
Polizeikommissar werden 2026: Gehobener Dienst
Der direkte Einstieg in den gehobenen Dienst — Voraussetzungen, Studium und Karriere.
Was ist ein Polizeikommissar?
Der Polizeikommissar (PK) ist der Einstiegsdienstgrad im gehobenen Polizeidienst (gD). Er wird nach dem Bachelor-Studium an der Polizeihochschule verliehen — Besoldungsgruppe A9.
Der gehobene Dienst unterscheidet sich vom mittleren Dienst (mD) vor allem durch die Eingangsvoraussetzung: Wer mit Abitur oder Fachhochschulreife direkt einsteigt, absolviert ein dreijähriges duales Studium und startet danach als PK in A9. Wer stattdessen zunächst eine Ausbildung im mittleren Dienst durchläuft, kann sich nach einigen Dienstjahren über eine interne Aufstiegsprüfung ebenfalls in den gehobenen Dienst hocharbeiten. Beide Wege führen letztlich in dieselbe Laufbahngruppe, unterscheiden sich aber in Startzeitpunkt und Praxiserfahrung — mehr dazu weiter unten im Vergleich „Studium vs. Aufstieg“. Der Polizeikommissar übernimmt vom ersten Tag an eigenverantwortlich Aufgaben im Streifen- und Ermittlungsdienst, wächst aber mit steigender Erfahrungsstufe und wachsender Verantwortung schrittweise in Führungsaufgaben hinein. Die folgende Tabelle zeigt die typische Aufstiegskette vom Berufseinstieg bis zur ersten Führungsebene.
| Dienstgrad | Besoldung | Stufe |
|---|---|---|
| Polizeikommissar (PK) | A9 | Berufsstart |
| Polizeioberkommissar (POK) | A10 | nach ~3 J. |
| Polizeihauptkommissar (PHK) | A11 | nach ~8 J. |
| Erster PHK | A12 | nach ~15 J. |
So liest du die Tabelle: Die Spalte „Stufe“ gibt an, nach wie vielen Dienstjahren die Beförderung typischerweise möglich ist — ein Anspruch darauf besteht nicht automatisch, entscheidend sind freie Planstellen, dienstliche Beurteilungen und teils Bewerbungsverfahren. Die Besoldungsgruppe (A9 bis A12) bestimmt das Grundgehalt, das zusätzlich in Erfahrungsstufen gestaffelt ist und automatisch mit der Dienstzeit steigt. Die genaue Höhe und der Stufenrhythmus unterscheiden sich je nach Bundesland spürbar; einen vollständigen Überblick findest du in der Gehaltsübersicht nach Bundesland.
Voraussetzungen
Für den direkten Einstieg in den gehobenen Dienst gelten neben den formalen Zugangsvoraussetzungen auch gesundheitliche und persönliche Eignungskriterien, die im Auswahlverfahren geprüft werden:
- Schulabschluss: Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife
- Alter: Mind. 16, max. 32 Jahre bei Einstellung (Bundesland-abhängig)
- Körperliche Eignung: Sporttest bestehen
- Psychologische Eignung: Persönlichkeitstest + Interview
- Verfassungstreue: Keine Vorstrafen, polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge
Studium: 3 Jahre an der Polizeihochschule
Das duale Polizei-Studium dauert 3 Jahre und endet mit dem Bachelor of Arts (B.A.) — Polizei. Du bist während des gesamten Studiums verbeamtet auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge (ca. 1.300–1.600 € / Monat). Der Status „auf Widerruf“ bedeutet, dass die Verbeamtung noch nicht endgültig ist — erst nach erfolgreichem Studienabschluss und bestandener Probezeit erfolgt die Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe und später auf Lebenszeit. Das Studium kombiniert theoretische Ausbildungsabschnitte an der Hochschule mit praktischen Einsatzphasen bei der Schutzpolizei, sodass Studierende bereits während der Ausbildung Diensterfahrung im Streifendienst sammeln.
Karriereperspektiven nach dem Studium
Nach dem erfolgreichen Abschluss stehen mehrere Einsatzbereiche und Entwicklungswege offen:
- Wach- und Wechseldienst als Einsatzbeamter
- Kriminalpolizei (nach Erfahrung und Bewerbung)
- Führungsposition: Dienstgruppenleiter, Sachbearbeiter, Kommissariatsleiter
- Aufstieg in den höheren Dienst über Direktaufstieg (Master) möglich, etwa als Polizeirat
Rechenbeispiel: Vom Berufseinstieg zur ersten Beförderung
Wie sich das Grundgehalt beim Aufstieg tatsächlich entwickelt, lässt sich am Beispiel Nordrhein-Westfalens nachvollziehen (Werte 2026 laut amtlicher Besoldungstabelle). In NRW werden die Erfahrungsstufen 1 bis 12 landesweit einheitlich durchnummeriert; für A9 sind die Stufen 1 und 2 nicht besetzt, der Berufseinstieg erfolgt daher direkt in Stufe 3.
- Einstieg als PK, A9, Stufe 3: ca. 3.438,22 € Grundgehalt brutto/Monat
- Nach zwei Jahren, A9, Stufe 4: ca. 3.565,23 € brutto/Monat — ein Plus von rund 127 € (ca. +3,7 %) allein durch den automatischen Stufenaufstieg
- Nach Beförderung zum POK, A10, Stufe 3: ca. 3.693,51 € brutto/Monat — rund 255 € mehr als der Direkteinstieg in A9 Stufe 3
Zum Grundgehalt können je nach Bundesland und Verwendung weitere Bestandteile hinzukommen, etwa die Polizeizulage oder Erschwerniszulagen für Schicht- und Wechselschichtdienst — diese sind nicht in den obigen Beträgen enthalten und variieren stark nach Einsatzbereich. Da Bayern die Stufen anders zählt (dort ist ebenfalls Stufe 1 unbesetzt, der Einstieg erfolgt in Stufe 2 mit ca. 3.295 € brutto in A9), zeigt das Beispiel zugleich, warum ein bundesweiter Pauschalwert wenig aussagekräftig ist und die Landestabelle immer die verlässlichere Quelle ist.
Polizeikommissar vs. Polizeihauptkommissar: Was ist der Unterschied?
Die folgende Übersicht stellt die Dienstgrade vom Berufseinstieg bis zur ersten Führungsebene mit Voraussetzung und typischer Funktion gegenüber. Wichtig beim Lesen: „Voraussetzung“ beschreibt den formalen Weg dorthin, nicht die Wartezeit — diese hängt zusätzlich von freien Stellen und der Beurteilungslage im jeweiligen Bundesland ab. Details zur Besoldung von A11 findest du in der Übersicht zum Polizeihauptkommissar-Gehalt.
| Dienstgrad | Besoldung | Voraussetzung | Typische Funktion |
|---|---|---|---|
| Polizeikommissar (PK) | A9 | Bachelor PD nach Studium | Einsatzbeamter gD |
| Polizeikommissar (PK m.D.A.) | A9+Z | 3J. gD-Dienst + Prüfung | Führungsposition |
| Polizeioberkommissar (POK) | A10 | Beförderung nach Dienstzeit | Gruppenführer |
| Polizeihauptkommissar (PHK) | A11 | Beförderung + Beurteilung | Dienstgruppenleiter |
Häufige Fragen zum Polizeikommissar
Was verdient ein frisch eingestellter Polizeikommissar?
Nach erfolgreichem Studium (Bachelor) wird man direkt als Polizeikommissar in A9 eingestellt. Wie hoch das Grundgehalt in der Eingangsstufe ausfällt, hängt vom Bundesland ab: In NRW beispielsweise startet A9 wegen der dort unbesetzten Stufen 1–2 direkt in Stufe 3 mit ca. 3.438 € brutto, in Bayern liegt der Einstieg in Stufe 2 bei ca. 3.295 € brutto. Vom Brutto gehen Steuern und Sozialabgaben ab, zusätzlich unterscheidet sich die Krankenvorsorge je nach Bundesland (Heilfürsorge oder Beihilfe plus PKV) — das wirkt sich ebenfalls auf das verfügbare Nettoeinkommen aus. Die Stufen steigen automatisch mit der Dienstzeit weiter.
Wie lange dauert der Aufstieg vom PK zum PHK?
Typisch 8–15 Jahre, abhängig von Bundesland, freien Stellen und persönlicher Beurteilung. Der Weg: PK → POK (nach ca. 3–5 Jahren) → PHK (weitere 4–6 Jahre). Wer früher aufsteigen möchte, muss in Führungspositionen wechseln und hervorragende Beurteilungen vorweisen.
Kann ein Polizeikommissar auch zur Kripo wechseln?
Ja — nach ein paar Jahren Berufserfahrung in der Schutzpolizei ist der Wechsel zur Kriminalpolizei möglich (und üblich). Im gehobenen Dienst (Kommissar aufwärts) ist der Kriminalkommissar (KK) das Äquivalent — gleiche Besoldung, andere Aufgaben. Ein geplanter Wechsel zur Kripo sollte früh im Karrieregespräch kommuniziert werden.
Kann ich nach dem Polizei-Bachelor noch ein weiteres Studium beginnen?
Ja — viele PK nutzen berufsbegleitende Master-Studien (Master of Arts in Kriminologie, Sicherheitsmanagement, Verwaltungsrecht) um in den Höheren Dienst (hD) aufzusteigen. Alternativ gibt es Aufstiegsprüfungen zum Polizeirat (A13+). Berufsbegleitendes Studium ist zeitaufwendig, wird aber von vielen Bundesländern unterstützt.
Welche Zulagen kommen zum Grundgehalt eines Polizeikommissars hinzu?
Neben dem tabellarischen Grundgehalt kann je nach Verwendung und Bundesland die Polizeizulage hinzukommen, außerdem Erschwerniszulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst im Schichtbetrieb. Die Höhe dieser Zulagen ist nicht Teil der Grundgehaltstabelle und muss gesondert betrachtet werden — pauschale Aussagen dazu sind wegen der Länderunterschiede nicht seriös möglich.
Ist die Verbeamtung während des Studiums schon endgültig?
Nein. Während des dreijährigen Studiums bist du zunächst verbeamtet auf Widerruf — ein vorläufiger Status, der jederzeit widerrufen werden kann, etwa bei Nichtbestehen von Prüfungen. Erst nach erfolgreichem Abschluss und einer anschließenden Probezeit erfolgt die Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe und später auf Lebenszeit.
Studium vs. Aufstieg: Welcher Weg ist besser?
Beide Wege führen in den gehobenen Dienst, unterscheiden sich aber deutlich in Startzeitpunkt, Praxiserfahrung und Ausgangsbesoldung:
- Direktstudium (gD): Mit Abitur direkt Bachelor PD — Einstieg als PK A9 nach 3 Jahren
- Aufstieg aus mD: 3–5 Jahre Polizeibeamter mD, dann Aufstiegsprüfung → A9 → teils in A9+Zulage eingestuft
- Zeitvorteil Direktstudium: 3 Jahre früher in A9 als Aufstiegsbeamter
- Erfahrungsvorteil Aufstieg: Aufstiegsbeamte haben 3–5 Jahre Praxiserfahrung — teils bessere Karriereperspektiven
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