Polizist Gehalt nach Bundesland 2026: Der große Vergleich

Polizist Gehalt nach Bundesland 2026

Welches Bundesland zahlt am meisten? Der vollständige Vergleich — ergänzend zu allen Besoldungsgruppen.

In Deutschland ist Polizei Ländersache — und das gilt auch für das Gehalt. Es gibt zwar ein Bundesbesoldungsgesetz für die Bundespolizei und das BKA, doch die 16 Bundesländer besolden ihre Beamten eigenständig nach eigenen Landesbesoldungsgesetzen. Das Ergebnis sind 17 verschiedene Gehaltstabellen für denselben Beruf. Wie groß die Unterschiede sind, zeigt ein Blick auf die Besoldungsgruppe A9 (Polizeikommissar): Nach den aktuell gültigen Besoldungstabellen reicht das Grundgehalt in der jeweiligen Endstufe von rund 4.075 Euro brutto in Bremen bis rund 4.450 Euro in Sachsen — die Bundespolizei liegt mit rund 4.535 Euro sogar darüber. Bei gleicher Tätigkeit und gleichem Dienstgrad trennen zwei Beamte also mehrere hundert Euro pro Monat.

Auf dieser Seite findest du den Ländervergleich als Tabelle, die Gründe für die Spreizung, ein konkretes Rechenbeispiel, was der Unterschied über die Jahre ausmacht, und den oft unterschätzten Kaufkraft-Faktor. Einen Überblick über alle Besoldungsgruppen vom Anwärter bis A13 bietet ergänzend die Seite zum Polizisten-Gehalt insgesamt.

Gehaltsvergleich Bundesländer — A9 Eingangsstufe (Berufseinstieg)

So liest du die Tabelle: Die Spalte „A9 Eingangsstufe (brutto)“ zeigt das centgenaue monatliche Grundgehalt in der jeweiligen Eingangsstufe nach der aktuell gezahlten amtlichen Besoldungstabelle, die Polizeizulage kommt als eigene Zulage obendrauf, „Gesamt“ ist die Summe aus beidem. Wichtig für die Einordnung: Die Stufenmodelle unterscheiden sich je nach Land erheblich — manche Länder führen ihre Tabellen bis Stufe 10, 11 oder 12, und auch die Nummerierung der Eingangsstufe variiert (Bayern startet zum Beispiel in Stufe 2). Mit den Dienstjahren steigt das Grundgehalt deutlich über die hier gezeigten Einstiegswerte hinaus; alle Stufen stehen in den einzelnen Landestabellen (siehe etwa Besoldungstabelle Bayern). Dein persönliches Ergebnis inklusive Zulagen kannst du mit dem Polizei-Gehaltsrechner für jedes Bundesland durchspielen.

Bundesland A9 Eingangsstufe (brutto) Polizeizulage Gesamt ca. Bewertung
Bayern 3.294,99 € 186,27 € ca. 3.481 € ⭐⭐⭐⭐
Baden-Württemberg 3.480,07 € –* ca. 3.480 €* ⭐⭐⭐⭐
Hamburg 3.322,56 € 170,00 € ca. 3.493 € ⭐⭐⭐⭐
Hessen 3.271,42 € 160,00 € ca. 3.431 € ⭐⭐⭐
NRW 3.438,22 € –* ca. 3.438 €* ⭐⭐⭐
Berlin 3.352,48 € 170,78 € ca. 3.523 € ⭐⭐⭐⭐⭐ Spitze
Niedersachsen 3.281,97 € 180,00 € ca. 3.462 € ⭐⭐⭐⭐
Rheinland-Pfalz 3.292,40 € –* ca. 3.292 €* ⭐⭐
Brandenburg 3.241,87 € 127,38 € ca. 3.369 € ⭐⭐
Sachsen 3.403,76 € 150,00 € ca. 3.554 € ⭐⭐⭐⭐⭐ Spitze
Thüringen 3.252,47 € 145,00 € ca. 3.397 € ⭐⭐⭐
Mecklenburg-Vorpommern 3.315,82 € –* ca. 3.316 €* ⭐⭐
Sachsen-Anhalt 3.308,03 € 152,86 € ca. 3.461 € ⭐⭐⭐⭐
Bremen 3.188,26 € 127,38 € ca. 3.316 € ⭐⭐
Saarland 3.324,03 € 135,14 € ca. 3.459 € ⭐⭐⭐
Schleswig-Holstein 3.335,77 € 171,45 € ca. 3.507 € ⭐⭐⭐⭐⭐ Spitze
Bund (Bundespolizei) 3.551,63 € 228,00 € ca. 3.780 € ⭐⭐⭐⭐⭐ Spitze

* Für Baden-Württemberg, NRW, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern ist der amtliche 2026-Wert der Polizeizulage nicht öffentlich belegt — „Gesamt“ ist dort ohne Zulage angegeben. Die ausgewiesenen Zulagen-Werte zeigen jeweils die volle Stufe der Polizeizulage (in der Regel ab dem 3. Dienstjahr); in den ersten Dienstjahren wird meist ein reduzierter Betrag gezahlt. Hamburg: Die Polizeizulage steigt zum 1.8.2026 auf 180,00 Euro. Alle Grundgehälter sind amtliche Werte nach dem jeweils aktuell gezahlten Tabellenstand (z. B. Sachsen April 2026, Bayern Februar 2025, Brandenburg Juli 2024, Bund Mai 2026).

Die Spreizung beim A9-Einstieg ist deutlich: Beim Grundgehalt trennen den Spitzenreiter unter den Ländern, Baden-Württemberg (rund 3.480 Euro), und das Schlusslicht Bremen (rund 3.188 Euro) knapp 300 Euro brutto monatlich; inklusive Polizeizulage liegen zwischen Sachsen (ca. 3.554 Euro) und Bremen (ca. 3.316 Euro) rund 240 Euro — der Bund zahlt mit ca. 3.780 Euro nochmals mehr. Das klingt überschaubar — über eine 35-jährige Karriere summiert sich schon eine konstante Differenz von 250–350 Euro auf rund 105.000–150.000 Euro brutto. Beachte dabei: Die Tabelle bildet eine Momentaufnahme ab. Weil die Länder ihre Besoldung zu unterschiedlichen Terminen anpassen, verschieben sich die Plätze im Ranking immer wieder — Sachsen zum Beispiel hat sich mit seiner Anpassung zum April 2026 beim A9-Grundgehalt in der Endstufe an die Spitze der Länder geschoben.

Warum gibt es Unterschiede?

Die Spreizung entstand historisch: Westdeutsche Länder haben ihre Besoldung nach der Wiedervereinigung stärker angehoben als die Ost-Bundesländer, die zunächst an die Westeinstufungen herangeführt wurden. Heute spielen Haushaltslage, Lebenshaltungskosten und politischer Wille eine Rolle. Bayern und Baden-Württemberg haben gezielt höhere Besoldungen durchgesetzt, um qualifizierte Bewerber anzuziehen — mit Erfolg: Beide Länder gelten als besonders beliebte Dienstorte.

Dazu kommt der Zeitfaktor: Tarifabschlüsse werden von den Ländern zu unterschiedlichen Terminen auf die Beamten übertragen. Zum 1. April 2026 haben unter anderem Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen ihre Grundgehälter angehoben oder die Erhöhung verbindlich beschlossen; der Bund folgte zum 1. Mai 2026. Andere Länder zahlen im Sommer 2026 dagegen noch nach älteren Tabellenständen — Brandenburg etwa nach der Tabelle vom Juli 2024, dort liegt für eine kräftige Nachholanpassung allerdings bereits ein Gesetzentwurf vor — beschlossen ist sie noch nicht. Neben dem Gehalt unterscheiden sich auch Einstellungsvoraussetzungen und Arbeitsbedingungen von Land zu Land — der Überblick Polizei nach Bundesland stellt beides gegenüber.

Zulagen: Was zum Grundgehalt dazukommt

Das Grundgehalt ist nur die Basis. Praktisch jeder Polizeivollzugsbeamte erhält zusätzlich die Polizeizulage, deren Höhe sich je nach Dienstherrn unterscheidet. Wer im Wechselschichtdienst arbeitet, bekommt außerdem Erschwerniszulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste; Verheiratete und Eltern erhalten den Familienzuschlag. Für den Netto-Vergleich wichtig: Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, dadurch bleibt vom Brutto deutlich mehr übrig als bei Angestellten mit gleichem Gehalt. Dafür geht — je nach Bundesland — ein Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab, sofern das Land keine freie Heilfürsorge gewährt.

Rechenbeispiel: Was der Standort über die Jahre ausmacht

Wie stark sich der Dienstherr auf das Lebenseinkommen auswirkt, zeigt ein Vergleich der A9-Endstufen nach den jeweils aktuell gültigen Besoldungstabellen (Sachsen: Stand April 2026, Bremen: Stand Februar 2025):

Grundgehalt A9 in der Endstufe: Sachsen ca. 4.450 Euro, Bremen ca. 4.075 Euro brutto monatlich.
Monatliche Differenz: 4.450 € − 4.075 € = ca. 375 Euro brutto
Aufs Jahr gerechnet: 375 € × 12 = ca. 4.500 Euro brutto
Über 20 Jahre in der Endstufe: 4.500 € × 20 = ca. 90.000 Euro brutto

Gerechnet ist hier bewusst konservativ: nur das Grundgehalt, ohne Polizeizulage, Familienzuschlag und künftige Besoldungserhöhungen — und ohne die Jahre vor Erreichen der Endstufe, in denen ebenfalls Monat für Monat eine Differenz aufläuft. Das Beispiel zeigt die Größenordnung, ersetzt aber keine individuelle Berechnung: Steuerklasse, Stufe und Zulagen verändern das Ergebnis.

Kaufkraft: Netto ist nicht alles

Wer nur das Bruttogehalt vergleicht, übersieht einen wichtigen Faktor: die Lebenshaltungskosten. Ein Polizeikommissar in München mit rund 3.295 Euro brutto Grundgehalt laut Vergleichstabelle zahlt für eine 70-m²-Wohnung leicht 1.400–1.800 Euro Miete. Derselbe Beamte in Erfurt mit rund 3.252 Euro brutto findet eine vergleichbare Wohnung für 700–900 Euro. Die tatsächliche Kaufkraft kann sich damit zugunsten der Ost-Länder verschieben — besonders für Beamte, die keine Ansprüche an Großstadtleben haben. Einige Länder versuchen, hohe Mieten über Ballungsraum- oder Ortszuschläge abzufedern; ob und in welcher Höhe es solche Zuschläge gibt, ist ebenfalls Ländersache.

Häufige Fragen zum Bundesland-Vergleich

Welches Bundesland zahlt Polizisten am meisten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil sich die Rangfolge je nach Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Anpassungstermin verschiebt. Beim A9-Grundgehalt in der Endstufe liegt nach den aktuell gültigen Tabellen Sachsen mit rund 4.450 Euro an der Spitze der Länder, Bremen bildet mit rund 4.075 Euro das Schlusslicht. Die Bundespolizei zahlt in der Endstufe mit rund 4.535 Euro noch mehr.

Kann ich als Landesbeamter das Bundesland wechseln?

Ja, aber mit Aufwand. Versetzungen zwischen Bundesländern sind möglich, erfordern aber die Zustimmung beider Länder und eine neue Verbeamtung. In der Praxis dauert das oft 1–2 Jahre. Eine Gegenseitigkeitsvereinbarung erleichtert den Wechsel zwischen bestimmten Länderpaaren.

Lohnt es sich, für ein höheres Gehalt umzuziehen?

Das hängt vom individuellen Lebensplan ab. Wer bereits in Bayern oder Baden-Württemberg lebt, sollte dort einsteigen. Wer in einem ost- oder norddeutschen Bundesland aufgewachsen ist, profitiert von niedrigeren Lebenshaltungskosten — und die Gehaltslücke schließt sich bei Familien durch Familienzuschlag und günstige Mieten teilweise wieder.

Was zahlt die Bundespolizei im Vergleich?

Die Bundespolizei zahlt nach Bundesbesoldungsgesetz. Für A9 reicht die Spanne nach der Tabelle mit Stand Mai 2026 von rund 3.552 Euro in Stufe 1 bis rund 4.535 Euro in der Endstufe 8. Damit liegt der Bund beim Grundgehalt an der Spitze des Vergleichs. Details dazu im Beitrag zum Bundespolizei-Gehalt.

Wie aktuell sind die Besoldungstabellen der Länder?

Die Anpassungstermine variieren stark: Mehrere Länder — darunter Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen — haben ihre Grundgehälter zum 1. April 2026 angehoben oder die Erhöhung beschlossen; der Bund folgte zum 1. Mai 2026. Andere Länder zahlen zunächst noch nach älteren Tabellenständen, Brandenburg etwa nach dem Stand vom Juli 2024. Prüfe deshalb immer den Gültigkeitsstand der jeweiligen Tabelle.

Zählt die Polizeizulage zum Grundgehalt?

Nein. Die Polizeizulage ist eine eigene monatliche Zulage, die zusätzlich zum Grundgehalt gezahlt wird; ihre Höhe unterscheidet sich je nach Dienstherrn. In der Vergleichstabelle oben ist sie deshalb als eigene Spalte ausgewiesen.

Spielt die Krankenversicherung beim Bundesland-Vergleich eine Rolle?

Ja, indirekt. Je nach Bundesland erhalten Polizeivollzugsbeamte freie Heilfürsorge oder Beihilfe. Mit freier Heilfürsorge fallen während der aktiven Dienstzeit in der Regel keine eigenen Beiträge zur Krankenversicherung an; in Beihilfe-Ländern kommt ein Beitrag zur privaten Restkostenversicherung dazu. Das kann den Netto-Vergleich zwischen zwei Ländern spürbar verschieben.

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