
Polizist in Schleswig-Holstein 2026: Gehalt, Besoldung & Bedingungen
Alles über den Polizeidienst in Schleswig-Holstein: Besoldung, Heilfürsorge, Einstellung und Karriere.
Schleswig-Holstein ist das nördlichste Bundesland — und das prägt den Polizeidienst: Küsten an Nord- und Ostsee, die Grenze zu Dänemark, Tourismus-Hotspots wie Sylt und viel ländlicher Raum. Das Einsatzspektrum reicht von der Wasserschutzpolizei bis zur Kriminalpolizei in Kiel oder Lübeck.
Diese Seite bündelt die wichtigsten Fakten für Bewerber und Beamte: die Besoldung nach dem schleswig-holsteinischen Besoldungsgesetz (SHBesG), der finanzielle Vorteil der freien Heilfürsorge, der Ablauf des Auswahlverfahrens und der Vergleich mit anderen Bundesländern. Deine persönliche Besoldungsgruppe und Stufe kannst du mit dem Polizei-Gehaltsrechner durchrechnen.
Besoldung: Was verdient ein Polizist in Schleswig-Holstein?
Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Besoldungsgruppen den typischen Dienstgraden zu — vom mittleren Dienst (mD) über den gehobenen Dienst (gD) bis zum höheren Dienst (hD). Sie dient als grobe Orientierung, welcher Dienstgrad zu welcher Gehaltsklasse gehört:
| Besoldungsgruppe | Dienstgrad | Brutto Einstieg (Eingangsstufe) |
|---|---|---|
| A7 | Polizeimeister (mD) | 3.039,98 € |
| A9 | Polizeikommissar (gD) | 3.335,77 € |
| A11 | Polizeihauptkommissar | 4.027,10 € |
| A13 | Kriminalrat (hD) | 4.987,30 € |
*Amtliche Werte, Stand 11/2024 (aktuell gezahlte Tabelle). Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage) kommen hinzu.
So liest du die Tabelle: Verbindlich für die tatsächliche Auszahlung ist immer die Landesbesoldungstabelle nach dem SHBesG. Nach der aktuell gezahlten Fassung (gültig seit dem 1. November 2024, Stand: Juli 2026) liegen die monatlichen Grundgehälter in der jeweiligen Einstiegsstufe bei 3.039,98 € in A7, 3.335,77 € in A9, 4.027,10 € in A11 und 4.987,30 € in A13 — jeweils brutto und ohne Zulagen. Alle Gruppen und Stufen im Detail findest du in der Besoldungstabelle Polizei Schleswig-Holstein.
Eine Besonderheit des Stufenmodells: Die Erfahrungsstufen reichen in Schleswig-Holstein bis Stufe 12. Stufe 1 ist ab A7 unbesetzt, die Einstiegsstufe steigt mit der Besoldungsgruppe (A7–A10 ab Stufe 2, A11 ab Stufe 3, A12/A13 ab Stufe 4). In der Endstufe erreicht ein Polizeikommissar (A9) 4.099,70 € Grundgehalt, ein Polizeihauptkommissar (A11) 5.043,23 € und ein Beamter in A13 sogar 6.129,77 €.
Rechenbeispiel: Vom Einstieg bis zur Endstufe in A9
Eine Polizeikommissarin startet nach dem Studium in Besoldungsgruppe A9, Einstiegsstufe 2, mit 3.335,77 € brutto Grundgehalt pro Monat. Erreicht sie im Laufe ihrer Dienstjahre die Endstufe 11, steigt das Grundgehalt auf 4.099,70 € brutto:
- 4.099,70 € − 3.335,77 € = 763,93 € mehr pro Monat — ein Plus von ca. 23 % allein durch den Stufenaufstieg, ohne Beförderung
- Aufs Jahr gerechnet: 763,93 € × 12 = 9.167,16 € mehr Grundgehalt
- Kommt eine Beförderung hinzu, springt das Gehalt zusätzlich: Der Wechsel von A9 nach A10 bringt in Stufe 6 zum Beispiel 3.991,99 € statt 3.649,08 € — ein Sprung von 342,91 € pro Monat
Alle Werte sind Grundgehälter brutto nach der geltenden Tabelle. Zulagen wie die Polizeizulage oder Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienst kommen jeweils obendrauf.
Krankenversicherung in Schleswig-Holstein
Praktisch heißt das: Während der aktiven Dienstzeit zahlst du keinen eigenen Krankenversicherungsbeitrag — anders als Kollegen in Beihilfe-Ländern, die eine private Restkostenversicherung selbst bezahlen. Wichtig ist der Blick nach vorn: Mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge in der Regel, dann gilt das Beihilfesystem. Viele Beamte sichern sich deshalb früh günstige Konditionen über eine Anwartschaftsversicherung.
Besonderheiten des Polizeidienstes in Schleswig-Holstein
- Heilfürsorge für Polizeibeamte
- Nördlichstes Bundesland – Küstenschutz, dänische Grenze
- Kooperation mit Bundespolizei und dänischer Polizei
- Studium (gD) an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD)
Einstellung & Bewerbung
Bewerbung über die Polizei Schleswig-Holstein online. Einstellung mehrmals jährlich. Unterschätze vor allem den Sporttest nicht — Ausdauer und Koordination werden geprüft. Einen Überblick über typische Anforderungen und Übungen gibt der Ratgeber zum Sporttest bei der Polizei.
Einstellungsprozess in Schleswig-Holstein
Der Weg zum Polizeibeamten in Schleswig-Holstein folgt einem klar geregelten Ablauf:
| Phase | Inhalt | Dauer ca. |
|---|---|---|
| Online-Bewerbung | Formular + Lebenslauf + Zeugnisse | 1–2 Wochen Bearbeitungszeit |
| Schriftlicher Eignungstest | Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen, Logik | 2–4 Stunden |
| Sporteignungstest | Ausdauer, Kraft, Koordination | 1–2 Stunden |
| Psychologischer Test | Persönlichkeit, Belastbarkeit | 1–2 Stunden |
| Medizinische Untersuchung | Sehvermögen, Allgemeingesundheit | 1 Tag |
So liest du die Tabelle: Die Phasen bauen aufeinander auf — wer eine Stufe nicht besteht, scheidet in der Regel aus dem laufenden Verfahren aus, kann sich aber meist zum nächsten Termin erneut bewerben. Die Zeitangaben sind Richtwerte; vom Absenden der Bewerbung bis zur Zusage vergehen insgesamt oft mehrere Monate. Plane deshalb mit Vorlauf zum gewünschten Einstellungstermin.
Schleswig-Holstein bildet an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) aus. Das Bachelor-Studium Polizeivollzugsdienst dauert 3 Jahre. Einstellungen erfolgen regelmäßig — die Polizei SH ist eine der modernisiertesten in Deutschland.
Höchstalter in Schleswig-Holstein: 34 Jahre. Schleswig-Holstein liegt im Vergleich der norddeutschen Bundesländer im Mittelfeld bei Besoldung.
Was bleibt netto? Schleswig-Holstein im Vergleich
Das Brutto-Gehalt ist nur die halbe Wahrheit. Was ein Polizeikommissar in Schleswig-Holstein effektiv behält:
- A9 Einstieg (Stufe 2) brutto in Schleswig-Holstein: 3.335,77 € Grundgehalt (Tabelle gültig seit 01.11.2024)
- Netto: Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung — der Abstand zwischen Brutto und Netto ist deshalb deutlich kleiner als bei Angestellten. Wie viel genau bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Zulagen ab.
- Krankenversicherung: Als Polizeibeamter in Schleswig-Holstein hast du Heilfürsorge: Der Staat übernimmt 100 % deiner Krankheitskosten direkt. Du sparst damit ca. 150–250 € pro Monat gegenüber Beihilfe-Bundesländern wie Bayern oder Hessen.
Im Bundesländer-Ranking liegt Schleswig-Holstein bei der Besoldung auf Platz 8-10. Hamburg zahlt im direkten Vergleich spürbar mehr — für Pendler aus dem Umland ein Abwägungspunkt. Neben dem Grundgehalt spielen Zulagen (Polizeizulage, Schichtzulage, Gefahrenzulage) eine wichtige Rolle — diese können 200–400 € monatlich ausmachen.
Praktische Aspekte des Polizeialltags in Schleswig-Holstein
Gibt es besondere Herausforderungen im Polizeidienst in Schleswig-Holstein?
SH hat als nördlichstes Bundesland Besonderheiten: Grenzschutz zu Dänemark, Küstenstreifen (Nordsee, Ostsee), und Tourismussicherheit in der Hochsaison. Wer maritime und ländliche Einsätze schätzt, findet in SH ein attraktives Umfeld. Die Pendelentfernung zu Hamburg für Wohnzwecke ist für viele attraktiv.
Wie entwickelt sich die Besoldung in SH in den nächsten Jahren?
Die aktuell gezahlte Besoldungstabelle gilt seit dem 1. November 2024. Eine weitere Anpassung ist als Gesetzentwurf auf dem Weg (Kabinettsbeschluss Juni 2026, unter anderem +3,2 % mit Mindestbetrag sowie +3,8 % für 2027) — in Kraft ist sie noch nicht. Mittelfristig nähert sich SH dem Niveau der anderen norddeutschen Länder an. Wer jetzt einsteigt, profitiert von zukünftigen Anpassungen.
Häufige Fragen zum Polizeidienst in Schleswig-Holstein
Hat Schleswig-Holstein Heilfürsorge für Polizeibeamte?
Ja — Schleswig-Holstein gewährt Polizeibeamten Heilfürsorge. Das bedeutet 100 % Kostenübernahme bei Krankheit durch den Dienstherr. Im Vergleich zu Bayern (Beihilfe) ist das ein Nettovorteil von ca. 150–250 € pro Monat.
Was verdient ein Polizeikommissar in Schleswig-Holstein?
Ein Polizeikommissar (A9) startet nach der aktuell gezahlten Besoldungstabelle (gültig seit 01.11.2024) mit 3.335,77 € brutto Grundgehalt in der Einstiegsstufe 2. In der Endstufe 11 sind es 4.099,70 € brutto. Zulagen wie die Polizeizulage und Schichtzulagen kommen jeweils hinzu.
Wie viele Erfahrungsstufen hat die Besoldung in Schleswig-Holstein?
Das Stufenmodell in Schleswig-Holstein reicht bis Stufe 12. Stufe 1 ist ab A7 unbesetzt, und die Einstiegsstufe steigt mit der Besoldungsgruppe: A7 bis A10 beginnen in Stufe 2, A11 in Stufe 3, A12 und A13 in Stufe 4. Der Stufenaufstieg erfolgt anfangs alle zwei, später alle drei beziehungsweise vier Jahre.
Wie ist die Bewerbungssituation in Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern?
Schleswig-Holstein ist weniger stark beworben als NRW oder Bayern, was die Chancen für Bewerber erhöht. Die Anforderungen sind vergleichbar: Sporttest, schriftlicher Test, psychologischer Test und medizinische Untersuchung. Wer in Norddeutschland bleiben möchte, sollte SH und Hamburg parallel bewerben.
Kann ich mich gleichzeitig in mehreren Bundesländern bewerben?
Ja — und das ist sinnvoll, besonders wenn du im Grenzgebiet lebst. Die Einstellungsverfahren sind voneinander unabhängig. Bedenke dabei: unterschiedliche Besoldungsgesetze, Krankenversicherungssysteme (Heilfürsorge vs. Beihilfe) und Höchstaltersgrenzen. Schleswig-Holstein und Nachbarländer im Vergleich aufstellen, bevor du dich entscheidest.
Bis zu welchem Alter kann ich mich in Schleswig-Holstein bewerben?
Das Höchstalter für die Einstellung in den Polizeidienst in Schleswig-Holstein liegt bei 34 Jahren. Wer nahe an dieser Grenze ist, sollte die Bewerbung nicht aufschieben und die Fristen der Einstellungstermine im Blick behalten.
Wie lange dauert die Ausbildung bei der Polizei Schleswig-Holstein?
Für den gehobenen Dienst absolvierst du ein dreijähriges Bachelor-Studium Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD). Bereits während des Studiums bist du Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge.
Kostenlose Erstinformation für Polizisten in Schleswig-Holstein
PKV, DU-Versicherung, Rechtsschutz – unverbindlich informieren.
