
Polizist in Bayern 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen
Alles über den Polizeidienst in Bayern: Besoldung, Heilfürsorge, Einstellung und Karriere.
Wer Polizist in Bayern werden will oder bereits im Dienst der Bayerischen Polizei steht, findet auf dieser Seite die wichtigsten Fakten zu Besoldung, Krankenversicherung, Bewerbung und Karriere — kompakt und eingeordnet auf Basis der amtlichen Besoldungstabelle. Bayern nimmt unter den Bundesländern eine Sonderstellung ein: Das Grundgehalt ist bundesweit das höchste, gleichzeitig gibt es für Polizeibeamte keine freie Heilfürsorge, sondern das Beihilfesystem (Bemessungssatz in der Regel 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern). Beide Punkte zusammen entscheiden, was am Monatsende tatsächlich übrig bleibt. Außerdem erfährst du, wie das bayerische Stufensystem funktioniert (die Grundgehaltsstufen beginnen in Bayern bei Stufe 2 und reichen je nach Besoldungsgruppe bis Stufe 11), welche Dienstorte es neben München gibt und worauf du dich im anspruchsvollen Auswahlverfahren einstellen musst. Für den schnellen Blick über die Landesgrenzen lohnt der Vergleich Gehalt nach Bundesland sowie der Polizei-Gehaltsrechner.
Besoldung: Was verdient ein Polizist in Bayern?
So liest du die Tabelle: Aufgeführt ist das amtliche Brutto-Grundgehalt der Eingangsstufe der jeweiligen Besoldungsgruppe — vom mittleren Dienst (mD, Polizeimeister) über den gehobenen Dienst (gD, Polizeikommissar) bis zum höheren Dienst (hD). Wichtig: Das ist jeweils nur das Grundgehalt der Einstiegsstufe; mit den Dienstjahren steigst du automatisch in höhere Stufen auf, und Zulagen kommen obendrauf.
| Besoldungsgruppe | Dienstgrad | Brutto Einstieg (Eingangsstufe) |
|---|---|---|
| A7 | Polizeimeister (mD) | 3.074,21 € |
| A9 | Polizeikommissar (gD) | 3.294,99 € |
| A11 | Polizeihauptkommissar | 4.045,29 € |
| A13 | Kriminalrat (hD) | 5.247,58 € |
*Amtliche Werte (Anlage 3 BayBesG), Stand Februar 2025. Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage) kommen hinzu.
Die amtliche Tabelle (Anlage 3 BayBesG, gültig ab 1. Februar 2025) zeigt die Entwicklung des Grundgehalts: Ein Polizeikommissar startet in A9 Stufe 2 mit 3.294,99 € brutto und erreicht in der Endstufe 10 der A9 4.108,12 €. In A11 beginnt die Tabelle bei Stufe 3 mit 4.045,29 € und endet in Stufe 11 bei 5.069,49 €; die A13 reicht bis 6.168,25 € in der Endstufe. Alle Stufen und Gruppen im Detail findest du in der Besoldungstabelle Polizei Bayern.
Eine bayerische Besonderheit ist das Stufenmodell: Es gibt keine Stufe 1. Die Grundgehaltsstufen laufen von Stufe 2 bis Stufe 11, und Einstiegs- wie Endstufe unterscheiden sich je nach Besoldungsgruppe (A7: Stufen 2–9, A8 bis A10: Stufen 2–10, A11: Stufen 3–11, A12: Stufen 4–11, A13: Stufen 5–11). Der Stufenaufstieg erfolgt in den unteren Stufen im Zwei-Jahres-Rhythmus, später in längeren Abständen.
Rechenbeispiel: Polizeikommissarin in Bayern (A9)
So wirkt sich das System in der Praxis aus — gerechnet mit den amtlichen Werten (gültig ab 1. Februar 2025):
- Grundgehalt A9, Stufe 2 (Einstieg gD): 3.294,99 € brutto im Monat.
- Sozialabgaben: Als Beamtin fallen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung an; abgezogen wird im Wesentlichen die Lohnsteuer (Höhe je nach Steuerklasse).
- PKV-Ergänzung: Für den von der Beihilfe nicht gedeckten Eigenanteil fallen für Berufseinsteiger typischerweise ca. 80–150 € im Monat an — im Beispiel rechnen wir mit ca. 120 €.
- Rechnung: 3.294,99 € Grundgehalt − ca. 120 € PKV = ca. 3.175 € (vor Lohnsteuer, ohne Zulagen).
- Perspektive: In der Endstufe 10 der A9 liegt das Grundgehalt bei 4.108,12 € — das sind 813,13 € mehr pro Monat als beim Einstieg (4.108,12 € − 3.294,99 €), allein durch den Stufenaufstieg, ohne Beförderung.
Hinzu kommen Polizeizulage und gegebenenfalls Schicht- und Erschwerniszulagen, deren Höhe von der konkreten Verwendung abhängt.
Krankenversicherung in Bayern
Praktisch bedeutet das: Bayern übernimmt über die Beihilfe einen festen Anteil deiner Krankheitskosten, den Rest deckst du mit einem beihilfekonformen PKV-Tarif ab. Anders als in Ländern mit Heilfürsorge musst du dich also selbst um einen passenden Tarif kümmern und Rechnungen zur Erstattung einreichen. Eine Ausnahme gilt für die Ausbildungszeit: Anwärterinnen und Anwärter (auch Kommissaranwärter im Studium) erhalten während der Ausbildung freie Heilfürsorge; mit der Übernahme in den aktiven Dienst wechselst du in das Beihilfesystem (Art. 96 BayBG). Welche Bundesländer ihren Polizeivollzugsbeamten stattdessen freie Heilfürsorge gewähren, zeigt unsere Übersicht zur freien Heilfürsorge bei der Polizei.
Besonderheiten des Polizeidienstes in Bayern
- Höchste Besoldung bundesweit – Bayern zahlt im Bundesvergleich am meisten
- Beihilfe statt Heilfürsorge – PKV-Ergänzung notwendig
- Polizei-Studium an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern (HföD)
- Starke Sondereinheiten: SEK, MEK, USK München
Gerade die Kombination aus höchstem Grundgehalt und Beihilfesystem macht Bayern zu einem Sonderfall: Auf dem Papier führt der Freistaat jede Gehaltstabelle an, effektiv relativiert der eigene PKV-Beitrag den Vorsprung.
Einstellung & Bewerbung
Bewerbung läuft zentral über die Bayerische Polizei (polizei.bayern.de). Der Einstellungstest umfasst Sport, Wissen und Psychologie. Die Ausbildung (mD) oder das Studium (gD) findet an der Polizeischule in Sulzbach-Rosenberg oder Fürstenfeldbruck statt.
Plane ausreichend Vorlauf ein: Der bayerische Sporttest gilt als einer der anspruchsvollsten bundesweit, auch der psychologische Teil ist umfangreich. Das Höchstalter für die Einstellung liegt in Bayern bei 35 Jahren — wer nahe an dieser Grenze ist, sollte sich früh bewerben (siehe häufige Fragen unten).
Was bleibt netto in Bayern?
So liest du die Tabelle: Das Netto ist ein Richtwert für Steuerklasse I, ledig, ohne Kirchensteuer. Da Beamte keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen, fällt der Abstand zwischen Brutto und Netto deutlich kleiner aus als bei Angestellten — dafür geht anschließend noch der PKV-Beitrag vom Netto ab. Die Tabelle rechnet mit dem amtlichen Einstiegsbrutto der A9: In Bayern beginnt die A9 mit Stufe 2 bei 3.294,99 € (Stand Februar 2025); der PKV-Beitrag ist im ausgewiesenen Netto noch nicht abgezogen.
| Position | Wert |
|---|---|
| A9 Eingangsstufe (Stufe 2) brutto | 3.294,99 € |
| Netto (Steuerklasse I, ledig) | ca. 2.740 € |
| Krankenversicherung | Beihilfe + PKV |
| Höchstalter | 35 Jahre |
Beihilfe: Der Staat erstattet 50–80 % der Kosten. Du musst eine ergänzende private Krankenversicherung abschließen (ca. 80–150 €/Monat). Das reduziert das effektive Nettoeinkommen entsprechend.
Bayern hat das höchste Grundgehalt bundesweit — aber keine Heilfürsorge. Effektiv nach PKV ist das Netto ähnlich wie in NRW (mit Heilfürsorge, weniger Brutto).
Karrierechancen und Alltag in Bayern
Bayern zahlt das höchste Grundgehalt bundesweit — aber ohne Heilfürsorge. Das Gesamtpaket ist nach PKV-Abzug ähnlich wie NRW.
Die Bayerische Polizei bietet die klassische Laufbahnentwicklung: vom mittleren über den gehobenen bis in den höheren Dienst, jeweils über Qualifizierung bzw. Studium. Innerhalb der Laufbahn steigst du über Stufen (automatisch mit den Dienstjahren) und Beförderungen (nach Leistung und freien Stellen) auf — wie der Weg von A7 bis in die Spitzenämter aussieht, erklärt unser Überblick zum Aufstieg bei der Polizei. Dazu kommen Spezialisierungen wie Kriminalpolizei, Verkehrspolizei, Bereitschaftspolizei oder die Sondereinheiten SEK, MEK und USK.
Häufige Fragen zum Polizeidienst in Bayern
Warum hat Bayern keine Heilfürsorge für Polizisten?
Bayern setzt bei Polizeivollzugsbeamten — anders als viele andere Bundesländer — auf das Beihilfesystem statt auf freie Heilfürsorge. Dafür ist das Grundgehalt höher angesetzt. Effektiv nach PKV-Abzug ist der Unterschied minimal — aber man muss aktiv eine PKV abschließen und verwalten, was bei Heilfürsorge entfällt.
Wie ist die Konkurrenzsituation bei der bayerischen Polizei?
Bayern ist mit über 40.000 Polizeibeamten die größte Landespolizei nach NRW. Entsprechend viele Stellen, aber auch viele Bewerber. Die Einstellungsverfahren sind anspruchsvoll — Bayern ist bekannt für einen der rigorosesten Sporttests bundesweit. Gute Vorbereitung ist Pflicht.
Was bietet München als Dienstort?
München ist einer der beliebtesten Dienstorte — und einer der teuersten in Bezug auf Lebenshaltungskosten. Mieten in München (18–25 €/m²) sind bundesweit Spitze. Viele Münchner Polizisten wohnen im Umland (Dachau, Freising, Erding) und pendeln. Dafür bieten München und Umgebung hervorragende Lebensqualität, internationale Atmosphäre und spannende Einsatzlagen.
Was sind die Einstellungsbedingungen in Bayern im Detail?
Bayern hat einen der anspruchsvollsten Sporttests bundesweit — besonders der Klimmzug-Anteil und der 12-Minuten-Lauf sind exakt normiert. Der psychologische Test dauert oft einen ganzen Tag und umfasst auch Persönlichkeitsfragebögen. Bayern legt Wert auf Charakterfestigkeit und Belastbarkeit — entsprechend selektiv ist das Verfahren.
Welche Dienstorte gibt es in Bayern außer München?
Bayern ist flächenmäßig das größte Bundesland — entsprechend viele Dienstorte: Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim. Ländliche Dienststellen (Allgäu, Bayerischer Wald, Franken) sind oft weniger umkämpft und bieten hohe Lebensqualität bei niedrigen Lebenshaltungskosten.
Kann ich mich gleichzeitig in anderen Bundesländern bewerben?
Ja — und das ist sinnvoll. Die Verfahren sind unabhängig voneinander. Wer in Bayern bewirbt, kann parallel in 2–3 anderen Bundesländern im Bewerbungsverfahren sein. Besonders wenn das Höchstalter in Bayern (35 Jahre) knapp ist, sollte man alle Optionen offen halten. Je mehr parallele Verfahren, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung.
Kostenlose Erstinformation für Polizisten in Bayern
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