Polizeioberkommissar: Gehalt (A10)
Besoldungsgruppe A10 im gehobenen Dienst – so viel verdienen Polizeioberkommissarinnen und Polizeioberkommissare, welche Zulagen dazukommen und wie der Aufstieg verlaeuft.
Der Polizeioberkommissar (POK) ist ein Dienstgrad im gehobenen Polizeivollzugsdienst und wird der Besoldungsgruppe A10 zugeordnet. Wer wissen moechte, wie sich das Gehalt in dieser Stufe zusammensetzt, muss vor allem drei Faktoren kennen: das Grundgehalt nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe, die verschiedenen Zulagen sowie das Bundesland beziehungsweise den jeweiligen Dienstherrn. Diese Seite ordnet den Dienstgrad ein, zeigt eine grobe Brutto-Orientierung und erklaert den Unterschied zwischen Brutto und Netto – ohne unrealistische Punktangaben, denn Besoldung ist gesetzlich geregelt und aendert sich regelmaessig.
Der Dienstgrad Polizeioberkommissar
Der Polizeioberkommissar gehoert zum gehobenen Dienst der Polizei, den man in der Regel ueber ein duales Studium (Bachelor) erreicht. Innerhalb dieser Laufbahn ist der POK der zweite Dienstgrad: Man startet als Polizeikommissar (PK) in A9 und wird nach einigen Dienstjahren und bei entsprechender Bewaehrung zum Polizeioberkommissar befoerdert. Erkennbar ist der Dienstgrad an zwei Sternen auf der Schulterklappe.
Zu den typischen Aufgaben eines POK gehoeren der operative Streifen- und Ermittlungsdienst, die Sachbearbeitung anspruchsvoller Vorgaenge, die Aufnahme und Bearbeitung von Straftaten sowie zunehmend koordinierende Taetigkeiten. Je nach Behoerde und Verwendung koennen Polizeioberkommissarinnen und Polizeioberkommissare auch als Dienstgruppen- oder stellvertretende Dienstgruppenleitung eingesetzt sein und damit erste Fuehrungsverantwortung uebernehmen.
Gehalt: Besoldungsgruppe A10
Das Gehalt eines Polizeioberkommissars richtet sich nach der Besoldungsgruppe A10. Innerhalb dieser Gruppe gibt es mehrere Erfahrungsstufen (in der Regel acht): Mit steigender Dienstzeit klettert man automatisch nach oben, wobei die Abstaende zu Beginn der Laufbahn kuerzer sind (etwa im Zwei-Jahres-Rhythmus) und spaeter groesser werden. Die folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung zum monatlichen Grundgehalt (brutto). Die tatsaechlichen Betraege unterscheiden sich je nach Bundesland und Erfahrungsstufe teils deutlich – massgeblich ist immer die aktuelle Besoldungstabelle des jeweiligen Dienstherrn.
| Erfahrungsstufe | ca. Grundgehalt (brutto/Monat) |
|---|---|
| Einstiegsstufe (Stufe 1-2) | ca. 3.700 – 3.900 EUR |
| Mittlere Stufen (etwa Stufe 4-5) | ca. 4.200 – 4.500 EUR |
| Erfahrene Stufen (bis Endstufe) | ca. 4.900 – 5.100 EUR |
Diese Werte sind bewusst als Spanne mit „ca.“ angegeben. Warum? Die Besoldung wird von Bund und Laendern jeweils eigenstaendig festgelegt und jaehrlich angepasst. Wirtschaftsstarke Laender wie Bayern oder Baden-Wuerttemberg zahlen tendenziell etwas hoehere Grundgehaelter als andere Bundeslaender, sodass zwei POK derselben Stufe je nach Dienstort mehrere Hundert Euro auseinanderliegen koennen.
Zulagen & Netto
Zum Grundgehalt kommen bei Polizeivollzugsbeamten regelmaessig weitere Bestandteile hinzu. Der bekannteste ist die Polizeizulage, eine besondere Zulage fuer den Polizeivollzugsdienst; ob und in welcher Hoehe sie gezahlt wird und ob sie ruhegehaltfaehig ist, unterscheidet sich je nach Bundesland. Hinzu kommen typischerweise der Familienzuschlag (fuer Verheiratete und je Kind) sowie je nach Dienstherr Struktur- oder Amtszulagen und regionale Sonderzahlungen wie eine Ballungsraum- oder Hauptstadtzulage.
Beim Blick auf das Netto ist wichtig: Beamte zahlen keine Beitraege zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und (in der Regel) Krankenversicherung. Stattdessen sind sie privat kranken- und pflegeversichert und erhalten Beihilfe zu den Krankheitskosten. Dadurch faellt der Abstand zwischen Brutto und Netto anders aus als bei Angestellten. Wie viel am Ende netto uebrig bleibt, haengt von Steuerklasse, Familienstand, Kinderzahl, Kirchensteuer, Bundesland und den individuellen Versicherungsbeitraegen ab – eine pauschale Euro-Angabe waere daher unserioes. Als grobe Faustregel liegt das Netto spuerbar ueber der Haelfte des Bruttogehalts.
Einordnung & Aufstieg (A9 → A10 → A11/A12)
Der Polizeioberkommissar liegt gehaltlich und hierarchisch zwischen dem Polizeikommissar und dem Polizeihauptkommissar. Die Laufbahn im gehobenen Dienst laesst sich vereinfacht so darstellen:
| Dienstgrad | Besoldungsgruppe |
|---|---|
| Polizeikommissar (PK) | A9 |
| Polizeioberkommissar (POK) | A10 |
| Polizeihauptkommissar (PHK) | A11 / A12 |
Der Aufstieg von A10 nach A11 (Polizeihauptkommissar) ist das naechste Befoerderungsamt in dieser Laufbahn und setzt eine entsprechende Planstelle sowie Bewaehrung voraus. Die Einstufung A12 kommt in bestimmten, hoeher bewerteten Funktionen mit zusaetzlicher Fuehrungsverantwortung hinzu. Fuer den Sprung in den hoeheren Dienst (ab A13) ist in der Regel ein weiteres Studium beziehungsweise ein Masterstudium erforderlich.
Praxisbeispiel
Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Beamtin startet nach dem dualen Studium als Polizeikommissarin in A9. Nach mehreren Dienstjahren im Streifen- und Ermittlungsdienst und bei guter Beurteilung wird sie zur Polizeioberkommissarin (A10) befoerdert. Ihr Grundgehalt liegt nun je nach Erfahrungsstufe und Bundesland grob im Bereich der oben genannten Spanne; hinzu kommen Polizeizulage und – falls sie verheiratet ist oder Kinder hat – der Familienzuschlag. Bleibt sie im Dienst, steigt ihr Gehalt ueber die Erfahrungsstufen weiter an, und mit einer freien Planstelle rueckt spaeter die Befoerderung zur Polizeihauptkommissarin (A11) in Reichweite. Das zeigt: Das POK-Gehalt ist kein fester Betrag, sondern ein Rahmen, der sich mit Dienstzeit, Familiensituation und Dienstort entwickelt.
Weiterfuehrende Themen
Haeufige Fragen
In welche Besoldungsgruppe faellt ein Polizeioberkommissar?
Der Polizeioberkommissar (POK) wird der Besoldungsgruppe A10 im gehobenen Polizeivollzugsdienst zugeordnet. Er liegt damit eine Stufe ueber dem Polizeikommissar (A9) und unter dem Polizeihauptkommissar (A11/A12).
Wie viel verdient ein Polizeioberkommissar netto?
Eine pauschale Netto-Angabe ist nicht serioes moeglich, da sie von Steuerklasse, Familienstand, Kinderzahl, Bundesland und den privaten Versicherungsbeitraegen abhaengt. Als grobe Faustregel liegt das Netto spuerbar ueber der Haelfte des monatlichen Bruttogehalts der Besoldungsgruppe A10.
Was ist der Unterschied zwischen Polizeikommissar und Polizeioberkommissar?
Beide gehoeren zum gehobenen Dienst. Der Polizeikommissar (PK) ist der Einstiegsdienstgrad in A9, der Polizeioberkommissar (POK) das naechste Befoerderungsamt in A10. Mit der Befoerderung steigen in der Regel Verantwortung und Grundgehalt.
Bekommt ein Polizeioberkommissar eine Polizeizulage?
In der Regel ja: Polizeivollzugsbeamte erhalten meist eine Polizeizulage zusaetzlich zum Grundgehalt. Hoehe, Ausgestaltung und die Frage, ob sie ruhegehaltfaehig ist, unterscheiden sich jedoch je nach Bundesland und Dienstherr.
