
Sporttest Polizei nach Bundesland
Cooper-Test, Pendellauf, Kraftübungen — was jedes Land verlangt.
Wer sich bei der Polizei bewirbt, muss neben dem schriftlichen Einstellungstest und dem Sehtest auch einen Sporttest bestehen. Anders als bei vielen Auswahlkriterien gibt es dafür jedoch kein bundeseinheitliches Verfahren: Jedes der 16 Bundesländer sowie die Bundespolizei legen Testform, Übungsauswahl und Mindestwerte selbst fest. Das führt in der Praxis dazu, dass sich Bewerberinnen und Bewerber je nach Zielbehörde auf durchaus unterschiedliche Belastungsformen einstellen müssen — der eine Dienstherr verlangt einen Hindernisparcours auf Zeit, der andere setzt auf klassische Ausdauerleistung über zwölf Minuten, wieder andere kombinieren Lauf-, Kraft- und Koordinationsübungen zu einem Gesamtscore.
Gemeinsam ist allen Verfahren, dass eine solide Grundfitness Voraussetzung ist, nicht das Ergebnis der Vorbereitung. Wer erst wenige Wochen vor dem Termin mit dem Training beginnt, gerät bei den meisten Testformen an seine Grenzen. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche Testformen in den einzelnen Ländern üblich sind, wie sich die Werte in der Praxis interpretieren lassen und mit welchem Trainingsvorlauf realistisch zu rechnen ist. Die Tabelle zeigt Beispielländer mit ihrer jeweiligen Testform; die Details zu Mindestwerten erfährst du in der amtlichen Ausschreibung deines Zielbundeslands.
Typische Testformen
| Land (Beispiel) | Testform |
|---|---|
| NRW | Sport-Parcours (Hindernisbahn auf Zeit) |
| Bayern | Cooper-Test + Kraftübungen |
| Berlin | Pendellauf, Klimmzüge, Standweitsprung |
| Baden-Württemberg | Parcours + Ausdauer |
So liest du die Tabelle: Die Testform sagt dir, welche körperliche Fähigkeit im Vordergrund steht — und damit auch, worauf du dein Training ausrichten solltest. Ein Sport-Parcours wie in NRW verlangt vor allem Schnellkraft, Koordination und die Fähigkeit, unterschiedliche Bewegungsformen (Sprint, Sprung, Kriechen, Balancieren) unmittelbar hintereinander abzurufen. Ein Cooper-Test wie in Bayern misst dagegen reine Ausdauerleistung über zwölf Minuten am Stück und wird dort um separate Kraftübungen ergänzt. Der Pendellauf, wie ihn Berlin einsetzt, prüft Schnelligkeit und Richtungswechsel und wird meist mit punktuellen Kraftnachweisen wie Klimmzügen kombiniert. Baden-Württemberg mischt Parcours- und Ausdauerelemente, sodass beide Trainingsschwerpunkte relevant bleiben. Die Tabelle nennt bewusst nur vier Beispielländer — sie ersetzt nicht die Prüfungsordnung deines Bundeslands, gibt aber einen realistischen Eindruck davon, wie unterschiedlich die Anforderungen ausfallen können. Weitere Hintergründe zu den allgemeinen körperlichen Voraussetzungen findest du im Überblicksartikel zu den Fitness-Anforderungen der Polizei sowie im generellen Sporttest-Ratgeber.
So bereitest du dich vor
- 8–12 Wochen vorher mit strukturiertem Lauftraining beginnen
- Intervalltraining für Schnelligkeit und Ausdauer
- Rumpf- und Oberkörperkraft (Liegestütze, Klimmzüge)
- Probeläufe unter Testbedingungen
Der Vorbereitungszeitraum von 8 bis 12 Wochen ist als Richtwert zu verstehen, nicht als starre Regel: Wer bereits regelmäßig Sport treibt, kommt mit einer kürzeren, gezielten Vorbereitung aus; wer lange keinen Ausdauersport betrieben hat, sollte eher am oberen Ende der Spanne planen und die Belastung schrittweise steigern, um Überlastungen zu vermeiden. Wichtig ist außerdem, dass sich die Vorbereitung an der jeweiligen Testform orientiert — reines Lauftraining hilft beim Cooper-Test, bringt aber für einen Hindernisparcours nur bedingt etwas, wenn Sprungkraft, Balance und Wechselbelastungen nicht mittrainiert werden. Wer sich unsicher ist, welche Testform am Zielstandort gilt, sollte frühzeitig bei der zuständigen Einstellungsbehörde nachfragen; die Formulare und Termine dazu finden sich in der Regel in der jeweiligen Stellenausschreibung.
Rechenbeispiel: Welches Lauftempo steckt hinter dem Cooper-Test?
Häufige Fragen zum Sporttest der Polizei
Ist der Sporttest in allen Bundesländern gleich?
Nein. Jedes Bundesland und die Bundespolizei legen Testform, Übungen und Mindestwerte eigenständig fest. Manche setzen auf einen Parcours, andere auf Cooper-Test und Kraftübungen oder auf einen Pendellauf mit ergänzenden Kraftnachweisen.
Wie viele Versuche habe ich beim Sporttest?
Das hängt vom Bundesland ab. Manche Behörden lassen bei einzelnen Teildisziplinen einen zweiten Versuch am selben Tag zu, andere werten nur den ersten Durchgang. Verbindliche Angaben dazu liefert ausschließlich die Einladung bzw. Prüfungsordnung deines Zielbundeslands.
Kann ich den Sporttest wiederholen, wenn ich durchfalle?
Viele Länder erlauben eine erneute Bewerbung zu einem späteren Einstellungstermin, teils mit Wartefrist. Ob und wie oft eine Wiederholung möglich ist, regelt jede Behörde individuell — frage im Zweifel direkt bei der zuständigen Einstellungsstelle nach.
Reicht Joggen allein als Vorbereitung?
Für einen reinen Cooper-Test ist Lauftraining die wichtigste Grundlage. Bei Testformen mit Parcours, Sprüngen oder Klimmzügen solltest du zusätzlich Schnellkraft, Koordination und Oberkörperkraft trainieren, da sonst einzelne Teildisziplinen zum Nadelöhr werden.
Wann sollte ich mit dem Training beginnen?
Als Richtwert gelten 8 bis 12 Wochen vor dem Testtermin, abhängig vom eigenen Trainingszustand. Wer bereits sportlich aktiv ist, kann kürzer, gezielter trainieren; wer neu einsteigt, sollte die Belastung über einen längeren Zeitraum langsam steigern.
Zählt neben dem Sporttest auch die allgemeine Gesundheit?
Ja. Der Sporttest ist nur ein Baustein im Auswahlverfahren. Zusätzlich prüfen die Behörden unter anderem Sehvermögen und allgemeinen Gesundheitszustand im Rahmen einer amtsärztlichen Untersuchung.
Wo finde ich die genauen Mindestwerte für mein Bundesland?
Die verbindlichen Mindestwerte, Altersstaffelungen und Punkteschlüssel stehen in der offiziellen Stellenausschreibung bzw. Prüfungsordnung der jeweiligen Landespolizei oder Bundespolizei. Diese Seite gibt nur einen allgemeinen Überblick über typische Testformen.
