Polizeibeamter Gehalt 2026: Besoldung, Zulagen & Tabellen

Polizeibeamter Gehalt 2026: Besoldung, Zulagen & Tabellen

Was verdient ein Polizist wirklich? Hier finden Sie aktuelle Besoldungstabellen, Einstiegsgehälter und alle Zulagen für Polizeibeamte in allen Bundesländern.

Das Wichtigste auf einen Blick: Das Gehalt eines Polizeibeamten richtet sich nach Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Bundesland. Im mittleren Dienst (A7–A9) beginnt das Grundgehalt nach den aktuellen Besoldungstabellen je nach Dienstherr (Bund und Länder) bei rund 2.890 bis 3.225 € brutto. Im gehobenen Dienst (A9–A13) bei rund 3.185 bis 3.555 € – jeweils ohne Zulagen.

Polizeibeamte werden nicht nach Tarifvertrag bezahlt, sondern nach Besoldungsgesetz. Ihr Gehalt heißt deshalb Besoldung und setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: dem Grundgehalt (bestimmt durch Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe), dem Familienzuschlag und verschiedenen Zulagen wie der Polizeizulage oder Schichtzulagen. Da Besoldung Ländersache ist, hat jedes Bundesland eine eigene Tabelle – dieselbe Besoldungsgruppe kann in zwei Ländern mehrere hundert Euro auseinanderliegen.

Nach den Besoldungsanpassungen 2025/2026 liegt das Grundgehalt beim Einstieg in den gehobenen Dienst (A9) je nach Dienstherr zwischen rund 3.185 und 3.555 € brutto; bei der Bundespolizei sind es 3.551,63 €. Auf dieser Seite finden Sie die Einstiegsgehälter nach Laufbahn, den Ländervergleich, alle wichtigen Zulagen und ein durchgerechnetes Praxisbeispiel. Für Ihre persönliche Konstellation empfiehlt sich zusätzlich der Polizei-Gehaltsrechner.

Einstiegsgehalt Polizei 2026 nach Laufbahn

Je nach Laufbahn unterscheidet sich das Einstiegsgehalt erheblich. Die Besoldungsgruppe hängt von der absolvierten Ausbildung oder dem Studium ab:

Laufbahn Besoldungsgruppe Einstiegsgehalt (brutto)
Mittlerer Dienst A7 – A9 ca. 2.890 – 3.225 €/Monat (A7)
Gehobener Dienst A9 – A13 ca. 3.185 – 3.555 €/Monat (A9)
Höherer Dienst A13 – A16 ca. 4.875 – 5.345 €/Monat (A13)

So lesen Sie die Tabelle: Die Spannen zeigen die Bandbreite der amtlichen Eingangsgrundgehälter über alle Dienstherren hinweg, jeweils ohne Zulagen (Besoldungstabellen von Bund und Ländern, Stand 2026). Innerhalb dieser Spannen liegt jeder Dienstherr an einer anderen Stelle: Im mittleren Dienst (A7) beginnt das Grundgehalt je nach Dienstherr bei rund 2.890 bis 3.225 €, im gehobenen Dienst (A9) bei rund 3.185 bis 3.555 € und im höheren Dienst (A13) bei rund 4.875 bis 5.345 €. Wo genau Ihr Land steht, zeigen die einzelnen Besoldungstabellen – etwa die Besoldungstabelle NRW oder die Besoldungstabelle der Bundespolizei.

Polizei Besoldung nach Bundesland im Vergleich

Da die Besoldung Ländersache ist, gibt es erhebliche Unterschiede. Traditionell zahlten Hamburg und Bayern am höchsten, während ostdeutsche Bundesländer historisch etwas darunter lagen. Nach den Anpassungsrunden 2025/2026 liegen beim A9-Einstieg jedoch Länder wie Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen vorn.

Bundesland A9 Grundgehalt (Eingangsstufe) Besonderheiten
Bayern 3.294,99 € Eigenes Stufensystem (Stufen 2–11)
Hamburg 3.322,56 € Stadtstaaten-Zulage möglich
Hessen 3.271,42 € Ballungsraumzulage Frankfurt
NRW 3.438,22 € Größtes Bundesland
Berlin 3.352,48 € Hauptstadtzulage

Einordnung: Die Tabelle zeigt die amtlichen A9-Eingangsgrundgehälter der jeweiligen Landesbesoldungstabellen (Stand: Bayern und Hamburg Februar 2025, Hessen Dezember 2025, NRW und Berlin April 2026). Zum Vergleich mit weiteren Dienstherren: In Baden-Württemberg beginnt A9 bei 3.480,07 €, in Sachsen bei 3.403,76 € – der Bund liegt mit 3.551,63 € darüber. Beachten Sie außerdem: Einige Länder starten gar nicht bei „Stufe 1″, sondern führen ihre Raster erst ab Stufe 2 oder 3 (z. B. Bayern, NRW, Brandenburg). Einen vollständigen Überblick über alle 16 Länder bietet der große Gehaltsvergleich nach Bundesland.

Zulagen für Polizeibeamte

Das Grundgehalt ist nur ein Teil der Gesamtvergütung. Polizeibeamte erhalten je nach Dienst und Situation verschiedene Zulagen:

  • Familienzuschlag: Für verheiratete Beamte und Beamte mit Kindern. Pro Kind gibt es einen zusätzlichen Kinderzuschlag (ca. 100–150 € pro Kind/Monat).
  • Polizeizulage: Stellenzulage für Beamte im Vollzugsdienst. Beim Bund 95,00 € nach einem und 228,00 € monatlich nach zwei Dienstjahren (Anlage IX BBesG); die Länder zahlen eigene, meist niedrigere Sätze (z. B. Bayern 186,27 €, NRW 130,56 € voller Satz).
  • Wechselschichtzulage: Für Schichtdienst mit Nachtarbeit (bis zu 150 €/Monat möglich).
  • Erschwerniszulage: Für besonders belastende Dienstleistungen (z. B. SEK, Tauchereinsatz).
  • Ballungsraumzulage: In teuren Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg.

In der Praxis machen diese Posten den Unterschied zwischen zwei Kollegen mit identischer Besoldungsgruppe aus: Wer im Wechselschichtdienst auf der Wache arbeitet, verheiratet ist und Kinder hat, kommt schnell auf mehrere hundert Euro mehr im Monat als ein lediger Kollege im Tagesdienst. Details zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschlägen finden Sie im Beitrag zur Schichtzulage bei der Polizei.

Familienzuschlag: Was bekommen verheiratete Polizisten?

Beamte mit Kindern profitieren deutlich vom Familienzuschlag. Ein Beispiel: Ein verheirateter Polizist (A9, Stufe 3) mit zwei Kindern erhält monatlich zusätzlich rund 450–600 € gegenüber einem ledigen Kollegen ohne Kinder – durch Familienzuschlag und Kinderzuschläge.

💡 Tipp: Der Familienzuschlag ist steuerlich günstiger als Gehaltserhöhungen, da er als Beamtenbezug zählt. Für Berechnungen empfehlen wir unseren Gehaltsrechner Polizei.

Rechenbeispiel: Polizeikommissar (A9) in NRW

Wie sich Grundgehalt und Zulagen zu einem Monatsbrutto zusammensetzen, zeigt dieses Beispiel: ein lediger Polizeikommissar in Nordrhein-Westfalen, Eingangsstufe 3, im Streifendienst mit Wechselschicht (Landestabelle mit Wirkung zum 1. April 2026):

  • Grundgehalt A9, Erfahrungsstufe 3 (Eingangsstufe in NRW): 3.438,22 €
  • Polizeizulage NRW (voller Satz nach zwei Dienstjahren, amtlich bestätigter Stand Okt. 2024): + 130,56 €
  • Zwischensumme: 3.568,78 €
  • Wechselschichtzulage (je nach Dienstplan, Näherungswert): + ca. 150,00 €
  • Monatsbrutto gesamt: ca. 3.718,78 €

Heiratet der Beamte und bekommt zwei Kinder, kommen – wie oben beschrieben – noch einmal rund 450–600 € an Familien- und Kinderzuschlägen hinzu. Und mit den Dienstjahren wächst das Grundgehalt automatisch weiter: In der Endstufe (in NRW Stufe 11) liegt es bei A9 bei 4.295,45 €. Da Beamte keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen, fällt das Netto zudem spürbar höher aus als bei Angestellten mit gleichem Brutto.

Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Gehalt im Laufe der Dienstzeit?

Das Grundgehalt steigt automatisch mit den Erfahrungsstufen – ganz ohne Beförderung. Wie viele Stufen es gibt, regelt jedes Land selbst: Einige arbeiten mit acht Stufen (z. B. Hamburg, Berlin, Hessen), andere strecken ihr Raster bis Stufe 11 oder 12 (z. B. Bayern, NRW, Brandenburg, Schleswig-Holstein). Der Aufstieg erfolgt meist im Rhythmus von zwei, drei oder – in den oberen Stufen – vier Jahren. In der Besoldungsgruppe A9 wächst das Grundgehalt von der Eingangs- bis zur Endstufe je nach Bundesland um rund 760 bis 1.050 € brutto monatlich. Beförderungen in höhere Besoldungsgruppen erhöhen das Gehalt zusätzlich – welche Ämter auf dem Weg von A7 bis A16 erreichbar sind, zeigt der Beitrag zum Aufstieg bei der Polizei.

Häufige Fragen zum Polizistengehalt

Was verdient ein Polizist im ersten Jahr?

Im ersten Dienstjahr nach Ausbildung bzw. Studium liegt das Grundgehalt je nach Dienstherr (Bund oder Bundesland) und Laufbahn zwischen rund 2.890 € (mittlerer Dienst, A7) und rund 3.555 € (gehobener Dienst, A9) brutto. Während der Ausbildung selbst werden niedrigere Anwärterbezüge gezahlt. Hinzu kommen Zulagen wie die Polizeizulage.

In welchem Bundesland verdient man als Polizist am meisten?

Traditionell galten Bayern und Hamburg als Spitzenreiter. Nach den Besoldungsanpassungen 2025/2026 liegen beim A9-Einstieg Baden-Württemberg (3.480,07 €), Nordrhein-Westfalen (3.438,22 €) und Sachsen (3.403,76 €) vorn; die Bundespolizei zahlt mit 3.551,63 € noch darüber. Beim Vergleich sollten Sie allerdings auch die regionalen Lebenshaltungskosten berücksichtigen.

Wie viel verdient ein Polizist mit Kindern?

Mit zwei Kindern und Verheirateten-Status bekommt ein Polizist (A9, Stufe 3) monatlich ca. 450–600 € mehr als ein lediger Kollege ohne Kinder – durch Familienzuschlag, Kinderanteil und Steuerklasse III.

Wie stark steigt das Gehalt mit den Dienstjahren?

Innerhalb der Besoldungsgruppe A9 wächst das Grundgehalt von der Eingangs- bis zur Endstufe je nach Bundesland um rund 760 bis 1.050 € brutto im Monat. Der Stufenaufstieg erfolgt automatisch nach Dienstzeit; Beförderungen in höhere Besoldungsgruppen kommen hinzu.

Warum bleibt Polizisten netto mehr vom Brutto als Angestellten?

Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Krankenversicherung läuft je nach Bundesland über die freie Heilfürsorge oder über Beihilfe plus private Restkostenversicherung. Dadurch bleibt vom gleichen Brutto deutlich mehr Netto übrig als bei Tarifbeschäftigten.

Was ist die Polizeizulage und wer bekommt sie?

Die Polizeizulage ist eine Stellenzulage für Beamte im Polizeivollzugsdienst. Beim Bund beträgt sie 95,00 € monatlich nach einem und 228,00 € nach zwei Dienstjahren; die Länder legen eigene, meist niedrigere Beträge fest. Sie wird zusätzlich zum Grundgehalt gezahlt.

Weiterführende Informationen

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