Polizist in Schleswig-Holstein 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen

Polizist in Schleswig-Holstein 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen

Alles über den Polizeidienst in Schleswig-Holstein: Besoldung, Heilfürsorge, Einstellung und Karriere.

Auf einen Blick: A9 Einstieg (gD) in Schleswig-Holstein: ca. 3.336 € brutto | A11 (Einstiegsstufe 3): ca. 4.027 € brutto | Krankenversicherung: Heilfürsorge (1 % Anrechnung, Ablehnung binnen 6 Monaten möglich)

Schleswig-Holstein ist das nördlichste Bundesland — und das prägt den Polizeidienst: Küsten an Nord- und Ostsee, die Grenze zu Dänemark, Tourismus-Hotspots wie Sylt und viel ländlicher Raum. Das Einsatzspektrum reicht von der Wasserschutzpolizei bis zur Kriminalpolizei in Kiel oder Lübeck.

Diese Seite bündelt die wichtigsten Fakten für Bewerber und Beamte: die Besoldung nach dem schleswig-holsteinischen Besoldungsgesetz (SHBesG), der finanzielle Vorteil der freien Heilfürsorge, der Ablauf des Auswahlverfahrens und der Vergleich mit anderen Bundesländern. Deine persönliche Besoldungsgruppe und Stufe kannst du mit dem Polizei-Gehaltsrechner durchrechnen.

Besoldung: Was verdient ein Polizist in Schleswig-Holstein?

Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Besoldungsgruppen den typischen Dienstgraden zu — vom mittleren Dienst (mD) über den gehobenen Dienst (gD) bis zum höheren Dienst (hD). Sie dient als grobe Orientierung, welcher Dienstgrad zu welcher Gehaltsklasse gehört:

Besoldungsgruppe Dienstgrad Brutto Einstieg (Eingangsstufe)
A7 Polizeimeister (mD) 3.292,39 €
A9 Polizeikommissar (gD) 3.599,72 €
A11 Polizeihauptkommissar 4.322,21 €
A13 Kriminalrat (hD) 5.352,77 €

*Amtliche Werte der Tabelle ab 01.01.2026 (Landtagsbeschluss 18.09.2026, Verkündung ausstehend; Auszahlung mit Nachzahlung voraussichtlich ab November 2026 — bis dahin wird nach der Tabelle 11/2024 gezahlt). Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage) kommen hinzu.

So liest du die Tabelle: Verbindlich für die tatsächliche Auszahlung ist immer die Landesbesoldungstabelle nach dem SHBesG. Nach der vom Landtag am 18. September 2026 beschlossenen Tabelle (gültig ab 1. Januar 2026, Auszahlung samt Nachzahlung voraussichtlich ab November 2026) liegen die monatlichen Grundgehälter in der jeweiligen Einstiegsstufe bei 3.292,39 € in A7, 3.599,72 € in A9, 4.322,21 € in A11 und 5.352,77 € in A13 — jeweils brutto und ohne Zulagen. Bis zur Auszahlung wird noch nach der Tabelle vom 1. November 2024 gezahlt (A9: 3.335,77 €). Alle Gruppen und Stufen im Detail findest du in der Besoldungstabelle Polizei Schleswig-Holstein.

Eine Besonderheit des Stufenmodells: Die Erfahrungsstufen reichen in Schleswig-Holstein bis Stufe 12. Stufe 1 ist ab A7 unbesetzt, die Einstiegsstufe steigt mit der Besoldungsgruppe (A7–A10 ab Stufe 2, A11 ab Stufe 3, A12/A13 ab Stufe 4). In der Endstufe erreicht ein Polizeikommissar (A9) 4.400,13 € Grundgehalt, ein Polizeihauptkommissar (A11) 5.412,79 € und ein Beamter in A13 sogar 6.578,96 €.

Rechenbeispiel: Vom Einstieg bis zur Endstufe in A9

Eine Polizeikommissarin startet nach dem Studium in Besoldungsgruppe A9, Einstiegsstufe 2, mit 3.599,72 € brutto Grundgehalt pro Monat (Tabelle 2026). Erreicht sie im Laufe ihrer Dienstjahre die Endstufe 11, steigt das Grundgehalt auf 4.400,13 € brutto:

  • 4.400,13 € − 3.599,72 € = 800,41 € mehr pro Monat — ein Plus von ca. 22 % allein durch den Stufenaufstieg, ohne Beförderung
  • Aufs Jahr gerechnet: 800,41 € × 12 = 9.604,92 € mehr Grundgehalt
  • Kommt eine Beförderung hinzu, springt das Gehalt zusätzlich: Der Wechsel von A9 nach A10 bringt in Stufe 6 zum Beispiel 4.285,56 € statt 3.925,04 € — ein Sprung von 360,52 € pro Monat

Alle Werte sind Grundgehälter brutto nach der geltenden Tabelle. Zulagen wie die Polizeizulage oder Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienst kommen jeweils obendrauf.

Krankenversicherung in Schleswig-Holstein

✅ Heilfürsorge: Als Polizeivollzugsbeamter in Schleswig-Holstein hast du Anspruch auf Heilfürsorge (§ 112 LBG SH): Der Dienstherr übernimmt die Kosten der notwendigen Behandlung, eine private Krankenversicherung brauchst du im aktiven Dienst nicht. Dafür wird monatlich 1 % des Grundgehalts angerechnet – bei A9 in der Eingangsstufe derzeit 33,36 €, nach Auszahlung der neuen Tabelle 36,00 €. Innerhalb von sechs Monaten nach Einstellung, Versetzung nach Schleswig-Holstein oder Ernennung auf Probe kannst du die Heilfürsorge schriftlich ablehnen und erhältst dann Beihilfe; die Ablehnung ist nicht widerrufbar.

Praktisch heißt das: Während der aktiven Dienstzeit zahlst du keinen Beitrag für eine private Krankenversicherung, nur die Anrechnung von 1 % — anders als Kollegen in Beihilfe-Ländern, die eine private Restkostenversicherung selbst bezahlen. Wichtig ist der Blick nach vorn: Mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge in der Regel, dann gilt das Beihilfesystem. Viele Beamte sichern sich deshalb früh günstige Konditionen über eine Anwartschaftsversicherung.

Ob Heilfürsorge oder Beihilfe: Beim Zahnersatz bleibt in beiden Systemen ein spürbarer Eigenanteil — welche Lücke eine Zahnzusatzversicherung für Polizisten schließt und worauf es bei beihilfe- und heilfürsorgekonformen Tarifen ankommt, erklärt der eigene Ratgeber.

Besonderheiten des Polizeidienstes in Schleswig-Holstein

  • Heilfürsorge für Polizeibeamte
  • Nördlichstes Bundesland – Küstenschutz, dänische Grenze
  • Kooperation mit Bundespolizei und dänischer Polizei
  • Studium (gD) an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD)

Einstellung & Bewerbung

Bewerbung über die Polizei Schleswig-Holstein online. Einstellung mehrmals jährlich. Unterschätze vor allem den Sporttest nicht — Ausdauer und Koordination werden geprüft. Einen Überblick über typische Anforderungen und Übungen gibt der Ratgeber zum Sporttest bei der Polizei.

Einstellungsprozess in Schleswig-Holstein

Der Weg zum Polizeibeamten in Schleswig-Holstein folgt einem klar geregelten Ablauf:

Phase Inhalt Dauer ca.
Online-Bewerbung Formular + Lebenslauf + Zeugnisse 1–2 Wochen Bearbeitungszeit
Schriftlicher Eignungstest Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen, Logik 2–4 Stunden
Sporteignungstest Ausdauer, Kraft, Koordination 1–2 Stunden
Psychologischer Test Persönlichkeit, Belastbarkeit 1–2 Stunden
Medizinische Untersuchung Sehvermögen, Allgemeingesundheit 1 Tag

So liest du die Tabelle: Die Phasen bauen aufeinander auf — wer eine Stufe nicht besteht, scheidet in der Regel aus dem laufenden Verfahren aus, kann sich aber meist zum nächsten Termin erneut bewerben. Die Zeitangaben sind Richtwerte; vom Absenden der Bewerbung bis zur Zusage vergehen insgesamt oft mehrere Monate. Plane deshalb mit Vorlauf zum gewünschten Einstellungstermin.

Schleswig-Holstein bildet an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) aus. Das Bachelor-Studium Polizeivollzugsdienst dauert 3 Jahre. Einstellungen erfolgen regelmäßig — die Polizei SH ist eine der modernisiertesten in Deutschland.

Höchstalter in Schleswig-Holstein: 34 Jahre. Schleswig-Holstein liegt im Vergleich der norddeutschen Bundesländer im Mittelfeld bei Besoldung.

Was bleibt netto? Schleswig-Holstein im Vergleich

Das Brutto-Gehalt ist nur die halbe Wahrheit. Was ein Polizeikommissar in Schleswig-Holstein effektiv behält:

  • A9 Einstieg (Stufe 2) brutto in Schleswig-Holstein: 3.599,72 € Grundgehalt (Tabelle ab 01.01.2026, beschlossen am 18.09.2026; bis zur Auszahlung im November 2026 noch 3.335,77 €)
  • Netto: Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung — der Abstand zwischen Brutto und Netto ist deshalb deutlich kleiner als bei Angestellten. Wie viel genau bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Zulagen ab.
  • Krankenversicherung: Als Polizeivollzugsbeamter in Schleswig-Holstein hast du Heilfürsorge: Der Dienstherr übernimmt die Kosten der notwendigen Behandlung gegen eine Anrechnung von 1 % des Grundgehalts; einen Beitrag für eine private Krankenversicherung zahlst du im aktiven Dienst nicht – anders als in Beihilfe-Ländern wie Hessen.

Im Bundesländer-Ranking liegt Schleswig-Holstein bei der Besoldung auf Platz 8-10. Hamburg zahlt im direkten Vergleich spürbar mehr — für Pendler aus dem Umland ein Abwägungspunkt. Neben dem Grundgehalt spielen Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage, Gefahrenzulage) eine wichtige Rolle — diese können 200–400 € monatlich ausmachen.

Praktische Aspekte des Polizeialltags in Schleswig-Holstein

Gibt es besondere Herausforderungen im Polizeidienst in Schleswig-Holstein?

SH hat als nördlichstes Bundesland Besonderheiten: Grenzschutz zu Dänemark, Küstenstreifen (Nordsee, Ostsee), und Tourismussicherheit in der Hochsaison. Wer maritime und ländliche Einsätze schätzt, findet in SH ein attraktives Umfeld. Die Pendelentfernung zu Hamburg für Wohnzwecke ist für viele attraktiv.

Wie entwickelt sich die Besoldung in SH in den nächsten Jahren?

Die aktuell gezahlte Besoldungstabelle gilt seit dem 1. November 2024. Der Landtag hat am 18. September 2026 das Anpassungsgesetz beschlossen: +3,2 % rückwirkend zum 1. Januar 2025 (mit Mindestbetrag), +4,0 % zum 1. Januar 2026 und +3,8 % zum 1. Januar 2027. Verkündet ist es noch nicht; die Auszahlung samt Nachzahlung ist für die November-Bezüge 2026 vorgesehen. Damit nähert sich SH dem Niveau der anderen norddeutschen Länder an.

Häufige Fragen zum Polizeidienst in Schleswig-Holstein

Hat Schleswig-Holstein Heilfürsorge für Polizeibeamte?

Ja — Schleswig-Holstein gewährt Polizeivollzugsbeamten Heilfürsorge (§ 112 LBG SH): Der Dienstherr übernimmt die Kosten der notwendigen Behandlung, dafür wird monatlich 1 % des Grundgehalts angerechnet. Innerhalb von sechs Monaten nach Einstellung, Versetzung oder Ernennung auf Probe kann man sie unwiderruflich zugunsten der Beihilfe ablehnen.

Was verdient ein Polizeikommissar in Schleswig-Holstein?

Ein Polizeikommissar (A9) startet nach der vom Landtag am 18.09.2026 beschlossenen Tabelle (gültig ab 01.01.2026, Auszahlung voraussichtlich ab November 2026) mit 3.599,72 € brutto Grundgehalt in der Einstiegsstufe 2; bis dahin werden 3.335,77 € nach der Tabelle 11/2024 gezahlt. In der Endstufe 11 sind es 4.400,13 € brutto. Zulagen wie die Polizeizulage und Schichtzulagen kommen jeweils hinzu.

Wie viele Erfahrungsstufen hat die Besoldung in Schleswig-Holstein?

Das Stufenmodell in Schleswig-Holstein reicht bis Stufe 12. Stufe 1 ist ab A7 unbesetzt, und die Einstiegsstufe steigt mit der Besoldungsgruppe: A7 bis A10 beginnen in Stufe 2, A11 in Stufe 3, A12 und A13 in Stufe 4. Der Stufenaufstieg erfolgt anfangs alle zwei, später alle drei beziehungsweise vier Jahre.

Wie ist die Bewerbungssituation in Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern?

Schleswig-Holstein ist weniger stark beworben als NRW oder Bayern, was die Chancen für Bewerber erhöht. Die Anforderungen sind vergleichbar: Sporttest, schriftlicher Test, psychologischer Test und medizinische Untersuchung. Wer in Norddeutschland bleiben möchte, sollte SH und Hamburg parallel bewerben.

Kann ich mich gleichzeitig in mehreren Bundesländern bewerben?

Ja — und das ist sinnvoll, besonders wenn du im Grenzgebiet lebst. Die Einstellungsverfahren sind voneinander unabhängig. Bedenke dabei: unterschiedliche Besoldungsgesetze, Krankenversicherungssysteme (Heilfürsorge vs. Beihilfe) und Höchstaltersgrenzen. Schleswig-Holstein und Nachbarländer im Vergleich aufstellen, bevor du dich entscheidest.

Bis zu welchem Alter kann ich mich in Schleswig-Holstein bewerben?

Das Höchstalter für die Einstellung in den Polizeidienst in Schleswig-Holstein liegt bei 34 Jahren. Wer nahe an dieser Grenze ist, sollte die Bewerbung nicht aufschieben und die Fristen der Einstellungstermine im Blick behalten.

Wie lange dauert die Ausbildung bei der Polizei Schleswig-Holstein?

Für den gehobenen Dienst absolvierst du ein dreijähriges Bachelor-Studium Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD). Bereits während des Studiums bist du Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge.

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