
Polizist Gehalt 2026: Was verdient die Polizei?
Besoldungsgruppen A7–A16, Zulagen und Netto-Gehalt — plus Vergleich nach Bundesland.
Das Gehalt eines Polizisten setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: dem Grundgehalt nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe, der Polizeizulage, eventuellen Schicht- und Nachtzulagen sowie dem Familienzuschlag. Anders als in der freien Wirtschaft wird dabei nichts verhandelt: Die Höhe steht in der Besoldungstabelle des jeweiligen Dienstherrn und ist damit auf den Euro genau planbar. Wer neu in den Polizeidienst eintritt, beginnt in der Eingangsstufe seiner Besoldungsgruppe und steigt anschließend automatisch in festen Rhythmen auf. Zur Einordnung: Nach der aktuellen Bundesbesoldung (Stand Mai 2026) startet ein Polizeikommissar (A9) mit rund 3.552 Euro brutto im Monat, ein Polizeihauptkommissar (A11) erreicht in der Endstufe rund 5.612 Euro — Zulagen noch nicht eingerechnet.
Ob du beim Bund oder in einem der 16 Länder Dienst tust, macht einen spürbaren Unterschied: Jeder Dienstherr hat eigene Tabellen, eigene Anpassungstermine und teils eigene Stufenmodelle. Auf dieser Seite findest du die Grundgehälter im Überblick, die wichtigsten Zulagen, eine Netto-Beispielrechnung und die Bezüge während der Ausbildung — plus Antworten auf häufige Fragen.
Polizei Grundgehalt 2026 nach Besoldungsgruppe
Die Bundesbesoldung gibt einen bundesweiten Orientierungsrahmen vor; die Länder besolden nach eigenem Recht und weichen davon um einige Prozent ab. Die folgende Übersicht zeigt die amtlichen Grundgehälter des Bundes (Stand Mai 2026) je Besoldungsgruppe mit typischen Dienstgraden — vom Polizeimeister (A7) im mittleren Dienst bis zum Leitenden Polizeidirektor (A16) im höheren Dienst.
| Besoldungsgruppe | Dienstgrad (Beispiel) | Grundgehalt Stufe 1 (Bund) | Grundgehalt Stufe 8 (Bund) |
|---|---|---|---|
| A7 | Polizeimeister (PM) | 3.138,37 € | 3.900,87 € |
| A8 | Polizeiobermeister (POM) | 3.307,17 € | 4.216,64 € |
| A9 | Polizeihauptmeister / Polizeikommissar | 3.551,63 € | 4.535,33 € |
| A10 | Polizeioberkommissar (POK) | 3.785,90 € | 5.055,47 € |
| A11 | Polizeihauptkommissar (PHK) | 4.295,50 € | 5.611,55 € |
| A12 | Kriminalhauptkommissar (KHK) | 4.589,29 € | 6.157,12 € |
| A13 | Polizeirat / Erster PHK | 5.343,23 € | 6.806,11 € |
| A14 | Polizeioberrat | 5.488,61 € | 7.383,21 € |
| A15 | Polizeidirektor | 6.659,23 € | 8.308,00 € |
| A16 | Leitender Polizeidirektor | 7.323,25 € | 9.229,88 € |
So liest du die Tabelle: Jede Zeile steht für eine Besoldungsgruppe, also ein Amt mit zugehörigem Dienstgrad. „Stufe 1“ zeigt das Grundgehalt beim Einstieg in die Gruppe, „Stufe 8“ den Wert nach vielen Dienstjahren. Praktisch heißt das: Zwischen Einstieg und Endstufe liegen je nach Gruppe zwischen rund 760 Euro (A7) und gut 1.900 Euro (A16), die allein durch Dienstzeit erreicht werden — ganz ohne Beförderung.
Wichtig für die Einordnung: Die Tabelle zeigt die amtlichen Werte der Bundesbesoldung, Stand Mai 2026. Weitere Details und alle Erfahrungsstufen für den Bund findest du in der Besoldungstabelle Bundespolizei. Außerdem nutzt nicht jedes Land das 8-Stufen-Modell des Bundes: Bayern führt die Stufen 2 bis 11, Baden-Württemberg geht bis Stufe 10, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sogar bis Stufe 12. Die Endstufe eines Landes kann daher über dem hier gezeigten Stufe-8-Wert liegen.
Polizeizulage und weitere Zulagen
Über das Grundgehalt hinaus erhalten Polizisten verschiedene Zulagen, die das Gesamtgehalt spürbar erhöhen. Die wichtigste ist die Polizeizulage — beim Bund beträgt sie 95 Euro nach einem und 228 Euro nach zwei Dienstjahren, die Länder zahlen eigene Sätze (Bayern etwa bis 186,27 Euro monatlich); für Vollzugsbeamte ist sie obligatorisch, alle Details dazu im Ratgeber Polizeizulage. Hinzu kommen Schicht- und Nachtdienstzulagen, wenn man im Wechselschichtdienst eingesetzt ist. Wer regelmäßig nachts oder an Wochenenden und Feiertagen Dienst schiebt, kann dadurch monatlich 150–300 Euro zusätzlich verdienen. Mehr dazu auf der Seite Schichtzulage Polizei.
Verheiratete Beamte und Beamte mit Kindern erhalten außerdem einen Familienzuschlag. Für einen Beamten in Steuerklasse III mit zwei Kindern summiert sich dieser auf rund 400–600 Euro monatlich zusätzlich — abhängig vom Bundesland. Für die Gehaltsplanung heißt das: Das Grundgehalt aus der Tabelle ist nur die Basis. Gerade im Wechselschichtdienst machen Zulagen oft den Unterschied von mehreren hundert Euro im Monat aus.
Netto-Gehalt: Was bleibt wirklich übrig?
Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung — das erhöht das Nettogehalt spürbar im Vergleich zu Angestellten mit gleichem Brutto. Dafür organisieren Polizisten ihre Krankenversicherung selbst: Je nach Bundesland erhalten Polizeivollzugsbeamte freie Heilfürsorge oder Beihilfe plus private Krankenversicherung — welche Länder was gewähren, zeigt der Ratgeber Freie Heilfürsorge Polizei. Wie sich das konkret rechnet, zeigt das folgende Beispiel.
Rechenbeispiel: Polizeikommissar (A9) netto
Angenommen wird ein lediger Polizeikommissar (A9, Stufe 4) in Bayern, Steuerklasse I, ohne Kinder, ohne Kirchensteuer, privat krankenversichert mit 50 Prozent Beihilfe — denn in Bayern erhalten aktive Polizeivollzugsbeamte Beihilfe plus private Restkostenversicherung, keine dauerhafte freie Heilfürsorge (nur Anwärter haben während der Ausbildung freie Heilfürsorge). Der Rechenweg: 3.535,90 Euro Grundgehalt (amtliche bayerische Tabelle, Stand Februar 2025) plus 186,27 Euro Polizeizulage (Satz ab dem zweiten Dienstjahr) ergeben 3.722,17 Euro brutto. Davon geht im Modell nach dem amtlichen Lohnsteuer-Programmablaufplan 2026 nur die Lohnsteuer von ca. 690 Euro ab — Solidaritätszuschlag fällt unterhalb der Freigrenze nicht an, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen Beamte nicht. Es bleiben ca. 3.030 Euro netto (Modellrechnung, gerundet); der PKV-Beitrag von z. B. ca. 280 Euro ist darin noch nicht abgezogen:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Grundgehalt A9 Stufe 4 (Bayern, Stand Februar 2025) | + 3.535,90 € |
| Polizeizulage Bayern (ab 2. Dienstjahr) | + 186,27 € |
| Brutto gesamt | = 3.722,17 € |
| Lohnsteuer (StKl I, keine Kinder, PAP 2026) | − ca. 690 € |
| Soli / Renten- / Arbeitslosenversicherung | − 0 € |
| Netto ca. (Modellrechnung, vor PKV-Beitrag) | ≈ 3.030 € |
Mit Schichtzulage (angenommen 180 €) und Familienzuschlag für ein Kind (ca. 145 €) käme derselbe Beamte auf gut 4.045 Euro brutto und im selben Modell auf rund 3.250 Euro netto vor PKV-Beitrag. Das ist deutlich mehr, als ein vergleichbarer Angestellter nach Abzug aller Sozialversicherungsbeiträge übrigbehält.
Grundgehalt und Polizeizulage entsprechen den amtlichen Werten der bayerischen Besoldungstabelle (Stand Februar 2025); Lohnsteuer und Netto sind gerundete ca.-Werte der Modellrechnung. Individuelle Faktoren wie Kirchensteuer, Kinder oder der konkrete PKV-Tarif verschieben das Ergebnis — der Rechenweg bleibt derselbe.
Gehalt während der Ausbildung
Auch Polizeianwärter werden bereits während der Ausbildung besoldet — kein Vergleich zu einem unbezahlten Praktikum. Polizeianwärter im mittleren Dienst erhalten ca. 1.350–1.500 Euro brutto monatlich, Kommissaranwärter im gehobenen Dienst ca. 1.450–1.650 Euro — je nach Bundesland. Die Anwärterbezüge sind bereits echte Besoldung, inklusive möglicher Zuschläge wie dem Familienzuschlag. Wie die Ausbildung abläuft und welche Laufbahn zu dir passt, liest du im Überblick zur Polizeiausbildung.
Häufige Fragen zum Polizistengehalt
Wie viel verdient ein Polizist im Monat?
Das hängt von Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Dienstherrn ab. Nach der aktuellen Bundesbesoldung (Stand Mai 2026) startet ein Polizeimeister (A7) mit rund 3.138 Euro brutto, ein Polizeikommissar (A9) mit rund 3.552 Euro. Hinzu kommen Polizeizulage, gegebenenfalls Schichtzulagen und Familienzuschlag. Landesbeamte werden nach den Tabellen ihres Bundeslandes bezahlt, die davon abweichen können.
Verdienen Bundespolizisten mehr als Landespolizisten?
Bund und Länder besolden nach eigenem Recht: Die Bundespolizei zahlt nach dem Bundesbesoldungsgesetz mit acht Erfahrungsstufen, die Länder nach eigenen Tabellen mit teils abweichenden Stufenmodellen. Nach den aktuell gültigen Tabellen liegen die meisten Länder etwas unter der Bundesbesoldung — auch, weil sie ihre Besoldungsanpassungen zu unterschiedlichen Terminen umsetzen. Ein pauschales Mehr oder Weniger gibt es nicht; vergleiche am besten die konkreten Besoldungstabellen deines Wunsch-Dienstherrn.
Steigt das Gehalt bei der Polizei automatisch?
Ja. Innerhalb jeder Besoldungsgruppe gibt es Erfahrungsstufen, die in festen Rhythmen von zwei, drei oder vier Jahren durchlaufen werden. Beim Bund sind es acht Stufen; die Länder nutzen teils andere Modelle — Bayern etwa die Stufen 2 bis 11, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bis Stufe 12. Beförderungen in eine höhere Besoldungsgruppe sind dagegen leistungsabhängig und setzen freie Planstellen voraus.
Gibt es Weihnachts- oder Urlaubsgeld bei der Polizei?
Beamte erhalten je nach Bundesland eine jährliche Sonderzahlung — früher Weihnachtsgeld genannt, heute meist Sonderzuwendung. Sie liegt verbreitet zwischen 40 und 80 Prozent eines Monatsgehalts; in Bayern beträgt sie beispielsweise rund 67 Prozent des Dezember-Grundgehalts. Ein separates Urlaubsgeld ist heute die Ausnahme.
Was verdient ein Polizeianwärter während der Ausbildung?
Polizeianwärter erhalten vom ersten Tag an Anwärterbezüge: im mittleren Dienst ca. 1.350 bis 1.500 Euro brutto monatlich, im gehobenen Dienst (Kommissaranwärter) ca. 1.450 bis 1.650 Euro — je nach Bundesland. Hinzu kommen gegebenenfalls Zulagen und der Familienzuschlag.
Was bleibt netto vom Polizistengehalt übrig?
Mehr als bei Angestellten mit gleichem Brutto, denn Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. In unserer Modellrechnung (Bayern, A9 Stufe 4, Steuerklasse I) bleiben einem ledigen Polizeikommissar von ca. 3.722 Euro brutto nach Lohnsteuer rund 3.030 Euro netto — davon geht noch der PKV-Beitrag ab. Mit Schichtzulage und Familienzuschlag steigt das Netto weiter.
Wie viel bleibt dir konkret übrig?
Wir rechnen dir auf Wunsch durch, welche PKV zu deiner Besoldungsgruppe und deinem Bundesland passt und wie sich das auf dein Netto auswirkt.
