Kriminalkommissar Gehalt: Einstieg in den gehobenen Kripo-Dienst

Kriminalkommissar Gehalt: Einstieg in den gehobenen Kripo-Dienst

Der Kriminalkommissar (KK) ist der klassische Einstieg in den gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Wer das duale Studium an einer Hochschule der Polizei erfolgreich abschließt, beginnt seine Laufbahn als Kriminalkommissar und ermittelt fortan in Bereichen wie Eigentumsdelikten, Gewaltkriminalität, Betrug oder Cybercrime. Doch was verdient man am Anfang dieser Laufbahn, schon während des Studiums und nach dem ersten Aufstieg? Dieser Ratgeber zeigt die Besoldung in den Gruppen A9 und A10 im Detail und grenzt sie von den höheren Ämtern der Kripo ab.

Anwärterbezüge: Schon im Studium gibt es Geld

Bevor es um Zahlen geht, hilft eine kurze Einordnung des Berufsbilds. Der Kriminalkommissar ist Ermittler im gehobenen Dienst und damit für die Aufklärung von Straftaten zuständig, von der Spurensicherung über Vernehmungen bis zur Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Anders als die uniformierte Schutzpolizei arbeitet die Kripo überwiegend in zivil und in spezialisierten Kommissariaten. Dieser Verantwortungsbereich erklärt, warum der Einstieg im gehobenen Dienst erfolgt und nicht im mittleren Dienst, und warum ein Studium Voraussetzung ist.

Anders als ein normales Hochschulstudium ist das Studium für den gehobenen Polizeidienst ein bezahltes duales Studium im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Die angehenden Kriminalkommissare erhalten sogenannte Anwärterbezüge. Diese liegen 2026 je nach Bundesland grob zwischen 1.500 und 1.850 Euro monatlich. In Berlin sind es etwa 1.527 Euro, in Hessen rund 1.814 Euro, in Bayern etwa 1.735 Euro. Der große Vorteil: Es fallen keine Studiengebühren an, und die Bezüge sind als Anwärtergrundbetrag weitgehend planbar. Hinzu können je nach Land und Verwendung Anwärtersonderzuschläge kommen, mit denen einzelne Länder gezielt um Nachwuchs werben.

Einstieg als Kriminalkommissar: A9 oder A10

Nach bestandenem Studium erfolgt die Ernennung zum Kriminalkommissar. In den meisten Bundesländern startet die Laufbahn in der Besoldungsgruppe A9 (gehobener Dienst). Einige Länder wie Baden-Württemberg steigen direkt mit A10 ein. Nach einigen Jahren folgt die Beförderung zum Kriminaloberkommissar (KOK), der in der Regel nach A10 besoldet wird. Damit sind A9 und A10 die beiden prägenden Besoldungsgruppen am Anfang der Kripo-Laufbahn.

Zu beachten ist die Unterscheidung: A9 im gehobenen Dienst ist nicht zu verwechseln mit A9 im mittleren Dienst. Es handelt sich um dasselbe Tabellenfeld, aber unterschiedliche Laufbahnen mit verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten. Der Kriminalkommissar im gehobenen Dienst hat den Weg bis in die Spitzenämter A11/A12 und darüber hinaus offen.

Grundgehalt nach Erfahrungsstufen (Tabelle)

Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Grundgehälter für A9 und A10 nach der Bundesbesoldung 2026 (brutto, ohne Zulagen). Die Länder weichen davon teils ab, die Systematik bleibt aber gleich.

Erfahrungsstufe A9 (KK) A10 (KOK)
Stufe 1 3.551,63 € 3.785,90 €
Stufe 2 3.660,77 € 3.935,78 €
Stufe 3 3.832,50 € 4.152,63 €
Stufe 4 4.007,09 € 4.370,42 €
Stufe 5 4.178,78 € 4.592,27 €
Stufe 6 4.295,50 € 4.746,67 €
Stufe 7 4.416,92 € 4.901,02 €
Stufe 8 4.535,33 € 5.055,47 €

Zulagen für die Kripo

Zum Grundgehalt kommen mehrere Zulagen hinzu. Die Polizeizulage von rund 228 Euro monatlich steht grundsätzlich auch Kriminalbeamten zu. Da die Kripo überwiegend im Tagdienst und in zivil ermittelt, fallen Wechselschicht- und Erschwerniszulagen seltener an als bei der Schutzpolizei, dafür gibt es je nach Dienststelle Zulagen für Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdienste. Auch der Familienzuschlag erhöht das Nettoeinkommen.

Was vom Brutto übrig bleibt

Wie bei allen Beamten sind die Tabellenwerte Bruttobeträge. Abgezogen werden Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Anders als Angestellte zahlen Kriminalkommissare jedoch keine Beiträge in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Viele Kripobeamte haben zudem im aktiven Dienst freie Heilfürsorge und müssen sich nicht selbst krankenversichern. Dadurch fällt das Netto im Verhältnis zum Brutto höher aus als bei einem vergleichbaren Angestellten. Wichtig ist, frühzeitig an die Krankenvorsorge für den Ruhestand zu denken, etwa über eine Anwartschaft, wie sie im Ratgeber zu den PKV-Kosten für Beamte erklärt wird.

Kripo oder Schutzpolizei: Unterschiede beim Verdienst

Beim reinen Grundgehalt unterscheiden sich Kriminalpolizei und Schutzpolizei in der gleichen Besoldungsgruppe nicht, ein Polizeikommissar (A9) der Schutzpolizei und ein Kriminalkommissar (A9) verdienen dasselbe Grundgehalt. Unterschiede entstehen über die Zulagen: Schutzpolizisten im Wach- und Wechselschichtdienst erhalten häufiger Schicht- und Erschwerniszulagen, die das Monatsnetto erhöhen. Kripobeamte haben dafür meist geregeltere Tagdienstzeiten. Über die gesamte Laufbahn betrachtet ähneln sich beide Wege jedoch stark, da sie dieselben Besoldungsgruppen durchlaufen. Eine vollständige Einordnung der Kripo-Besoldung über alle Ämter hinweg bietet der Ratgeber zur Kriminalpolizei.

Praxisbeispiel: Die ersten Berufsjahre

Tim, 24 Jahre alt, schließt sein duales Studium ab und wird zum Kriminalkommissar (A9) in seinem Bundesland ernannt. Er startet in Erfahrungsstufe 1 mit rund 3.552 Euro Grundgehalt und erhält zusätzlich die Polizeizulage von etwa 228 Euro. Da er ledig und kinderlos ist, fällt der Familienzuschlag weg. Nach zwei Jahren steigt er in Stufe 2 auf, nach weiteren guten Beurteilungen wird er mit Anfang 30 zum Kriminaloberkommissar (A10) befördert. In Stufe 4 erreicht sein Grundgehalt dann rund 4.370 Euro. Innerhalb von rund sieben Jahren ist sein Grundgehalt damit um etwa 800 Euro gestiegen, ohne die Zulagen mitgerechnet.

Wie es nach A10 weitergeht

Das duale Studium dauert in der Regel drei Jahre und wechselt zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen in den Dienststellen. Vermittelt werden unter anderem Strafrecht, Kriminalistik, Kriminaltechnik, Einsatzlehre und Vernehmungstechniken. Wer das Studium und die Laufbahnprüfung besteht, wird zum Kriminalkommissar ernannt. Die Zugangsvoraussetzungen ähneln denen der Schutzpolizei: Abitur oder Fachhochschulreife, das Bestehen eines Auswahlverfahrens mit Sport-, Wissens- und Eignungstest sowie die gesundheitliche Tauglichkeit. In einigen Ländern ist auch ein Aufstieg aus dem mittleren in den gehobenen Dienst möglich, etwa für erfahrene Polizeimeister, die sich für die Kripo qualifizieren.

Nach dem Kriminaloberkommissar (A10) ist der nächste Schritt der Kriminalhauptkommissar (A11/A12). Damit erreicht ein Kripobeamter dieselbe Spitze des gehobenen Dienstes wie seine Kollegen bei der Schutzpolizei. Wie sich das Gehalt dort entwickelt, zeigt der Beitrag Polizeihauptkommissar Gehalt (A11/A12). Eine breitere Einordnung der gesamten Kripo-Besoldung bis in den höheren Dienst liefert der Artikel Kriminalpolizei Gehalt. Den großen Gesamtüberblick über alle Dienstgrade findest du im Ratgeber Polizist Gehalt & Dienstgrade.

Fazit

Schon im Studium verdienen angehende Kriminalkommissare zwischen rund 1.500 und 1.850 Euro Anwärterbezüge. Nach dem Abschluss liegt das Grundgehalt im Einstieg bei rund 3.550 Euro (A9) und steigt mit der Beförderung zum Kriminaloberkommissar (A10) sowie über die Erfahrungsstufen kontinuierlich an. Zusammen mit Polizeizulage und Familienzuschlag ergibt sich ein solides und vor allem sicheres Einkommen mit klaren Aufstiegsperspektiven. Da die Besoldung Ländersache ist, lohnt der Blick in die jeweilige Landestabelle.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man im Studium zum Kriminalkommissar?

Während des dualen Studiums im Beamtenverhältnis auf Widerruf gibt es Anwärterbezüge. Diese liegen 2026 je nach Bundesland zwischen rund 1.500 und 1.850 Euro monatlich, etwa 1.527 Euro in Berlin oder rund 1.814 Euro in Hessen. Studiengebühren fallen nicht an, teils gibt es zusätzlich Anwärtersonderzuschläge.

Mit welcher Besoldungsgruppe startet ein Kriminalkommissar?

In den meisten Bundesländern beginnt die Laufbahn als Kriminalkommissar in A9 (gehobener Dienst). Einige Länder wie Baden-Württemberg steigen direkt mit A10 ein. Mit der Beförderung zum Kriminaloberkommissar folgt in der Regel A10.

Wie viel verdient ein Kriminalkommissar nach dem Studium?

Das Grundgehalt im Einstieg (A9, Stufe 1) liegt nach der Bundesbesoldung 2026 bei rund 3.552 Euro brutto. Hinzu kommt die Polizeizulage von etwa 228 Euro sowie gegebenenfalls der Familienzuschlag. Die genauen Werte richten sich nach der Landestabelle.

Was ist der Unterschied zwischen A9 mittlerer und A9 gehobener Dienst?

Das Grundgehalt ist im selben Tabellenfeld identisch, die Laufbahnen unterscheiden sich aber. Der gehobene Dienst eröffnet den Aufstieg bis in die Spitzenämter A11/A12 und darüber hinaus, während der mittlere Dienst niedriger endet.

Wie geht es nach dem Kriminaloberkommissar weiter?

Nach dem Kriminaloberkommissar (A10) ist der Kriminalhauptkommissar (A11/A12) das nächste Ziel, die Spitze des gehobenen Dienstes. Über ein weiteres Studium ist auch der Aufstieg in den höheren Dienst möglich.

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