Polizei Studium 2026: Bachelor an der Polizeihochschule

Polizei Studium 2026: Bachelor an der Polizeihochschule

Das duale Studium für den gehobenen Polizeidienst — Inhalte, Dauer, Gehalt und Karrierechancen.

Was ist das Polizei Studium?

Das Studium bei der Polizei ist ein duales Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (oder Hochschule der Polizei des jeweiligen Bundeslandes). Es dauert 3 Jahre und endet mit dem Bachelor of Arts (B.A.) — Polizei oder einem gleichwertigen Abschluss.

Als Student bist du gleichzeitig Polizeikommissar-Anwärter — verbeamtet auf Widerruf, mit Bezügen während des gesamten Studiums. Anders als bei einem klassischen Hochschulstudium studierst du nicht auf eigenes Risiko: Du bist von Tag eins an Teil der Behörde, absolvierst Praktika in echten Dienststellen und wirst nach erfolgreichem Abschluss in aller Regel in den gehobenen Polizeidienst übernommen. Diese Kombination aus Theorie und Praxiseinsatz unterscheidet das Polizeistudium deutlich von einem regulären Verwaltungsstudium. Die Zulassung setzt in aller Regel Abitur oder Fachabitur voraus; die genaue Studienorganisation — Standorte, Modulnamen, Prüfungsordnung — fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus, auch wenn die Grundstruktur bundesweit vergleichbar ist.

Studienstruktur im Überblick

Abschnitt Inhalt Anteil Theorie/Praxis
Grundstudium (Sem. 1–3) Strafrecht, Polizeirecht, Polizeiwissenschaft, Sport 70/30
Praxisstudium (Sem. 4–5) Einsatz in Dienststellen: Streife, Kriminalpolizei, Verkehr 20/80
Hauptstudium (Sem. 6–7) Vertiefung, Spezialisierung, Bachelorarbeit 60/40

So liest du die Tabelle: Die drei Abschnitte bauen aufeinander auf. Im Grundstudium lernst du überwiegend im Hörsaal die rechtlichen und wissenschaftlichen Grundlagen — der Praxisanteil besteht hier meist aus Sport und Einsatztraining. Im Praxisstudium dreht sich das Verhältnis um: Du bist überwiegend auf einer echten Dienststelle eingesetzt, begleitest Streifenfahrten und lernst Kripo- sowie Verkehrsdienst kennen. Im Hauptstudium kehrt der Fokus zurück Richtung Hochschule: Du vertiefst dich in ein Spezialgebiet und schreibst deine Bachelorarbeit. Die genaue Bezeichnung der Abschnitte kann je nach Landeshochschule leicht abweichen, das Grundprinzip Theorie-Praxis-Wechsel ist aber überall gleich.

Studieninhalte im Detail

Rechtswissenschaften (größter Block):

  • Strafrecht und Strafprozessrecht
  • Polizeirecht (Eingriffsbefugnisse)
  • Ordnungswidrigkeitenrecht
  • Verfassungsrecht und Grundrechte

Polizeiwissenschaften:

  • Kriminalistik und Kriminologie
  • Führungs- und Einsatzlehre
  • Verkehrswesen
  • Schutzpolizeilicher Einsatz

Sozialwissenschaften:

  • Psychologie (Vernehmung, Opferschutz)
  • Kommunikation und Konfliktmanagement
  • Interkulturelle Kompetenz

Diese drei Säulen ziehen sich in unterschiedlicher Gewichtung durch alle Semester. Der Rechtsblock ist am umfangreichsten, weil jede polizeiliche Maßnahme auf einer konkreten Rechtsgrundlage stehen muss. Die Polizeiwissenschaften liefern das Handwerkszeug für Ermittlung und Einsatz, die Sozialwissenschaften bereiten auf den Umgang mit Menschen in Ausnahmesituationen vor.

Studiengehalt: Was verdienst du als Polizeistudent?

Jahr Anwärterbezüge (brutto ca.) Hinweis
1. Jahr (Grundstudium) 1.300–1.500 € Bundesland-abhängig
2. Jahr (Praxis) 1.400–1.600 € Praxiszulage möglich
3. Jahr (Hauptstudium) 1.450–1.650 € Inkl. Anwärterzuschlag

So liest du die Tabelle: Die Anwärterbezüge steigen mit jedem Studienjahr leicht an — im Praxisjahr kann zusätzlich eine Praxiszulage hinzukommen, im dritten Jahr ein Anwärterzuschlag. Die Spannen ergeben sich daraus, dass jedes Bundesland die Anwärterbezüge eigenständig festlegt; Familienzuschläge oder regionale Besonderheiten können den Betrag zusätzlich beeinflussen. Die Werte sind brutto, also vor Abzügen für Steuern und Sozialversicherung.

Rechenbeispiel: Was bleibt über die gesamte Studienzeit?

Nimmst du jeweils den Mittelwert der Spanne pro Jahr aus der Tabelle oben, ergibt das im 1. Jahr ca. 1.400 € brutto monatlich ((1.300 € + 1.500 €) / 2), im 2. Jahr ca. 1.500 € ((1.400 € + 1.600 €) / 2) und im 3. Jahr ca. 1.550 € ((1.450 € + 1.650 €) / 2). Hochgerechnet auf je 12 Monate ergibt das ca. 16.800 € im 1., ca. 18.000 € im 2. und ca. 18.600 € im 3. Jahr — zusammen also ca. 53.400 € Brutto-Anwärterbezüge über die gesamte Studienzeit, ohne Zulagen, Steuern und Sonderzahlungen. Das ist eine grobe Orientierung, keine verbindliche Berechnung. Die genaue Besoldung nach Bundesland findest du in den Gehaltsübersichten nach Bundesland.

💡 Kein Studienkredit nötig: Im Gegensatz zu anderen Studiengängen bekommst du während des gesamten Polizei-Studiums Gehalt. Studiengebühren fallen keine an.

Abschluss und Karriere

Nach dem Bachelor startest du als Polizeikommissar (A9). Der typische Karriereweg im gehobenen Dienst:

  • Polizeikommissar (POK) → A9/A10
  • Polizeihauptkommissar (PHK) → A11
  • Erster Polizeihauptkommissar → A12
  • Polizeirat (Aufstieg hD möglich) → A13+

Der Bachelor-Abschluss ist damit nicht das Ende, sondern der Startpunkt einer längeren Laufbahn: Je nach Eignung, Beurteilung und freien Stellen kannst du dich über Jahre hinweg von A9 bis in Richtung A12/A13 hocharbeiten. Wie der Weg zum Polizeikommissar nach dem Studium im Detail abläuft oder welche Stationen die Polizei-Laufbahn insgesamt bietet, ist auf den entsprechenden Ratgeberseiten vertieft.

Polizei Studium vs. Ausbildung — Was passt zu dir?

Kriterium Ausbildung (mD) Studium (gD)
Qualifikation Hauptschulabschluss / MSA Abitur / Fachabitur
Dauer 2–2,5 Jahre 3 Jahre
Einstiegsgehalt A7 (ca. 2.890–3.225 €) A9 (ca. 3.185–3.555 €)
Karrierechancen A7–A9 (mit Aufstieg bis A13) A9–A16
Studium parallel möglich Nein Bereits integriert

So liest du die Tabelle: Die Ausbildung (mittlerer Dienst) ist der schnellere Weg mit niedrigeren formalen Hürden, das Studium (gehobener Dienst) verlangt Abitur, dauert etwas länger und eröffnet dafür ein höheres Einstiegsgehalt sowie ein breiteres Karrierefenster. Wer im mittleren Dienst startet, ist nicht automatisch limitiert: Der Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst ist über interne Auswahlverfahren möglich.

Studium vs. Ausbildung: Welcher Weg ist der richtige?

Aspekt Bachelor PD (Studium) Ausbildung mD (mittlerer Dienst)
Dauer 3 Jahre 2,5 Jahre
Abschluss Bachelor of Arts/Laws Polizeibeamter (mD)
Einstiegsgehalt A9 (ca. 3.185–3.555 € brutto) A7 (ca. 2.890–3.225 € brutto)
Karrierepfad PK → POK → PHK → PR PM → OPM → HPM → Aufstieg gD mögl.
Voraussetzung Abitur oder Fachabitur Mindestens Fachoberschulreife

So liest du die Tabelle: Diese zweite Vergleichstabelle bestätigt aus einem anderen Blickwinkel dasselbe Bild: Abschluss, Karrierepfad-Abkürzungen (PK, POK, PHK, PR bzw. PM, OPM, HPM) und Voraussetzungen unterscheiden sich, das grundsätzliche Verhältnis zwischen mittlerem und gehobenem Dienst bleibt aber gleich. Für die Entscheidung lohnt sich ein Blick auf die Polizeiausbildung im mittleren Dienst. Wer schneller in den Berufsalltag starten möchte, ist mit der Ausbildung gut bedient; wer Abitur mitbringt und höhere Aufstiegschancen anstrebt, sollte das Studium in Betracht ziehen.

Häufige Fragen zum Polizei-Studium

Bekomme ich während des Studiums Gehalt?

Ja — du wirst als Beamter auf Widerruf eingestellt und erhältst Anwärterbezüge: ca. 1.200–1.500 € netto je nach Bundesland. Das ist weniger als das spätere volle Gehalt, aber deutlich mehr als bei den meisten zivilen Bachelor-Studierenden, die keinen Lohn erhalten. Das Studium ist quasi eine bezahlte Ausbildung.

Kann ich nach dem Polizei-Bachelor auch einen anderen Beruf ausüben?

Grundsätzlich ja — ein Bachelor of Arts oder Laws ist ein akademischer Abschluss, der auch außerhalb der Polizei anerkannt wird. In der Praxis ist die Ausrichtung des PD-Bachelor so polizeilich geprägt, dass ein Wechsel in zivile Berufe Zusatzqualifikationen erfordern kann. Manche wechseln zum BKA, Verfassungsschutz oder zur Justiz.

Welche Voraussetzungen brauche ich für das Polizei-Studium?

Grundvoraussetzung ist in der Regel Abitur oder Fachabitur, dazu kommen die üblichen Einstellungskriterien wie gesundheitliche Eignung, Mindestgröße und ein bestandenes Auswahlverfahren. Die genauen Details variieren je nach Bundesland.

Was passiert, wenn ich das Studium nicht bestehe?

Bestehst du einzelne Module oder die Bachelorarbeit nicht, gibt es in aller Regel eine Wiederholungsmöglichkeit. Scheiterst du auch im zweiten Versuch endgültig, endet in der Regel das Beamtenverhältnis auf Widerruf, da der erfolgreiche Abschluss Voraussetzung für die Übernahme in den gehobenen Dienst ist.

Kann ich mich später noch zwischen mittlerem und gehobenem Dienst umentscheiden?

Ein direkter Wechsel während des laufenden Studiums ist unüblich, da beide Laufbahnen getrennte Auswahlverfahren haben. Wer bereits im mittleren Dienst arbeitet, kann sich aber über den regulären Aufstieg für den gehobenen Dienst qualifizieren.

Muss ich für das Studium umziehen?

Das hängt vom Bundesland und dem Standort der jeweiligen Landeshochschule der Polizei ab. Viele Bundesländer haben nur einen oder wenige Studienstandorte, sodass Umzug oder Pendeln für einen Teil der Studierenden dazugehört.

Muss ich mich als Polizeistudent schon um Versicherungen kümmern?

Ja — als Beamter auf Widerruf bist du je nach Bundesland beihilfeberechtigt oder erhältst freie Heilfürsorge; beides unterscheidet sich von einer gesetzlichen Krankenversicherung. Da diese Regelungen je nach Bundesland variieren, solltest du dich frühzeitig informieren, welche Absicherung für dich als Anwärter gilt.

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