
GdP – Gewerkschaft der Polizei
Was die GdP ihren Mitgliedern bietet und ob sich eine Mitgliedschaft lohnt
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist mit 213.646 Mitgliedern (Stand Ende 2025, Mitgliederstatistik des DGB) die größte Polizeigewerkschaft Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Polizeibeamten gegenüber Politik und Arbeitgebern – auf Bundes- und Landesebene. Für viele Kolleginnen und Kollegen ist die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft eine der ersten Entscheidungen nach der Verbeamtung: Sie betrifft nicht nur den monatlichen Beitrag, sondern auch die Frage, wer im Ernstfall an deiner Seite steht – etwa bei einem Disziplinarverfahren oder einer Strafanzeige nach einem Diensteinsatz. Die GdP ist Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und tritt bei Tarif- und Besoldungsverhandlungen als eine der stärksten Stimmen für Polizeibeschäftigte auf. Neben der klassischen gewerkschaftlichen Interessenvertretung bietet sie ihren Mitgliedern ein Bündel praktischer Leistungen: Rechtsschutz, Beratung, Fortbildungen und Vergünstigungen. Ob sich der Beitrag lohnt, hängt jedoch stark davon ab, welche Absicherung du bereits hast und wie hoch dein individuelles Risiko ist, dienstlich in Konflikte zu geraten. Dieser Ratgeber ordnet ein, was die GdP konkret leistet, wie sie sich von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) unterscheidet, was die Mitgliedschaft kostet und für wen sie sich besonders lohnt.
Was leistet die GdP konkret?
Die folgende Tabelle zeigt die Kernleistungen einer GdP-Mitgliedschaft im Überblick. Wichtig für die Einordnung: Der gewerkschaftliche Rechtsschutz greift in aller Regel nur bei dienstlichen Vorgängen – also bei Handlungen, die im Rahmen deiner Diensthandlung entstanden sind. Privatrechtliche Streitigkeiten außerhalb des Dienstes deckt er meist nicht ab, dafür braucht es eine private Rechtsschutzversicherung. Beratung und Fortbildungen richten sich vor allem an Fragen des Dienst- und Beamtenrechts, etwa bei Versetzung, Beförderung oder Fragen zur Besoldung.
| Leistung | Details |
|---|---|
| Rechtsschutz | Kostenlose Rechtsvertretung bei Disziplinarverfahren, Strafanzeigen gegen Beamte, Arbeitsrechtsfragen |
| Tarifverhandlungen | Aushandlung von Besoldungserhöhungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen |
| Beratung | Persönliche Beratung zu Dienstrecht, Versetzung, Beförderung |
| Haftpflichtschutz | Ergänzende Diensthaftpflicht im Rahmen der Mitgliedschaft |
| Vergünstigungen | Rabatte bei Versicherungen, Reisen, Fahrzeugen |
| Fortbildungen | Seminare und Schulungen zu Dienstrecht und Beamtenrecht |
Für die praktische Absicherung ist vor allem die Kombination relevant: Der gewerkschaftliche Rechtsschutz deckt den dienstlichen Bereich ab, eine zusätzliche private Rechtsschutzversicherung schließt die Lücke für private Rechtsstreitigkeiten. Wer beide Bausteine kombiniert, ist in den meisten Alltagssituationen als Polizist gut abgesichert.
GdP vs. DPolG – Welche Gewerkschaft ist die richtige?
Neben der GdP existiert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). Beide vertreten ähnliche Interessen, unterscheiden sich aber in Ausrichtung und Schwerpunkten:
| Kriterium | GdP | DPolG |
|---|---|---|
| Mitglieder | rund 214.000 (Ende 2025) | rund 100.000 (eigene Angabe) |
| Ausrichtung | DGB-Mitglied, sozialdemokratisch geprägt | Unabhängig, konservativere Tendenz |
| Rechtsschutz | Ja | Ja |
| Schwerpunkt | Besoldung, Arbeitsbedingungen | Innere Sicherheit, Beamtenrecht |
So liest du die Tabelle: Die Mitgliederzahl sagt vor allem etwas über den politischen Einfluss bei Verhandlungen aus – je größer die Gewerkschaft, desto mehr Gewicht hat ihre Stimme gegenüber Innenministerien und Tarifpartnern. Die „Ausrichtung“ beschreibt eher die politische Verortung als die Qualität der Leistungen: Beim Rechtsschutz sind GdP und DPolG in der Praxis meist gleichwertig aufgestellt. Unterschiede zeigen sich eher in regionalen Schwerpunkten und in der Frage, welche Gewerkschaft in deinem Bundesland oder deiner Dienststelle traditionell stärker vertreten ist – ein guter Grund, auch die Empfehlung erfahrener Kolleginnen und Kollegen vor Ort einzuholen.
Tipp: Die Mitgliedsbeiträge bei beiden Gewerkschaften sind steuerlich absetzbar als Werbungskosten.
Was kostet die GdP? Mitgliedsbeitrag 2026
Die GdP rechnet nicht mit einem Prozentsatz deines Gehalts, sondern mit festen Monatsbeiträgen je Besoldungs- oder Entgeltgruppe. Welcher Betrag für dich gilt, steht in der Beitragstabelle deines Landesbezirks oder Bezirks. Steigen die Einkommen im öffentlichen Dienst, passt die GdP die Beträge an; auch nach einer Beförderung rutschst du in eine andere Beitragsgruppe. Im Bezirk BKA und im Landesbezirk Nordrhein-Westfalen wird vierteljährlich per SEPA-Lastschrift abgebucht. Nach Angabe der GdP liegt der Beitrag unter einem Prozent des Nettoeinkommens. Wer im Ruhestand Mitglied bleibt, zahlt weniger – im Bezirk BKA etwa 70 Prozent des Beitrags aktiver Mitglieder.
Rechenbeispiel: GdP-Beitrag in A 9
Eine Kriminalkommissarin beim BKA (A 9), die in der GdP organisiert ist, zahlt nach der Beitragstabelle des Bezirks BKA ab dem 1. August 2026 21,62 € im Monat. Weil vierteljährlich abgebucht wird, gehen pro Quartal 64,86 € vom Konto, aufs Jahr gerechnet 259,44 €. Nach der Beförderung nach A 10 wären es 23,56 €, in A 11 26,85 € im Monat.
Die Landesbezirke haben eigene Tabellen mit ähnlicher Staffelung: In Nordrhein-Westfalen lag A 9 nach der Beitragsübersicht mit Stand 1. November 2024 bei 19,52 € im Monat.
Steuerlich gehört der Beitrag zu den Werbungskosten (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 EStG). Seit dem Steuerjahr 2026 wird er zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € berücksichtigt (§ 9a Satz 3 EStG): Er senkt die Steuer also auch dann, wenn deine übrigen Werbungskosten unter dem Pauschbetrag bleiben. Wie viel du sparst, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab.
Wann lohnt sich die Mitgliedschaft besonders?
Der größte Mehrwert entsteht beim Rechtsschutz: Polizisten sind häufig Gegenstand von Strafanzeigen oder Disziplinarverfahren. Eine gewerkschaftliche Rechtsvertretung kann Kosten von mehreren tausend Euro einsparen. Wer zusätzlich eine private Rechtsschutzversicherung abschließt, ist optimal abgesichert. Besonders wichtig ist die Mitgliedschaft für Beamte in Einsatzbereichen mit erhöhtem Konfliktpotenzial – etwa im Einsatz- und Streifendienst oder bei Demonstrationslagen, wo Diensthandlungen häufiger im Nachhinein juristisch geprüft werden. Auch für Berufseinsteiger kann sich der frühe Beitritt lohnen: Wer von Anfang an Mitglied ist, profitiert bereits während der Probezeit von Beratung und Rechtsschutz. Wer überwiegend im Innendienst tätig ist und ein geringeres Risiko für dienstliche Auseinandersetzungen hat, sollte den Nutzen individuell abwägen.
GdP-Mitgliedschaft: Weitere Leistungen im Überblick
Neben Rechtsschutz und Interessenvertretung bietet die GdP ihren Mitgliedern eine Reihe zusätzlicher Bausteine, die im Alltag oft unterschätzt werden. Die folgende Tabelle ergänzt die Übersicht oben um Beratungsangebote, Mitgliedermedien, den Sozialfonds und Rabattprogramme:
| Leistung | Details |
|---|---|
| Rechtsschutz | Kostenloser Rechtsbeistand in Disziplinar- und Strafverfahren (dienstlich) |
| Rechtsberatung | Telefonische Beratung durch Juristen zu Beamten-, Besoldungsrecht |
| Mitglieder-Magazine | Deutsche Polizei (monatlich), digitale Kanäle |
| Sozialfonds | Unterstützung bei unverschuldeter Notlage |
| Rabatte | Versicherungen, Reisen, Fahrzeuge (Konditionen je Angebot) |
Besonders der Sozialfonds ist vielen Mitgliedern nicht bekannt: Er unterstützt Kolleginnen und Kollegen, die unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten – etwa nach einem Dienstunfall mit längerer Ausfallzeit. Wie hoch die Rabatte bei Versicherungen, Reisen und Fahrzeugen ausfallen, hängt vom einzelnen Angebot ab; abrufen lassen sie sich oft direkt über die GdP-Kreisgruppe oder die Mitgliederportale.
Ob sich die Mitgliedschaft für dich persönlich rechnet, hängt letztlich mit deiner beruflichen Situation zusammen: Wer gerade erst verbeamtet wurde oder sich für Fragen rund um Gehalt und Besoldung interessiert, findet über die GdP nicht nur Rechtsschutz, sondern auch Ansprechpartner für dienstrechtliche Fragen direkt vor Ort in der Kreisgruppe.
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Häufige Fragen zu GdP und Gewerkschaftsmitgliedschaft
Brauche ich die GdP, wenn ich schon eine Rechtsschutzversicherung habe?
Die GdP bietet spezifisch dienstlichen Rechtsschutz (Disziplinarverfahren, Strafverfahren wegen Diensthandlungen) — das deckt eine normale private Rechtsschutzversicherung oft nicht vollständig ab. Beide ergänzen sich. Ein Polizist, der dienstlich verfolgt wird (z.B. nach einem Einsatz), ist mit GdP + privater Rechtsschutz optimal abgesichert.
Wie hoch ist der GdP-Beitrag?
Die GdP erhebt feste Monatsbeiträge je Besoldungsgruppe, die der jeweilige Landesbezirk festlegt. Beim GdP-Bezirk BKA sind es ab dem 1. August 2026 zum Beispiel 21,62 € in A 9 und 26,85 € in A 11, abgebucht wird vierteljährlich. Seit dem Steuerjahr 2026 zählt der Beitrag als Werbungskosten zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (§ 9a Satz 3 EStG) und senkt die Steuer damit auch dann, wenn die übrigen Werbungskosten unter dem Pauschbetrag bleiben.
Gibt es Alternativen zur GdP?
Ja — ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) ist ebenfalls für Polizisten möglich, aber primär für Verwaltungsbeamte. Die DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft) ist kleiner, aber ebenfalls aktiv. Die GdP hat bundesweit rund 214.000 Mitglieder (Ende 2025) und ist die stärkste Stimme für Polizeiinteressen in der Besoldungspolitik.
Was unterscheidet GdP von DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft)?
Die GdP ist die deutlich größere Gewerkschaft (rund 214.000 Mitglieder bundesweit, Ende 2025) und hat mehr politischen Einfluss bei Besoldungsverhandlungen. Die DPolG ist kleiner, aber in manchen Bundesländern präsenter. Beide bieten ähnliche Rechtsschutzleistungen. Die Wahl zwischen beiden hängt oft von regionalen Empfehlungen der Kollegen und der Stärke der lokalen Organisation ab. Inhaltlich sind beide gewerkschaftlich orientiert.
Kann ich schon als Polizeianwärter GdP-Mitglied werden?
Ja, die GdP nimmt auch Anwärterinnen und Anwärter im Vorbereitungsdienst auf und bietet ihnen in der Regel einen reduzierten Beitrag an. Die genauen Konditionen legt die Beitragsordnung des jeweiligen Landesbezirks fest — am besten direkt bei der GdP-Kreisgruppe deiner Ausbildungsdienststelle erfragen.
Wie kündige ich die GdP-Mitgliedschaft wieder?
Die Kündigung erfolgt schriftlich gegenüber dem zuständigen Landesbezirk. Üblich ist eine Kündigungsfrist von mehreren Monaten zum Jahresende, die genaue Frist regelt die Satzung des jeweiligen Landesbezirks. Am sichersten ist es, vor der Kündigung direkt bei der Geschäftsstelle nach der aktuell gültigen Frist zu fragen.
