USK (Unterstützungskommando) der bayerischen Polizei
Das Unterstützungskommando der bayerischen Bereitschaftspolizei – Aufgaben, Ausrüstung und der Weg in die Einheit
Das USK ist die bayerische Entsprechung der BFE — eine geschlossene Einheit, keine Spezialeinheit im technischen Sinn. Die Abgrenzung erklärt der Überblick Spezialeinheiten der Polizei.
Die Abkürzung USK steht für Unterstützungskommando – eine geschlossene Einsatzeinheit der Bayerischen Polizei. Die Einheiten sind organisatorisch bei der Bereitschaftspolizei angesiedelt und kommen überall dort zum Einsatz, wo mit erhöhter Gewaltbereitschaft oder anspruchsvollen Zugriffen zu rechnen ist. Dieser Ratgeber erklärt, was die USK genau ist, welche Aufgaben sie übernimmt, wie ihre Ausrüstung aussieht und über welchen Weg man Teil der Einheit werden kann.
Was ist die USK?
Das Unterstützungskommando ist eine spezialisierte, geschlossen auftretende Einheit der Bayerischen Polizei, die zu den Spezialkräften mit besonderen Aufgaben zählt. Unterstützungskommandos gibt es bei der Bereitschaftspolizei sowie bei den Polizeipräsidien München und Mittelfranken. Es wurde 1987 aufgestellt; als offizieller Anlass gilt der tödliche Schusswaffeneinsatz an der sogenannten Startbahn West bei Frankfurt am 2. November 1987, in dessen Folge geschlossene Kräfte zur Bewältigung schwerer Ausschreitungen geschaffen wurden. Die USK verteilt sich in der Regel auf mehrere Standorte und Kompanien in Bayern.
USK, SEK und BFE: der Unterschied
Das bayerische USK entspricht in Aufgabe und Anbindung weitgehend den Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) der übrigen Länder und des Bundes.
Bundesweit tragen vergleichbare Einheiten meist die Bezeichnung BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit). Bayern verwendet stattdessen den Begriff USK, Berlin die Bezeichnung BFZ (Beweissicherungs- und Festnahmezug). Im Ländervergleich übernimmt die bayerische USK im Wesentlichen jene Aufgaben, die in anderen Bundesländern von den BFE wahrgenommen werden. Wichtig ist die Abgrenzung nach oben: Die USK ist keine Spezialeinheit im Sinne eines SEK. Hochspezialisierte Zugriffe mit besonderer Gefährdungslage bleiben in der Regel dem Spezialeinsatzkommando (SEK) vorbehalten.
Was Beamte im SEK zusätzlich zur Besoldung erhalten und wie sich das von der USK-Zulage unterscheidet, zeigt der Beitrag SEK Gehalt.
Aufgaben & Einsätze
Das Aufgabenspektrum der USK liegt zwischen der klassischen Bereitschaftspolizei und den Spezialeinheiten. Typische Einsatzfelder sind:
- Demonstrationen und Versammlungen, bei denen mit schweren Ausschreitungen oder gewaltbereiten Gruppen gerechnet wird.
- Hochrisiko-Fußballspiele: Bei Partien mit hohem Konfliktpotenzial sind in der Regel mehrere Kräfte gebunden.
- Qualifizierte Zugriffe und Festnahmen gefährlicher oder gewaltbereiter Tatverdächtiger unterhalb der SEK-Schwelle.
- Durchsuchungen und Razzien, etwa im Bereich der organisierten und der Drogenkriminalität.
- Großlagen wie Gipfeltreffen (zum Beispiel G7) und andere Einsätze mit hohem Kräftebedarf.
Kernaufgabe ist in vielen Lagen die Beweissicherung und Festnahme: Die USK unterstützt andere Polizeikräfte im Umgang mit gewaltbereiten Störern und führt gezielte Festnahmen an Brennpunkten durch, während das Geschehen zugleich dokumentiert wird.
Ausrüstung
Die persönliche Ausstattung ist auf robuste, geschlossene Einsätze ausgelegt. Im Einsatz tragen die Beamten in der Regel eine umfangreiche Schutz- und Führungsausrüstung, deren Gewicht je nach Lage erheblich sein kann.
Zur Ausrüstung gehören in der Regel:
- Körperschutz wie Helm, Protektoren und je nach Lage ballistische Schutzausrüstung.
- Führungs- und Hilfsmittel wie Mehrzweckeinsatzstock, Reizstoffsprühgerät (Pfefferspray) sowie Handfesseln und kabelbinderähnliche Einmalfesseln.
- Bewaffnung: Neben der Dienstpistole kommen je nach Auftrag Maschinenpistolen (etwa vom Typ Heckler & Koch MP5) und Gewehre zum Einsatz. Die konkrete Bewaffnung hängt in der Regel von Lage und Auftrag ab und wird laufend modernisiert.
Wie wird man Teil der USK?
Ein direkter Quereinstieg „von der Straße“ ist nicht möglich. Voraussetzung ist zunächst eine abgeschlossene Ausbildung bei der Bayerischen Polizei und der Status als aktiver Polizeibeamter (etwa aus Bereitschafts- oder Schutzpolizei). Erst danach kann man sich – in der Regel auf dem Dienstweg über die Vorgesetzten – für die USK bewerben.
Das Auswahlverfahren ist bewusst anspruchsvoll, weil sich meist deutlich mehr Beamte bewerben, als Planstellen vorhanden sind. Es umfasst in der Regel:
- einen Sporttest (Disziplinen und Zeitvorgaben veröffentlicht die Bayerische Polizei auf den ausgewerteten Karriereseiten nicht),
- ein strukturiertes Auswahlgespräch vor einer Kommission,
- Nachweise wie ein einwandfreies Führungszeugnis und eine positive dienstliche Beurteilung.
Nach bestandener Auswahl folgt eine mehrmonatige, USK-spezifische Ausbildung (in der Regel rund ein halbes bis dreiviertel Jahr) – unter anderem in Zugriffs- und Festnahmetechniken, Schießausbildung, Lagebewältigung und Sport. Danach geht es in den regulären Einsatzbetrieb, begleitet von fortlaufender Fortbildung.
Gehalt im USK: Besoldung, Polizeizulage und USK-Zulage
Beamtinnen und Beamte im Unterstützungskommando sind reguläre Polizeivollzugsbeamte der Bayerischen Polizei — es gibt keinen eigenen USK-Dienstgrad und keine eigene Besoldungsgruppe. Das Grundgehalt richtet sich wie bei allen bayerischen Polizisten nach dem Bayerischen Besoldungsgesetz (Anlage 3): Wer aus der zweiten Qualifikationsebene kommt, steht meist in A7 bis A9, wer das Studium der dritten Qualifikationsebene abgeschlossen hat, in A9 bis A11. Die folgende Tabelle zeigt die in Bayern gezahlten Grundgehälter (Tabelle gültig ab 1. Februar 2025, auch 2026 die ausgezahlte Tabelle) für die im USK typischen Besoldungsgruppen:
| Dienstgrad (Besoldung) | Eingangsstufe | Stufe 5 | Endstufe |
|---|---|---|---|
| Polizeimeister (A7) | 3.074,21 € (St. 2) | 3.338,45 € | 3.615,26 € (St. 9) |
| Polizeiobermeister (A8) | 3.150,76 € (St. 2) | 3.489,37 € | 3.903,25 € (St. 10) |
| Polizeihauptmeister / Polizeikommissar (A9) | 3.294,99 € (St. 2) | 3.656,39 € | 4.108,12 € (St. 10) |
| Polizeioberkommissar (A10) | 3.537,12 € (St. 2) | 4.000,18 € | 4.572,23 € (St. 10) |
| Polizeihauptkommissar (A11) | 4.045,29 € (St. 3) | 4.363,04 € | 5.069,49 € (St. 11) |
Zum Grundgehalt kommen zwei feste Zulagen, die den Unterschied zum Innendienst ausmachen. Erstens die Polizeizulage: In Bayern beträgt sie 93,11 € nach einem und 186,27 € nach zwei Dienstjahren (Art. 34 BayBesG, Anlage 4, Stand 1. Februar 2025). Zweitens die Zulage für die Verwendung im USK nach der Bayerischen Zulagenverordnung: 205,21 € im Monat — weniger als die SEK-Zulage (334,46 €), aber ohne das mehrstufige SEK-Auswahlverfahren. Je nach Dienstplan kommen Wechselschicht- und Nachtdienstzulagen sowie Erschwerniszuschläge für einzelne Einsätze hinzu (siehe Schichtzulage bei der Polizei). Familienzuschlag und die Beihilfe-Besonderheiten Bayerns (keine Heilfürsorge) gelten wie für alle bayerischen Polizisten — Details unter Polizist in Bayern.
Bayern ab 1. Oktober 2026: Die bayerischen Beträge auf dieser Seite stammen aus der Tabelle vom 1. Februar 2025, die bis 30. September 2026 gezahlt wird. Ab 1. Oktober 2026 zahlt das Landesamt für Finanzen die Grundgehälter im Vorgriff um 2,82 % erhöht; auch die Polizeizulage (95,74 € bzw. 191,52 €) und die Zulagen nach § 14 BayZulV steigen – im SEK auf 343,89 €, im MEK und USK auf 211,00 € (bisher 334,46 € bzw. 205,21 €) – vorbehaltlich der Verabschiedung des Gesetzes (Drs. 19/12912). Die Vorgriffswerte der Grundgehälter stehen in der Besoldungstabelle Polizei Bayern.
Rechenbeispiel: Polizeiobermeister im USK
Ein Polizeiobermeister (A8) mit Erfahrungsstufe 5 hat nach der bayerischen Tabelle ein Grundgehalt von 3.489,37 €. Nach mehr als zwei Dienstjahren erhält er die volle Polizeizulage von 186,27 € und im USK zusätzlich 205,21 €. Rechenweg: 3.489,37 € + 186,27 € + 205,21 € = 3.880,85 € brutto im Monat — vor Familienzuschlag, Schichtzulagen und Steuern. Aufs Jahr gerechnet bringt die USK-Zulage allein 2.462,52 € brutto zusätzlich. Das Beispiel ist eine Orientierung: Die konkrete Erfahrungsstufe, Teilzeit und die tatsächlich geleisteten Dienste verändern das Ergebnis.
Wichtig für die Planung: Die USK-Zulage ist an die Verwendung gebunden. Wer die Einheit verlässt oder dienstunfähig wird, verliert sie — bei einer dauerhaften Dienstunfähigkeit fällt zudem das Ruhegehalt deutlich niedriger aus als die aktiven Bezüge. Welche Lücke dabei entsteht, zeigt der Ratgeber Dienstunfähigkeit bei der Polizei.
Praxisbeispiel
Ein typisches Praxisbeispiel ist ein Hochrisiko-Fußballspiel: Kündigt sich zwischen rivalisierenden Fangruppen erhebliches Konfliktpotenzial an, unterstützt die USK die eingesetzten Kräfte gezielt. Die Beamten sichern neuralgische Punkte wie Bahnhöfe und Zuwege, trennen aufeinandertreffende Gruppen, greifen bei Gewalttätigkeiten einzelne Störer gezielt heraus und stellen deren Personalien fest. Parallel wird das Geschehen dokumentiert, damit spätere Strafverfahren auf einer belastbaren Beweisgrundlage stehen. So verbindet die Einheit sichtbare Präsenz mit gezielten Zugriffen – genau die Kombination, für die die USK ausgebildet ist.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung USK bei der Polizei?
USK steht für Unterstützungskommando. Dabei handelt es sich um eine geschlossene Einsatzeinheit der Bayerischen Polizei, die organisatorisch der Bereitschaftspolizei zugeordnet ist.
Ist die USK dasselbe wie das SEK?
Nein. Die USK ist eine geschlossene Einsatzeinheit für Lagen wie Demonstrationen, Fußballeinsätze und qualifizierte Festnahmen. Hochspezialisierte Zugriffe mit besonderer Gefährdungslage bleiben in der Regel dem Spezialeinsatzkommando (SEK) vorbehalten.
Kann man sich direkt bei der USK bewerben?
Nein. Voraussetzung ist zunächst eine abgeschlossene Ausbildung bei der Bayerischen Polizei. Erst als aktiver Beamter kann man sich in der Regel auf dem Dienstweg für die USK bewerben und das Auswahlverfahren durchlaufen.
In welchen Bundesländern gibt es die USK?
Die Bezeichnung USK ist typisch für Bayern. In den meisten anderen Bundesländern heißen vergleichbare Einheiten Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), in Berlin Beweissicherungs- und Festnahmezug (BFZ).
Was verdient man im USK?
USK-Beamte erhalten das normale Grundgehalt ihrer Besoldungsgruppe nach der bayerischen Tabelle (A7 ab 3.074,21 €, A9 ab 3.294,99 €, A11 bis 5.069,49 € in der Endstufe, Stand 02/2025), dazu die Polizeizulage von 186,27 € nach zwei Dienstjahren und die USK-Zulage von 205,21 € im Monat. Schicht- und Erschwerniszulagen kommen je nach Dienstplan hinzu.
Gibt es eine eigene Zulage für das USK?
Ja. Die Bayerische Zulagenverordnung sieht für die Verwendung im Unterstützungskommando eine Stellenzulage von 205,21 € im Monat vor — im SEK sind es 334,46 €. Die Zulage wird nur während der Verwendung in der Einheit gezahlt.
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