
Die Kriminalpolizei ermittelt dort, wo es komplex wird: bei Tötungsdelikten, Wirtschaftskriminalität, Cybercrime oder organisierter Kriminalität. Wer bei der Kripo arbeitet, ist Beamtin oder Beamter des gehobenen oder höheren Dienstes – und wird nach den Besoldungsordnungen von Bund und Ländern bezahlt. Dieser Artikel zeigt im Detail, wie sich das Gehalt zusammensetzt, welche Dienstgrade welcher Besoldungsgruppe entsprechen und worin sich die Bezahlung von der Schutzpolizei unterscheidet. Eine allgemeine Gesamtübersicht aller Laufbahnen finden Sie auf unserer Hub-Seite Polizist Gehalt & Dienstgrade; hier geht es gezielt um die Kriminalpolizei.
Besoldung statt Tariflohn
Kriminalbeamte erhalten kein frei verhandeltes Gehalt, sondern eine gesetzlich festgelegte Besoldung. Diese richtet sich nach der Besoldungsgruppe (zum Beispiel A 9 bis A 13) und innerhalb der Gruppe nach der Erfahrungsstufe, die mit den Dienstjahren steigt. Da Polizei überwiegend Ländersache ist, unterscheiden sich die konkreten Beträge je nach Bundesland; die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt zahlen nach der Bundesbesoldung. Die folgenden Werte orientieren sich an der Bundestabelle 2026 und dienen als Anhaltspunkt – im jeweiligen Land kann es nach oben oder unten abweichen.
Dienstgrade und Besoldungsgruppen bei der Kripo
Die Kriminalpolizei kennt eigene Amtsbezeichnungen, die parallel zu den Dienstgraden der Schutzpolizei verlaufen. Der Einstieg im gehobenen Dienst erfolgt als Kriminalkommissar (KK), darüber folgen Kriminaloberkommissar (KOK) und Kriminalhauptkommissar (KHK). Im höheren Dienst schließen sich Kriminalrat und weitere Ämter an.
| Amtsbezeichnung | Kürzel | Besoldungsgruppe | Grundgehalt 2026 (Bund, Orientierung) |
|---|---|---|---|
| Kriminalkommissar | KK | A 9 / A 10 | ca. 3.400 – 5.300 € |
| Kriminaloberkommissar | KOK | A 10 | ca. 3.700 – 5.300 € |
| Kriminalhauptkommissar | KHK | A 11 / A 12 | ca. 4.200 – 6.450 € |
| Erster Kriminalhauptkommissar | EKHK | A 13 (gehoben) | ca. 5.000 – 7.160 € |
| Kriminalrat | KR | A 13 (höher) und höher | ab ca. 5.700 € |
Die Spannen ergeben sich aus den Erfahrungsstufen: Eine frisch ernannte Kriminalkommissarin in Stufe 1 verdient deutlich weniger als ein langjähriger Kollege in Stufe 8 derselben Besoldungsgruppe. Die Höchststufe wird erst nach vielen Dienstjahren erreicht.
Zulagen und Zuschläge
Zum Grundgehalt kommen mehrere Bestandteile hinzu. Der bekannteste ist die Polizeizulage, die je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe gewährt wird und im Bund inzwischen wieder anteilig ruhegehaltfähig ist. Hinzu kommen der Familienzuschlag für Verheiratete und Beamte mit Kindern sowie – je nach Tätigkeit – Erschwerniszulagen, etwa für Dienst zu ungünstigen Zeiten. Wer regelmäßig nachts oder am Wochenende ermittelt, kann mit entsprechenden Zuschlägen rechnen. Diese Zulagen können das monatliche Nettoeinkommen spürbar erhöhen.
Praxisbeispiel
Kriminaloberkommissarin Nadine, 34 Jahre alt, arbeitet bei einer Landeskripo in der Besoldungsgruppe A 10. Mit ihren Dienstjahren steht sie in einer mittleren Erfahrungsstufe und bezieht ein Grundgehalt von rund 4.500 Euro. Hinzu kommen die Polizeizulage ihres Bundeslandes und der Familienzuschlag, weil sie verheiratet ist und ein Kind hat. Durch unregelmäßige Ermittlungseinsätze am Abend kommen Erschwerniszuschläge dazu. Unterm Strich liegt ihr Bruttoeinkommen deutlich über dem reinen Grundgehalt – ein gutes Beispiel dafür, dass die Tabellenwerte nur den Ausgangspunkt bilden.
Der Weg zur Kriminalpolizei
Anders als früher, als man oft erst Jahre bei der Schutzpolizei diente und dann zur Kripo wechselte, ermöglichen heute viele Länder einen direkten Einstieg in den kriminalpolizeilichen Dienst über ein duales Studium im gehobenen Dienst. Während dieses dreijährigen Studiums erhalten die Anwärterinnen und Anwärter bereits Anwärterbezüge, die sich am Grundbetrag der Besoldungsgruppe A 9 orientieren und je nach Bundesland 2026 grob bei 1.500 bis 1.560 Euro brutto liegen. Nach erfolgreichem Abschluss erfolgt die Ernennung zur Kriminalkommissarin oder zum Kriminalkommissar – und damit der Sprung auf das volle Einstiegsgehalt. Wer den höheren Dienst anstrebt, kann später ein Masterstudium anschließen.
Vom Brutto zum Netto
Die Tabellenwerte zeigen das Bruttogrundgehalt. Was am Monatsende auf dem Konto landet, fällt niedriger aus, weil Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer abgezogen werden. Anders als Angestellte zahlen Beamte jedoch keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und in der Regel auch nicht zur gesetzlichen Krankenversicherung. Stattdessen sind sie über die Beihilfe abgesichert und schließen für den verbleibenden Anteil eine private Krankenversicherung ab. Dieser Systemunterschied führt dazu, dass Beamtinnen und Beamte aus einem vergleichbaren Brutto netto oft mehr behalten als Tarifbeschäftigte – ein wichtiger Faktor, wenn man Polizei- und Privatwirtschaftsgehälter vergleicht.
Aufstieg in den höheren Dienst
Wer bei der Kriminalpolizei Karriere macht, kann über Beförderungen und gegebenenfalls einen Laufbahnaufstieg in den höheren Dienst die Besoldungsgruppe deutlich steigern. Während der gehobene Dienst bis A 13 reicht, beginnt der höhere Dienst bei A 13 (höher) und führt über Kriminalrat, Kriminaloberrat und Kriminaldirektor bis in die Spitzenämter etwa beim Bundeskriminalamt oder den Landeskriminalämtern. Diese Positionen sind mit Führungsverantwortung verbunden und entsprechend besser dotiert. Der Aufstieg setzt in der Regel eine erneute Qualifizierung oder ein Studium voraus. Auch ein Wechsel zwischen Landeskriminalamt und Bundeskriminalamt ist möglich und kann mit einer anderen Besoldungsstruktur verbunden sein, da das BKA nach der Bundesbesoldung zahlt. Für ambitionierte Ermittlerinnen und Ermittler eröffnet die Kripo damit über die Jahre eine spürbare Gehaltsperspektive.
Unterschied zur Schutzpolizei
Beim Gehalt gibt es zwischen Kriminal- und Schutzpolizei in den vergleichbaren Besoldungsgruppen grundsätzlich keinen Unterschied: A 11 ist A 11, egal ob bei der Kripo oder der Schutzpolizei. Der Unterschied liegt in der Tätigkeit und im Laufbahnzuschnitt. Die Kriminalpolizei ist traditionell stark im gehobenen und höheren Dienst angesiedelt, was im Schnitt zu höheren Besoldungsgruppen führt. Auch der Wegfall des klassischen Schichtdienstes auf der Straße verändert das Zulagengefüge: Bestimmte Wechselschichtzulagen entfallen, andere Erschwerniszulagen für Ermittlungstätigkeiten kommen hinzu. Wer die Kripo-Laufbahn anstrebt, durchläuft in der Regel ein Studium im gehobenen Dienst – Details zum Einstieg lesen Sie unter Kriminalkommissar Gehalt.
Fazit
Das Gehalt bei der Kriminalpolizei ist solide und planbar. Es ergibt sich aus der Besoldungsgruppe, der Erfahrungsstufe und mehreren Zulagen. Wer aufsteigt – vom Kriminalkommissar bis zum Kriminalrat – verbessert seine Besoldung deutlich. Hinzu kommt der Vorteil der Beamtenversorgung: ein sicheres Einkommen über die gesamte Laufbahn und eine vergleichsweise hohe Pension im Ruhestand. Da Polizei Ländersache ist, lohnt immer der Blick in die Besoldungstabelle des eigenen Bundeslandes, denn die Unterschiede zwischen den Ländern sind beträchtlich. Wer den Wechsel zur Kripo oder den Aufstieg in den höheren Dienst plant, sollte neben dem Grundgehalt vor allem die langfristige Entwicklung der Erfahrungsstufen und die Zulagenstruktur in den Blick nehmen – denn über eine ganze Berufslaufbahn summieren sich diese Unterschiede zu beträchtlichen Beträgen.
Häufige Fragen
In welcher Besoldungsgruppe ist ein Kriminalkommissar?
Der Einstieg im gehobenen Dienst erfolgt in A 9, mit Beförderung folgt A 10. Kriminaloberkommissare sind in A 10, Kriminalhauptkommissare in A 11 oder A 12. Im höheren Dienst geht es ab A 13 weiter.
Verdient die Kripo mehr als die Schutzpolizei?
In gleicher Besoldungsgruppe nicht – A 11 ist überall A 11. Weil die Kriminalpolizei aber stark im gehobenen und höheren Dienst angesiedelt ist, liegen die durchschnittlichen Besoldungsgruppen oft höher. Zudem unterscheidet sich das Zulagengefüge.
Welche Zulagen gibt es bei der Kriminalpolizei?
Üblich sind die Polizeizulage, der Familienzuschlag für Verheiratete und Beamte mit Kindern sowie Erschwerniszulagen, etwa für Dienst zu ungünstigen Zeiten. Die genaue Höhe hängt vom Bundesland und der Tätigkeit ab.
Warum unterscheidet sich das Gehalt je nach Bundesland?
Seit der Föderalismusreform 2006 regeln die Länder die Besoldung ihrer Beamten selbst. Dadurch unterscheiden sich Grundgehälter, Erfahrungsstufen und Zulagenhöhen teils deutlich. Die Bundespolizei und das BKA zahlen nach der Bundesbesoldung.
Wie steigt das Gehalt im Laufe der Karriere?
Auf zwei Wegen: durch das Aufsteigen in höhere Erfahrungsstufen innerhalb derselben Besoldungsgruppe mit den Dienstjahren und durch Beförderung in eine höhere Besoldungsgruppe, etwa vom Kriminalkommissar zum Kriminalhauptkommissar.
