Sporttest Polizei 2026: Anforderungen & Tipps

Sporttest Polizei 2026: Anforderungen & Tipps

Welche Disziplinen werden geprüft, welche Mindestwerte musst du erreichen — und wie bereitest du dich optimal vor?

Sporttest und ärztliche Untersuchung sind zwei getrennte Hürden. Die zweite erklärt Gesundheitsprüfung der Polizei.

Der Sporttest ist neben dem schriftlichen Einstellungstest und dem psychologischen Test einer der zentralen Bausteine im Auswahlverfahren der Polizei. Geprüft wird, ob du körperlich in der Lage bist, die Anforderungen des Streifendienstes zu bewältigen — von der Verfolgung flüchtender Personen bis zu körperlicher Auseinandersetzung im Ernstfall. Anders als beim schriftlichen Test lässt sich die Leistungsfähigkeit nicht in wenigen Tagen „auffrischen“: Wer bestehen will, braucht einen realistischen Trainingsplan über mehrere Wochen. Die gute Nachricht: Die Anforderungen sind bekannt, öffentlich einsehbar und mit strukturiertem Training gut erreichbar — auch ohne ausgeprägte Sportlerkarriere. Auf dieser Seite findest du die typischen Disziplinen im Überblick, eine Einordnung der Mindestwerte, einen Beispiel-Trainingsplan sowie die häufigsten Fehler bei der Vorbereitung. Beachte: Die konkreten Werte, die Anzahl der Disziplinen und die Gewichtung unterscheiden sich je nach Bundesland und teils nach Laufbahn (mittlerer/gehobener Dienst) — verbindlich ist immer die Ausschreibung deines Einstellungsamtes.

Typische Disziplinen im Überblick

Dienstherr Sportteil laut amtlicher Beschreibung (Stand: September 2026)
Bundespolizei Koordinations-Test, Pendellauf 4 × 10 m, 12-Minuten-Lauf (ab 18 Jahren „ausreichend“ ab 2.400 m Männer / 2.000 m Frauen); gleicher Test für mittleren und gehobenen Dienst
Bayern Kleinbank-Springen, Bankdrücken, Pendellauf, Cooper-Test
Niedersachsen 3.000-m-Lauf (Männer 17, Frauen 20 Min.) und Hallenparcours (Männer 1:40, Frauen 2:00 Min.)
Hessen Achterlauf, Bankdrücken, Fünfer-Sprunglauf, 500-m-Wendelauf
Berlin Hindernisparcours mit 10 Stationen (Frauen höchstens 4:00, Männer 3:23 Min.)
NRW, Baden-Württemberg kein Sporttest im Auswahlverfahren – Nachweis über das Deutsche Sportabzeichen und einen Schwimmnachweis

So liest du die Tabelle: Sie zeigt, was die Polizeien auf ihren Karriereseiten und in ihren Merkblättern beschreiben. Einheitliche Disziplinen oder Mindestwerte gibt es nicht – jede Polizei legt ihren Sportteil selbst fest, und bei der Bundespolizei ist der Test für den mittleren und den gehobenen Dienst sogar identisch. Verlasse dich für dein konkretes Bundesland immer auf die Übersicht deines Sporttests nach Bundesland oder direkt auf die Ausschreibung bzw. Einladung deines Landes.

⚠️ Wichtig: Die genauen Anforderungen variieren je nach Bundesland. Informiere dich unbedingt beim Einstellungsamt deines Bundeslandes — die obigen Angaben sind Beispiele einzelner Dienstherren.

Anforderungen je Bundesland: Die Disziplinen und Mindestwerte der Bundespolizei und aller 16 Länder – mit Quelle und Cooper-Rechner – stehen in der Übersicht Sporttest nach Bundesland. Diese Seite konzentriert sich auf Vorbereitung und Training.

Der Cooper-Test: Ausdauer über zwölf Minuten

Den 12-Minuten-Lauf nutzen zum Beispiel die Bundespolizei und Bayern; Niedersachsen lässt stattdessen 3.000 m auf Zeit laufen, NRW und Baden-Württemberg prüfen die Ausdauer über das Sportabzeichen. Der Cooper-Test misst Ausdauer und aerobe Kapazität. Tipps:

  • 8–10 Wochen gezielt trainieren: 3× wöchentlich 30–45 Minuten laufen
  • Nicht zu schnell starten — gleichmäßiges Tempo ist entscheidend
  • Intervalltraining erhöht die Kapazität schneller als reines Dauerlaufen
Rechenbeispiel: Zieltempo für den Cooper-Test

Bei der Bundespolizei gilt der 12-Minuten-Lauf ab 18 Jahren ab 2.400 m (Männer) bzw. 2.000 m (Frauen) als „ausreichend“. Für 2.400 m brauchst du ein gleichmäßiges Durchschnittstempo von ca. 5:00 min/km (12 Minuten = 720 Sekunden, geteilt durch 2,4 km = 300 Sekunden pro Kilometer). Heruntergebrochen auf Kontrollpunkte bedeutet das: nach 3 Minuten sollten ca. 600 m absolviert sein, nach 6 Minuten ca. 1.200 m, nach 9 Minuten ca. 1.800 m. Für 2.000 m liegt das nötige Tempo bei ca. 6:00 min/km. Andere Länder werten den Lauf anders – prüfe die Ausschreibung deines Landes. Diese Kontrollpunkte helfen beim Training, das Tempo realistisch einzuschätzen, statt am Anfang zu schnell zu starten und in der zweiten Hälfte einzubrechen — ein klassischer Fehler bei ungeübten Läufern.

Schwimmen: Oft unterschätzt

Einen Schwimmnachweis verlangen viele Dienstherren – meist aber nicht als Test am Prüfungstag, sondern als Abzeichen oder Formular, das bis zu einer Frist vorliegen muss. Wer unsicher im Wasser ist, sollte frühzeitig einen Kurs belegen. Beispiele:

  • Bundespolizei: Schwimmabzeichen Bronze oder Vordruck „Schwimmnachweis“ mit der Bewerbung
  • NRW: Rettungsschwimmabzeichen Bronze oder Schwimmabzeichen Gold
  • Baden-Württemberg: 200 m in höchstens 6:00 Min. (Männer) bzw. 6:40 Min. (Frauen)

Prüfe in deiner Ausschreibung, welcher Nachweis für dich gilt und bis wann er vorliegen muss.

Trainingsplan 8 Wochen vor dem Test

Woche Schwerpunkt Beispiel-Einheit
1–2 Grundlage aufbauen 30 Min laufen, 20 Liegestütze, 25 Sit-ups
3–4 Intensität steigern Intervalle 5×400 m, 25 Liegestütze, Klimmzüge
5–6 Spezifisch für Test Cooper-Test-Simulation, alle Disziplinen
7 Tapering Leichtes Training, kein Aufbau mehr
8 (Testwoche) Regeneration 2 kurze Läufe, viel Schlaf, gesunde Ernährung

Dieser 8-Wochen-Plan eignet sich als Auffrischung für Bewerber mit solider Grundfitness. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Grundlagenausdauer (Wochen 1–2), dann Intensität (3–4), testspezifische Simulation (5–6), zuletzt Tapering und Regeneration (7–8). Wer diese Reihenfolge umdreht und zu früh mit maximaler Intensität startet, riskiert Übertraining kurz vor dem Termin. Wer bei null startet, sollte die Phasen strecken und den Gesamtplan auf 12–16 Wochen ausdehnen.

Wer den Trainingsplan mit festen Erinnerungen begleiten will, kann den Einstellungstest-Countdown nutzen: neun Mails, die von acht Wochen vor dem Test bis kurz danach an Nachweise, Arzttermin und Unterlagen erinnern.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

  • Zu spät anfangen: 2 Wochen Vorbereitung reichen nicht — plane 8–12 Wochen ein
  • Einseitiges Training: Wer nur läuft, scheitert an Kraft-Disziplinen
  • Vernachlässigung des Schwimmens: Der Schwimmnachweis muss oft bis zu einer festen Frist vorliegen
  • Schlafmangel vor dem Test: Leistung bricht um bis zu 20 % ein

Sporttest Polizei: Vorbereitung im Detail

Welche Sportdisziplinen werden typischerweise geprüft?

Eine bundesweit typische Disziplinliste gibt es nicht – die Übersicht oben zeigt, wie unterschiedlich die Polizeien testen. Klimmzüge, Liegestütze, Sit-ups oder Standweitsprung nennt keiner der Dienstherren in der Tabelle als Prüfungsdisziplin. Prüfe in deiner Ausschreibung bzw. Einladung, welche Disziplinen und Zeiten für dich gelten.

Wie lange sollte ich mich vorbereiten?

Ein strukturierter Trainingsplan über 16 Wochen gilt als Mindeststandard. Beginne mit 3 Einheiten pro Woche, steigere auf 5. Kombiniere Ausdauerläufe (Basis: 3-5 km steady state), Intervalltraining (400-m-Wiederholungen) und Kraftzirkel. Zwei Wochen vor dem Test: Intensität reduzieren, auf Erholung achten.

Was passiert wenn ich den Sporttest nicht bestehe?

Ob und wann du den Sporttest nach einem Nichtbestehen wiederholen kannst, regelt jede Polizei anders – Berlin etwa bietet im selben Verfahren einen Wiederholungstermin an. Eine Ausnahme für körperliche Beeinträchtigungen ist möglich, ändert aber grundsätzlich nichts an den Anforderungen.

Welche Disziplin wird am häufigsten unterschätzt?

Der Schwimmnachweis — viele Polizeibewerber schwimmen selten und unterschätzen, dass auch ein Abzeichen geübt sein will. Zum Schwimmabzeichen Bronze, das etwa die Bundespolizei verlangt, gehören neben 15 Minuten Schwimmen auch Tieftauchen (ca. 2 m) und ein Sprung. Wer einmal pro Woche ins Schwimmbad geht, ist in 3 Monaten gut vorbereitet. Wer nicht regelmäßig schwimmt und kurz vor dem Test anfängt, hat ein ernstes Problem.

Wie fügt sich der Sporttest ins Auswahlverfahren ein?

Der Sporttest steht in aller Regel nicht isoliert, sondern ist ein Baustein neben schriftlichem Einstellungstest, Gesundheitsprüfung und Auswahlgespräch. Details zur Reihenfolge findest du im Überblick zum Auswahlverfahren der Polizei. In vielen Bundesländern gilt der Sporttest als „Bestehen/Nichtbestehen“-Kriterium ohne Punkteinfluss auf die Endnote — ein überdurchschnittliches Sportergebnis gleicht schwache schriftliche Leistungen also meist nicht aus. Neben dem Sporttest wird oft auch eine allgemeine Gesundheitsprüfung verlangt, bei der unter anderem Belastbarkeit, Mindestgröße und Sehvermögen kontrolliert werden. Einen laufend aktualisierten Überblick zu allen körperlichen Anforderungen findest du unter Fitnesstests Polizei.

Häufige Fragen zum Sporttest der Polizei

Ab wann sollte ich konkret mit dem Training beginnen?

Wer aktuell keinen Sport treibt, sollte mindestens 12–16 Wochen vor dem geplanten Testtermin mit dem Training beginnen. Wer bereits regelmäßig läuft oder Kraftsport betreibt, kann mit einem gezielten 8-Wochen-Plan wie oben beschrieben nacharbeiten. Entscheidend ist nicht nur das Startdatum, sondern die kontinuierliche Steigerung — sporadisches Training kurz vor dem Termin bringt kaum messbaren Fortschritt.

Fließt das Ergebnis des Sporttests in die Endnote ein?

Das hängt vom Bundesland ab. In vielen Verfahren ist der Sporttest ein reines Bestehen/Nichtbestehen-Kriterium ohne Einfluss auf die Rangfolge, in anderen fließen die Einzelwerte punktebasiert in das Gesamtergebnis ein. Verlässliche Angaben dazu liefert immer die Ausschreibung deines Bundeslandes bzw. die Übersicht zum Sporttest nach Bundesland.

Was ziehe ich am besten zum Sporttest an?

Übliche Sportbekleidung reicht: atmungsaktives Shirt, kurze oder lange Sporthose je nach Jahreszeit, eingelaufene Laufschuhe mit gutem Halt. Neue, ungetestete Schuhe solltest du am Testtag vermeiden.

Kann ich den Sporttest bei einer Verletzung verschieben?

Bei einer akuten Verletzung oder Erkrankung ist in der Regel eine Verschiebung auf einen späteren Termin möglich, meist gegen Vorlage eines ärztlichen Attests. Die genauen Regelungen und Fristen unterscheiden sich je nach Bundesland — sprich frühzeitig mit deinem Einstellungsamt, statt den Test angeschlagen zu absolvieren.

Gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern?

Ja. Sowohl die Anzahl der geprüften Disziplinen als auch die konkreten Mindestwerte unterscheiden sich spürbar zwischen den Bundesländern. Manche Länder testen gar nicht und verlangen stattdessen ein Sportabzeichen (NRW, Baden-Württemberg), andere setzen auf einen Parcours, den Cooper-Test oder Lauf- und Kraftübungen. Eine detaillierte Gegenüberstellung findest du im Bundesland-Vergleich.

Muss ich vor dem Sporttest ein ärztliches Attest vorlegen?

Viele Einstellungsämter verlangen vor der Teilnahme eine Bestätigung der Sporttauglichkeit oder setzen die vorherige Gesundheitsprüfung voraus. Ob ein separates Attest nötig ist, regelt die jeweilige Ausschreibung — im Zweifel lieber frühzeitig beim Einstellungsamt nachfragen als am Testtag überrascht zu werden.

Wie oft darf ich den Sporttest wiederholen?

Das regelt jede Polizei anders: Berlin lässt den Sporttest im selben Verfahren einmal an einem anderen Termin wiederholen, die Bundespolizei kennt für eine neue Bewerbung keine Sperrfrist, und in Niedersachsen ist eine erneute Bewerbung möglich. Frag direkt nach dem Test bei deiner Einstellungsbehörde nach, was für dich gilt.

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