PKV & Heilfürsorge Polizei 2026: Was gilt für Polizeibeamte?

PKV & Heilfürsorge für Polizisten 2026: Was gilt für Polizeibeamte?

Heilfürsorge oder private Krankenversicherung? Wir erklären die Unterschiede, wann ein Wechsel sinnvoll ist und was Polizeibeamte bei der Krankenversicherung beachten müssen.

Das Wichtigste: In 13 von 16 Bundesländern haben Polizisten im Vollzugsdienst Anspruch auf Heilfürsorge – das bedeutet: kostenfreie medizinische Versorgung durch den Dienstherren, ohne eigene Beiträge. In Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz gilt stattdessen das Beihilfesystem.

Heilfürsorge: Was ist das und wer hat Anspruch?

Die Heilfürsorge ist ein besonderes Versorgungssystem des Dienstherrn für Polizeibeamte im Vollzugsdienst. Der Staat übernimmt die Kosten für Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausbehandlungen – vollständig und ohne Eigenanteil des Beamten. Ein eigener Beitrag zur Krankenversicherung ist für Heilfürsorgeberechtigte nicht erforderlich.

Anspruch auf Heilfürsorge haben in der Regel Polizeibeamte im Vollzugsdienst in folgenden Bundesländern:

  • Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen, NRW, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein, Thüringen
  • sowie Bundespolizei und BKA (Bundesebene)

Beihilfe + PKV: Das System in Bayern, Hessen & Rheinland-Pfalz

In Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz gilt für Polizisten nicht die Heilfürsorge, sondern das Beihilfesystem – wie für andere Beamte auch. Der Dienstherr übernimmt 50–70 % der Krankenkosten (Beihilfe), den Rest muss der Beamte durch eine private Krankenversicherung (PKV) absichern.

Beihilfesatz Polizei:

  • Ledige Beamte: 50 % Beihilfe → 50 % PKV
  • Verheiratete mit Kindern (ab 2 Kinder): 70 % Beihilfe → 30 % PKV

Die PKV deckt den verbleibenden Anteil ab – und das zu deutlich günstigeren Konditionen als für Privatpersonen.

Heilfürsorge vs. Beihilfe + PKV: Ein Vergleich

Merkmal Heilfürsorge Beihilfe + PKV
Eigenbeitrag Keiner PKV-Beitrag (ca. 150–300 €/Monat)
Leistungsumfang Festgelegt durch Dienstherr Individuell wählbar
Freie Arztwahl Eingeschränkt möglich Ja, inkl. Privatärzte
Familienabsicherung Zusätzliche PKV nötig PKV deckt Rest
Im Ruhestand Endet, dann Beihilfe Weiter gültig

Was passiert im Ruhestand? PKV-Wechsel nach der Pensionierung

Wichtig: Wer im aktiven Dienst Heilfürsorge hatte, verliert diesen Anspruch mit der Pensionierung. Im Ruhestand gilt dann das Beihilfesystem (meist 70 % Beihilfe für Pensionäre). Die restlichen 30 % müssen privat abgesichert sein – entweder durch früh abgeschlossene PKV oder durch einen PKV-Abschluss vor der Pensionierung.

💡 Tipp: Ein frühzeitiger Abschluss einer PKV (auch als Ergänzung zur Heilfürsorge) sichert günstige Beiträge für den Ruhestand. Je früher man abschließt, desto niedriger der Beitrag – und desto besser die Gesundheitsprüfung.

Zusätzliche Absicherung: Was viele Polizisten übersehen

Auch mit Heilfürsorge gibt es Lücken: Die Familie (Ehepartner, Kinder ohne eigenes Einkommen) ist nicht automatisch mitversichert. Für Angehörige brauchen Heilfürsorgeberechtigte eine gesetzliche Krankenversicherung oder eine günstige PKV als zusätzliche Absicherung.

Häufige Fragen zur PKV für Polizisten

Müssen Polizisten in die gesetzliche Krankenversicherung?

Nein. Verbeamtete Polizisten können in der Regel nicht in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aufgenommen werden – außer auf freiwilliger Basis. In der Praxis ist das aufgrund der fehlenden Arbeitgeberbeiträge finanziell unattraktiv.

Was zahlt der Dienstherr bei der PKV?

Im Beihilfesystem übernimmt der Dienstherr 50–70 % der Krankheitskosten als Beihilfe. Bei der Heilfürsorge trägt er die Kosten vollständig. Einen direkten Beitrag zur PKV zahlt der Dienstherr nicht.

Welche PKV empfiehlt sich für Polizeibeamte?

Für Beihilfeberechtigte eignen sich spezielle Beihilfe-Ergänzungstarife, die genau den Eigenanteil abdecken. Wichtige Kriterien: Beitragsstabilität, Leistungen im Alter, Zahnersatz und Chefarztbehandlung.

Weiterführende Informationen

Gehalt & Besoldung Polizei | Pension & Versorgung | Dienstunfähigkeit Polizei | Verbeamtung & Voraussetzungen

PKV für Polizisten: Häufige Fragen

Wann lohnt sich der Wechsel in die PKV?

Polizeibeamte sind beihilfeberechtigt – der Staat übernimmt 50-80 % der Krankheitskosten. Die PKV deckt dann den verbleibenden Beihilfeergänzungsbetrag ab. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlen unverheiratete Polizisten ohne Kinder in der Regel deutlich geringere Beiträge in der PKV, da keine Familienversicherung und kein einkommensabhängiger Beitrag.

Was ist der Unterschied zwischen Beihilfe und Heilfürsorge?

Beihilfe Heilfürsorge (einige Bundesländer)
Wer zahlt? Antrag beim Dienstherren, Erstattung im Nachhinein Freie Heilfürsorge: direkte Kostenübernahme ohne Antrag
Eigenbeteiligung PKV übernimmt den Restbetrag Keine Eigenbeteiligung für Grundversorgung
Bundesländer Alle Länder für die meisten Beamten Bayern, BW, NRW im Vollzugsdienst
PKV nötig? Ja, für den Restbetrag Nein (optional: Privatpatient-Upgrade)

Gibt es Wartezeiten beim PKV-Einstieg?

Nein – als Beamter auf Probe oder Widerruf bist du sofort PKV-fähig. Wichtig: Beim Berufseinstieg einsteigen, solange keine Vorerkrankungen bestehen – das spart langfristig Beiträge und Risikozuschläge. Nach einer bestehenden GKV-Mitgliedschaft kann es Risikoprüfungen geben.

Polizisten in Bayern und Baden-Württemberg im Vollzugsdienst haben Anspruch auf freie Heilfürsorge – hier ist eine PKV optional, aber für Wahlleistungen (Chefarzt, Einbettzimmer) sinnvoll.

PKV oder Heilfürsorge: Unverbindlich informieren lassen

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