von Polizeivollzugsbeamten wahrgenommen werden. Die Ziffer 9 setzte dabei schlicht die Nummerierung der bestehenden Einsatzeinheiten des BGS fort. Als der Bundesgrenzschutz 2005 in Bundespolizei umbenannt wurde, wanderte der Name mit — offiziell heißt die Truppe seither GSG 9 der Bundespolizei, das Kürzel blieb.
Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde sie 1977 mit der Befreiung der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ im somalischen Mogadischu — bis heute der meistzitierte Einsatz im Ausland. Wer von Spezialkräften oder einer Eliteeinheit der deutschen Polizei liest, meint in aller Regel diese Einheit oder die Spezialeinheiten der Länder.
Voraussetzungen
- abgeschlossene Polizeiausbildung bei der Bundespolizei
- mehrjährige Diensterfahrung
- Bestehen eines extrem fordernden Auswahlverfahrens
Diese drei Punkte sind bewusst allgemein gehalten, weil die konkrete Ausgestaltung — etwa die genaue Dauer der geforderten Diensterfahrung — im Ermessen der Bundespolizei liegt und sich ändern kann. Entscheidend ist der Grundgedanke dahinter: Die GSG 9 sucht keine Berufsanfänger, sondern erfahrene Beamtinnen und Beamte, die den Polizeialltag bereits kennen, körperlich und psychisch belastbar sind und ihre Eignung im regulären Dienst unter Beweis gestellt haben. Wer sich für den Weg interessiert, sollte deshalb zunächst die Bundespolizei Bewerbung und die anschließende Bundespolizei Ausbildung im Blick haben, bevor eine interne Bewerbung für die Spezialeinheit überhaupt infrage kommt.
Das Auswahlverfahren
Das mehrtägige Verfahren prüft Ausdauer, Kraft, Stressresistenz, Schießfertigkeit und psychische Belastbarkeit an der Grenze. Die Durchfallquote ist sehr hoch — nur ein kleiner Teil der Bewerber besteht.
Das Verfahren ist bewusst so angelegt, dass es die Bewerber körperlich und mental an ihre Grenzen bringt, denn genau diese Belastungssituationen sollen im späteren Einsatz beherrschbar sein. Neben rein sportlichen Leistungstests (etwa Ausdauer- und Kraftübungen) spielen auch Schießfertigkeit unter Stress, taktisches Verhalten in Gruppen sowie psychologische Eignungsgespräche eine Rolle. Wer schon vorher an vergleichbaren Auswahlverfahren teilgenommen hat, etwa an einem regulären Sporttest der Polizei oder einem psychologischen Test, bekommt einen Eindruck davon, wie ernst die Eignungsdiagnostik bei der Polizei generell genommen wird — bei der GSG 9 wird dieses Niveau jedoch noch einmal deutlich verschärft. Bewerber, die durchfallen, können in ihrer regulären Verwendung bei der Bundespolizei bleiben; ein Karriereknick ist damit nicht zwangsläufig verbunden.
Das Eignungsauswahlverfahren im Detail
Intern läuft die Auswahl als Eignungsauswahlverfahren. Es kombiniert mehrere Disziplinen, die nacheinander bestanden werden müssen — wer eine Station reißt, scheidet in der Regel sofort aus. Typischerweise gehören dazu Ausdauerläufe, ein 100-Meter-Lauf, ein Weitsprung, Kugelstoßen, Klimmzüge sowie Kraftübungen wie Bankdrücken, jeweils mit einer geforderten Mindestzahl an Wiederholungen oder Mindestwerten.
Konkrete Zahlen nennen wir hier bewusst nicht. Die geforderten Wiederholungen, Zeiten und Gewichte legt die Bundespolizei je Auswahldurchgang fest und passt sie an; maßgeblich ist immer die aktuelle Ausschreibung. In Foren und Videos kursierende Werte sind regelmäßig veraltet. Für die eigene Vorbereitung ist der reguläre Einstellungstest der Polizei die sinnvolle Grundlage — bei Kraftausdauer und Lauf sollte man darauf aufbauend noch einmal deutlich zulegen.
Bundespolizei: Heilfürsorge gilt nur im aktiven Dienst
Als Polizeivollzugsbeamter der Bundespolizei erhältst du Heilfürsorge. Mit dem Ruhestand wirst du Versorgungsempfänger und bist dann beihilfeberechtigt: Die Beihilfe erstattet 70 % deiner Krankheitskosten, die übrigen 30 % musst du privat absichern. Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einer kostenlosen Erstinformation zur Absicherung nach dem aktiven Dienst.
Ausbildung und Weg zur GSG 9
Die Bundespolizei beschreibt den Weg in die Einheit in drei Schritten. Am Anfang steht die Laufbahnausbildung im mittleren oder gehobenen Polizeivollzugsdienst. Danach musst du das Eignungsauswahlverfahren der GSG 9 bestehen, und erst dann beginnt die zehnmonatige Basis- und Spezialausbildung der Einheit. Für die Angehörigen der Einsatzeinheiten gehören danach neben den Einsätzen selbst Taktik-, Schieß- und Einsatztraining im täglichen Wechsel zum Alltag.
Wie das in der Praxis aussehen kann, schildert ein langjähriger Präzisionsschütze der GSG 9 auf dem Karriereportal der Bundespolizei: Nach der Ausbildung im mittleren Dienst war er in einer Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft eingesetzt, wurde dort auf die GSG 9 angesprochen, bereitete sich gezielt auf das Auswahlverfahren vor und begann nach dem Bestehen die Ausbildung für die besondere Verwendung. Wichtig für die Vorbereitung: In der GSG 9 gibt es verschiedene Tätigkeitsbereiche, und jeder davon hat ein eigenes Auswahlverfahren mit eigenen Anforderungen. Im Auswahlverfahren für die Einsatzeinheiten bilden schriftliche Tests einen Schwerpunkt – Fitness allein reicht also nicht.
Quelle: Karriereportal der Bundespolizei, Seite „GSG 9 der Bundespolizei“ (komm-zur-bundespolizei.de), abgerufen am 2. Oktober 2026.
Wer sich für die GSG 9 interessiert, aber unsicher ist, ob der eigene Weg eher über die Bundespolizei oder über eine landeseigene Spezialeinheit führt, sollte sich auch mit vergleichbaren Einheiten auf Länderebene auseinandersetzen. Diese unterscheiden sich in Zuständigkeit, Auswahlverfahren und Struktur teils deutlich von der GSG 9, folgen aber einem ähnlichen Grundprinzip: Auch dort führt der Weg nahezu immer über die reguläre Polizeilaufbahn und eine anschließende interne Bewerbung, nicht über einen Direkteinstieg. Ein Blick auf die Seiten zu SEK/MEK werden oder die SEK Bewerbung lohnt sich deshalb, um die verschiedenen Optionen realistisch einordnen zu können. Was SEK-Beamte im Vergleich verdienen, zeigt die Seite SEK Gehalt.
Was der Dienst in einer Spezialeinheit für die Absicherung bedeutet
Der Dienst in der GSG 9 verändert das Risikoprofil erheblich — und damit zwei Fragen, die im Bewerbungsstress selten gestellt werden. Die erste betrifft die Polizeidienstunfähigkeit: Wer sie erreicht, fällt auf ein Ruhegehalt zurück, das deutlich unter den bisherigen Bezügen liegt — und die Zulagen, die den Verdienst in einer Spezialeinheit ausmachen, fallen dabei als Erstes weg. Die zweite betrifft die Diensthaftpflicht für Schäden, die im Dienst entstehen. Beides hängt am Zeitpunkt: Eine Absicherung wird zu den Bedingungen eingerichtet, die zum Zeitpunkt des Antrags gelten — nicht zu denen, die man sich später wünscht. Eine unverbindliche Erstinformation ordnet ein, was in dieser Verwendung überhaupt zur Debatte steht.
Unterhalb von GSG 9, SEK und MEK arbeiten die geschlossenen Einheiten der Länder — die BFE und in Bayern das USK (Unterstützungskommando). Für viele sind sie der realistischere erste Schritt in Richtung Spezialverwendung, weil die Bewerbung früher möglich ist. Wer die Bundespolizei wegen ihrer Auslandsverwendungen wählt, findet Details unter Auslandseinsatz bei der Polizei.
Häufige Fragen zu GSG 9 werden
Wie wird man Mitglied der GSG 9?
Zuerst muss man Bundespolizist werden und mehrjährige Diensterfahrung sammeln. Danach kann man sich intern für die GSG 9 bewerben und durchläuft ein extrem forderndes Auswahlverfahren, das Ausdauer, Kraft, Schießfertigkeit und psychische Belastbarkeit prüft. Einen Direkteinstieg von außen gibt es nicht.
Wie hoch ist die Durchfallquote beim GSG-9-Auswahlverfahren?
Sehr hoch – nur ein kleiner Teil der Bewerber besteht das mehrtägige Auswahlverfahren, das Ausdauer, Kraft, Schießfertigkeit und psychische Belastbarkeit an der Grenze prüft. Wer durchfällt, bleibt in der Regel in seiner regulären Verwendung bei der Bundespolizei.
Wie viel verdient man bei der GSG 9?
GSG-9-Kräfte sind Bundespolizisten und werden nach der Bundesbesoldung bezahlt (überwiegend A9 bis A13). Je nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe liegt das Grundgehalt bei rund 3.550 bis 6.800 Euro brutto im Monat (Zahlungsstand Mai 2026), zuzüglich Polizei-, Stellen- und Erschwerniszulagen.
Welche Zulagen bekommen GSG-9-Kräfte zusätzlich zum Grundgehalt?
Neben dem Grundgehalt nach Bundesbesoldung kommen typischerweise die Polizeizulage, eine Stellenzulage für Spezialeinheiten sowie situative Erschwerniszulagen hinzu, etwa für Einsatz-, Fallschirmsprung- oder Tauchdienst. Für die Verwendung in der GSG 9 sieht die Erschwerniszulagenverordnung des Bundes (§ 22) eine Zulage für besondere Einsätze von 500 Euro im Monat vor. Die genaue Höhe der übrigen Zulagen hängt von der individuellen Verwendung und Einsatzlage ab.
Wie lange dauert der Weg bis zur GSG 9?
Eine feste Zeitspanne gibt es nicht. Nötig sind zunächst der Abschluss der Bundespolizeiausbildung sowie mehrjährige Diensterfahrung, bevor eine interne Bewerbung überhaupt möglich ist. Wie lange dieser Weg im Einzelfall dauert, hängt von der individuellen Laufbahn und den jeweils aktuellen Anforderungen der Bundespolizei ab.
