Krankenversicherung für Polizisten 2026: PKV + Beihilfe

Krankenversicherung für Polizisten: PKV oder GKV?

Als Polizeibeamter hast du die Wahl — aber Beihilfe + PKV ist fast immer die günstigere und bessere Option.

Die Krankenversicherung ist für Polizisten eine der wichtigsten finanziellen Weichenstellungen der gesamten Laufbahn — und sie funktioniert anders als bei Angestellten. Als Beamter bist du nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Stattdessen beteiligt sich dein Dienstherr direkt an deinen Krankheitskosten: je nach Bundesland über die Beihilfe oder über die freie Heilfürsorge. Welches System für dich gilt, hängt vom Bundesland und deinem Dienststatus ab — aussuchen kannst du es dir nicht.

Diese Seite erklärt den Unterschied zwischen GKV, PKV + Beihilfe und Heilfürsorge, zeigt in einem Rechenbeispiel die konkreten Kosten und beantwortet die häufigsten Fragen. Was ein passender Tarif im Detail kostet, liest du vertiefend im Beitrag PKV-Kosten für Beamte.

Der entscheidende Unterschied: Beihilfe

Angestellte zahlen ~8,2 % ihres Bruttolohns für die GKV, der Arbeitgeber zahlt nochmals ~8,2 %. Polizeibeamte erhalten stattdessen Beihilfe — der Dienstherr übernimmt 50–80 % der Krankheitskosten direkt. Die restlichen 20–50 % sichert eine PKV ab.

Szenario Monatliche Kosten ca. Leistungen
GKV (freiwillig, A9-Gehalt) ~240–280 € Standardleistungen GKV
PKV + Beihilfe (50/50) ~150–220 € Chefarzt, Einbettzimmer, Zahnersatz
PKV + Beihilfe (30/70, 2 Kinder) ~80–120 € Wie oben, deutlich günstiger

So liest du die Tabelle: Die Angaben „50/50″ und „30/70″ beschreiben die Aufteilung zwischen PKV-Anteil und Beihilfe. Ein aktiver Beamter ohne Kinder erhält in den meisten Ländern 50 % Beihilfe und versichert die übrigen 50 % privat. Ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Beihilfesatz vielerorts auf 70 % — der private Restanteil schrumpft dann auf 30 %, und der PKV-Beitrag sinkt entsprechend deutlich. Alle Werte sind Näherungswerte: Der tatsächliche Beitrag hängt von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Tarifumfang und Selbstbehalt ab. Welche Quote in deinem Bundesland gilt, zeigt die Übersicht zum Beihilfebemessungssatz nach Bundesland.

💡 Fazit: PKV + Beihilfe ist für Polizeibeamte fast immer günstiger als GKV — und bietet dabei deutlich bessere Leistungen (Chefarzt, kürzere Wartezeiten, Einzelzimmer).

Wichtige Besonderheiten für Polizisten

  • Risikoberuf: Einige PKV-Anbieter stufen Polizisten als erhöhtes Risiko ein — Risikozuschläge möglich. Frühzeitig vergleichen!
  • Dienstunfähigkeit: PKV läuft weiter auch bei DU — anders als GKV bei Langzeiterkrankung
  • Auslandseinsätze: Weltweiter Schutz sollte im Tarif enthalten sein
  • Psychische Erkrankungen: Polizisten haben erhöhtes PTSD-Risiko — Tarif auf Psychotherapie-Deckung prüfen

Gerade der Punkt Dienstunfähigkeit wird oft unterschätzt: Wer wegen eines Dienstunfalls oder einer Erkrankung vorzeitig aus dem Vollzugsdienst ausscheidet, behält seinen PKV-Vertrag zu den ursprünglichen Konditionen — eine neue Gesundheitsprüfung findet nicht statt. Wie hoch das Risiko im Polizeiberuf tatsächlich ist und wie du dich zusätzlich absicherst, erklärt der Ratgeber zur Dienstunfähigkeit bei der Polizei.

Rechenbeispiel: Was kostet PKV + Beihilfe konkret?

Ein Polizeikommissar in Bayern (Besoldungsgruppe A9, Stufe 5) verdient laut Besoldungstabelle Bayern 3.656,39 € brutto im Monat (gültig ab Februar 2025). Er ist ledig, kinderlos und hat als aktiver Beamter einen Beihilfesatz von 50 %. Sein PKV-Restkostentarif kostet ca. 200 € im Monat — das liegt in der Mitte der oben gezeigten Spanne von ca. 150–220 €.

Der Rechenweg bei einer Zahnarztrechnung über 1.200 €:

  • Beihilfe des Dienstherrn: 50 % von 1.200 € = 600 €
  • PKV-Restkostentarif (50 %): übernimmt die verbleibenden 600 €
  • Eigenanteil: 0 € (je nach Tarif abzüglich eines vereinbarten Selbstbehalts)

Und im Monatsvergleich: Der Beamte zahlt ca. 200 € PKV-Beitrag — das sind rund 5,5 % seines Bruttogehalts. Ein Angestellter mit demselben Bruttogehalt zahlt allein als Arbeitnehmeranteil zur GKV ca. 8,2 %, also rund 300 € im Monat — bei Standardleistungen statt Privatarzt-Niveau. Aufs Jahr gerechnet spart der Beamte in diesem Beispiel ca. 1.200 € (12 × ca. 100 € Differenz) — bei besseren Leistungen. Alle Werte sind Näherungswerte; der reale Beitrag hängt von Alter, Gesundheit und Tarif ab.

Wann lohnt sich die GKV für Polizisten?

In wenigen Ausnahmefällen kann GKV sinnvoll sein:

  • Wenn der Partner GKV-versichert ist und Kinder mitversichert werden sollen (kostenlos in GKV)
  • Bei sehr niedrigem Einkommen in der Anfangszeit (Anwärterbezüge)
  • Wenn bekannte Vorerkrankungen zu hohen PKV-Zuschlägen führen

Für Anwärter gibt es zudem eine Zwischenlösung: Wer während der Ausbildung über die Heilfürsorge abgesichert ist oder sich noch nicht endgültig festlegen will, kann mit einer Anwartschaftsversicherung den späteren PKV-Zugang zu heutigen Gesundheitskonditionen sichern — ohne schon den vollen Beitrag zu zahlen. Das ist wertvoll, falls im Laufe des Dienstes Vorerkrankungen hinzukommen.

Heilfürsorge vs. Beihilfe: Der direkte Vergleich

In einigen Bundesländern erhalten Polizeivollzugsbeamte statt der Beihilfe die freie Heilfürsorge: Der Dienstherr trägt die Krankheitskosten während der aktiven Dienstzeit direkt, ein eigener PKV-Grundschutz ist dann nicht nötig. Welche Länder Heilfürsorge gewähren und welche Leistungen sie umfasst, zeigt die Übersicht zur freien Heilfürsorge bei der Polizei. Die folgende Tabelle stellt beide Systeme exemplarisch gegenüber:

Merkmal Heilfürsorge (z.B. NRW) Beihilfe (z.B. Bayern)
Monatlicher Beitrag 0 € — Staat zahlt direkt Ca. 80–150 € PKV-Beitrag
Arztbesuche Direkt abgerechnet (GKV-ähnlich) Privatarzt + Erstattungsantrag
Arztwahl Kassenärzte und Privatärzte Privatärzte bevorzugt empfohlen
Erstattungsquote 100 % (im Rahmen der Richtlinien) 50–80 %
Verwaltungsaufwand Minimal — läuft direkt Rechnungen einreichen, warten

So liest du die Tabelle: Die Heilfürsorge ist im aktiven Dienst beitragsfrei und läuft organisatorisch ähnlich wie eine Kassenmitgliedschaft — dafür bist du an die Richtlinien des Dienstherrn gebunden. Das Beihilfesystem verlangt einen eigenen PKV-Beitrag und etwas Papierkram (Rechnungen einreichen, Erstattung abwarten), bietet dafür aber vollen Privatpatienten-Status. Wichtig: Auch Heilfürsorge-Beamte sollten vorsorgen, denn die Heilfürsorge endet mit dem aktiven Dienst — spätestens zur Pensionierung wechselst du ins Beihilfesystem und brauchst dann eine PKV für den Restanteil.

Häufige Fragen zur KV für Polizisten

Kann ich im Heilfürsorge-System zu einem Privatarzt gehen?

Ja — in den meisten Heilfürsorge-Systemen ist der Zugang zu Privatärzten erlaubt. Die Abrechnung erfolgt aber über den Heilfürsorge-Tarif, nicht über GOÄ (ärztliche Gebührenordnung für Privatpatienten). Das kann bedeuten, dass manche Privatärzte für Heilfürsorge-Patienten nicht die vollen Privatarzt-Leistungen erbringen. Im Zweifelsfall vor dem Termin klären.

Was passiert, wenn ich aus der Polizei ausscheide — verliere ich die Heilfürsorge?

Ja — mit dem Ende des aktiven Beamtenverhältnisses endet auch der Heilfürsorge-Anspruch. Im Ruhestand (Pension) gilt dann die Beihilfe. Wer die Polizei vorzeitig verlässt und in die Privatwirtschaft wechselt, muss eine private oder gesetzliche Krankenversicherung abschließen. Das ist ein wichtiger Punkt bei der Erwägung eines Arbeitgeberwechsels.

Wie vergleicht sich die Beihilfe + PKV mit einer normalen GKV?

Für junge, gesunde Beamte ist das Beihilfe-PKV-System deutlich günstiger als die GKV (die bei gleichem Gehalt ca. 350–400 €/Monat kosten würde). Mit zunehmendem Alter und bei höherem Einkommen steigen PKV-Prämien, aber auch GKV-Beiträge. Für Familien gilt: Nur der Beamte ist beihilfeberechtigt — Partner und Kinder brauchen eigene KV (oft über Familienmitversicherung GKV günstiger).

Brauchen Polizeianwärter schon eine private Krankenversicherung?

Das hängt vom Bundesland ab. In Ländern mit freier Heilfürsorge sind Anwärter in der Regel ab dem ersten Diensttag über den Dienstherrn abgesichert. In Beihilfe-Ländern erhalten Anwärter Beihilfe und benötigen eine ergänzende PKV — viele Versicherer bieten dafür besonders günstige Anwärter- bzw. Ausbildungstarife an. Wichtig: Der Abschluss setzt eine Gesundheitsprüfung voraus; wer früh einsteigt, sichert sich meist bessere Konditionen.

Kann ich als Beamter später von der PKV zurück in die GKV wechseln?

Praktisch kaum. Beamte sind in der GKV nicht versicherungspflichtig, und eine Rückkehr ist nur in wenigen Sonderfällen möglich — etwa wenn du aus dem Beamtenverhältnis ausscheidest und eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmst; im höheren Alter wird auch das schwierig. Die Entscheidung für PKV + Beihilfe sollte deshalb von Anfang an langfristig durchdacht sein.

Was ist eine Anwartschaftsversicherung und wann ist sie sinnvoll?

Mit einer Anwartschaft hältst du dir den späteren Einstieg in die PKV offen: Dein aktueller Gesundheitszustand (und je nach Variante auch das Eintrittsalter) wird eingefroren, ohne dass du den vollen Beitrag zahlst. Sinnvoll ist das vor allem für Heilfürsorge-Beamte — sie sichern sich damit den PKV-Zugang für die Pension, in der statt der Heilfürsorge die Beihilfe gilt und eine private Restkostenversicherung nötig wird.

PKV-Vergleich für Polizisten

Den passenden Tarif für deinen Dienst finden — jetzt kostenlose Erstinformation anfragen.

Jetzt Erstinformation anfragen →

Nach oben scrollen