Polizei Dienstgrade: Alle Ränge & Abzeichen erklärt

Polizei Dienstgrade

Vom Polizeimeister bis zum Präsidenten — alle Ränge, Abzeichen und Besoldung.

Die Dienstgrade der Polizei zeigen auf einen Blick, welche Laufbahn ein Beamter durchlaufen hat und welche Verantwortung mit seinem Rang verbunden ist. Erkennbar sind sie an den Schulterstücken: Anzahl und Farbe der Sterne sowie zusätzliche Streifen markieren die Stufe innerhalb der Laufbahn. In Deutschland gliedert sich die Polizei traditionell in drei Laufbahngruppen — mittlerer, gehobener und höherer Dienst —, wobei einige Bundesländer inzwischen ausschließlich in den gehobenen Dienst einstellen, während andere Länder und die Bundespolizei weiterhin regulär im mittleren Dienst ausbilden. Jedem Dienstgrad ist zugleich eine Besoldungsgruppe zugeordnet, sodass sich am Rang unmittelbar ablesen lässt, in welcher Gehaltsspanne sich ein Beamter bewegt. Die genauen Bezeichnungen unterscheiden sich leicht je Bundesland und zwischen Landes- und Bundespolizei, das Grundprinzip — Rang steigt mit Erfahrung, Verantwortung und Besoldungsgruppe — ist jedoch bundesweit gleich. Die folgenden Tabellen zeigen die gängigen Dienstgrade je Laufbahn mit Abzeichen und zugehöriger Besoldungsgruppe.

Mittlerer Dienst

Der mittlere Dienst bildet historisch den Einstieg in die Polizeilaufbahn und beginnt mit der Besoldungsgruppe A7. In einigen Bundesländern — etwa Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz — ist diese Laufbahn für Neueinstellungen geschlossen, dort werden Bewerber direkt in den gehobenen Dienst (Bachelorstudium) eingestellt; viele andere Länder und die Bundespolizei stellen dagegen weiterhin im mittleren Dienst ein. Wer im mittleren Dienst tätig ist, durchläuft die Stufen vom Polizeimeister ohne Sternabzeichen über den Polizeiobermeister mit einem Stern bis zum Polizeihauptmeister mit zwei Sternen. Die Besoldung steigt dabei von A7 auf A9, ein Wechsel in den gehobenen Dienst ist über den sogenannten Aufstieg möglich.

Dienstgrad Abzeichen Besoldung
Polizeimeister A7
Polizeiobermeister 1 Stern A8
Polizeihauptmeister 2 Sterne A9

Gehobener Dienst

Der gehobene Dienst ist in vielen Landespolizeien heute der Regeleinstieg, teils sogar der einzige. Wer das Bachelorstudium an einer Hochschule der Polizei erfolgreich abschließt, startet als Polizeikommissar in Besoldungsgruppe A9 und trägt einen silbernen Stern auf der Schulterklappe. Mit steigender Erfahrung und nach entsprechender Bewährungszeit folgt der Aufstieg zum Polizeioberkommissar (A10, zwei Sterne) und weiter zum Polizeihauptkommissar, der je nach Funktion und Bundesland in A11 oder A12 eingruppiert ist und drei Sterne trägt. An der Spitze des gehobenen Dienstes steht der Erste Polizeihauptkommissar in A13, erkennbar an drei Sternen mit zusätzlichem Streifen — dieser Rang ist meist mit einer Führungsfunktion, etwa als Dienstgruppenleiter, verbunden.

Dienstgrad Abzeichen Besoldung
Polizeikommissar 1 Stern (silber) A9
Polizeioberkommissar 2 Sterne A10
Polizeihauptkommissar 3 Sterne A11/A12
Erster Polizeihauptkommissar 3 Sterne + Streifen A13

Höherer Dienst

Der höhere Dienst ist die Laufbahn für Führungskräfte mit abgeschlossenem Masterstudium oder vergleichbarer Qualifikation und beginnt in Besoldungsgruppe A13. Wer diesen Weg einschlägt, startet als Polizeirat und übernimmt in der Regel von Beginn an Leitungsaufgaben, etwa als Dezernats- oder Abteilungsleiter. Über den Polizeioberrat (A14) und den Polizeidirektor (A15) führt die Laufbahn bis zum Leitenden Polizeidirektor (A16). An der Spitze einer Polizeibehörde steht der Polizeipräsident, dessen Besoldung nicht mehr nach der A-, sondern nach der B-Besoldung erfolgt — einer Besoldungsordnung ohne Erfahrungsstufen, bei der die Höhe des Grundgehalts allein von der Behördengröße und Verantwortung abhängt.

Dienstgrad Besoldung
Polizeirat A13
Polizeioberrat A14
Polizeidirektor A15
Leitender Polizeidirektor A16
Polizeipräsident B-Besoldung

Dienstgrade und Besoldung: Was verdient man?

Jeder Dienstgrad ist einer Besoldungsgruppe zugeordnet – vom Polizeimeister (A7) bis zum Polizeipräsidenten (B-Besoldung). Innerhalb jeder Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt zusätzlich mit der Erfahrungsstufe: Zahl und Zuschnitt der Stufen unterscheiden sich je nach Bundesland deutlich — manche Länder kommen mit acht Stufen aus, andere nummerieren bis Stufe 12 —, der Aufstieg in die nächste Stufe erfolgt automatisch nach festen Zeitabständen von meist zwei bis vier Jahren. Ein Polizeikommissar in A9 verdient in Stufe 2 also spürbar weniger als ein Kollege im gleichen Rang, der bereits Stufe 8 erreicht hat. Hinzu kommt die Polizeizulage, die alle Polizeivollzugsbeamten unabhängig vom Dienstgrad erhalten, sowie gegebenenfalls weitere Zulagen etwa für Schicht- oder Wechseldienst. Eine vollständige Übersicht über die Zusammenhänge zwischen Rang und Verdienst bietet unser Ratgeber Gehalt nach Dienstgrad, Details zur Zulage selbst liefert die Seite Polizeizulage.

Rechenbeispiel: Vom Berufseinstieg bis zum Hauptkommissar

Wie stark sich Dienstgrad und Erfahrungsstufe auf das Gehalt auswirken, zeigt ein Rechenbeispiel anhand der bayerischen Besoldungstabelle 2026 (Stand 01.02.2025). Ein Polizeikommissar (A9) verdient dort in der ersten erreichbaren Stufe (Stufe 2) ein Grundgehalt von ca. 3.294,99 Euro brutto im Monat. Erreicht derselbe Beamte im Laufe seiner Karriere den Rang Polizeihauptkommissar (A12) und dort etwa Stufe 8, liegt das Grundgehalt bei ca. 5.177,76 Euro brutto. Die Differenz zwischen Berufseinstieg und dieser späteren Karrierestufe beträgt damit rechnerisch ca. 1.882,77 Euro brutto im Monat (5.177,76 € − 3.294,99 € = 1.882,77 €) — ein Effekt, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem Sprung über mehrere Besoldungsgruppen (A9 auf A12) und dem gleichzeitigen Aufstieg durch die Erfahrungsstufen. In beiden Fällen kommt die Polizeizulage noch obendrauf, sie ist in den genannten Werten nicht enthalten. Die genauen Beträge unterscheiden sich je Bundesland; eine Übersicht für Bayern liefert die Besoldungstabelle Polizei Bayern.

Dienstgrade bei Bundes- und Landespolizei

Das Rangsystem ist bundesweit ähnlich aufgebaut, die Bezeichnungen unterscheiden sich aber leicht: Einige Länder und die Bundespolizei nutzen abweichende Amtsbezeichnungen, die Zuordnung zu mittlerem, gehobenem und höherem Dienst bleibt jedoch gleich. Bei der Bundespolizei etwa tragen einzelne Dienstgrade eigene Bezeichnungen, die sich in Details von denen mancher Landespolizeien unterscheiden, ohne dass sich Laufbahnstruktur oder Besoldungslogik grundsätzlich ändern. Wer zwischen Bundesländern wechselt oder von der Landes- zur Bundespolizei übertritt, wird in der Regel in eine vergleichbare Besoldungsgruppe eingestuft, auch wenn sich die Amtsbezeichnung selbst ändert. Auch der Weg zum nächsthöheren Dienstgrad – etwa vom mittleren in den gehobenen Dienst oder vom gehobenen in den höheren Dienst – ist bundesweit möglich, unterliegt aber je nach Bundesland unterschiedlichen formalen Voraussetzungen.

Häufige Fragen zu Polizei-Dienstgraden

Was ist der höchste Dienstgrad bei der Polizei?

Im höheren Dienst reicht die Laufbahn vom Polizeirat (A13) bis zum Polizeipräsidenten (B-Besoldung). Der konkrete Spitzendienstgrad hängt von der Behördengröße ab.

Woran erkennt man den Dienstgrad eines Polizisten?

An den Schulterstücken: Sterne und deren Farbe zeigen Laufbahn und Rang. Im gehobenen Dienst sind die Sterne silbern, die Zahl steigt mit dem Rang. Zusätzliche Streifen kennzeichnen Führungsfunktionen wie den Ersten Polizeihauptkommissar.

Wie viele Dienstgrade gibt es bei der Polizei?

Über alle drei Laufbahnen hinweg gibt es rund ein Dutzend Dienstgrade – vom Polizeimeister bis zum Polizeipräsidenten. Die genaue Zahl und die Bezeichnungen unterscheiden sich leicht je Bundesland.

Sind die Dienstgrade in allen Bundesländern gleich?

Die grundsätzliche Struktur aus mittlerem, gehobenem und höherem Dienst ist bundesweit gleich, einzelne Amtsbezeichnungen und die genaue Zuordnung von Rängen zu Besoldungsgruppen können je nach Bundesland und bei der Bundespolizei aber leicht abweichen.

Wie hängen Dienstgrad und Besoldungsgruppe zusammen?

Jedem Dienstgrad ist eine feste Besoldungsgruppe zugeordnet, innerhalb derer das Gehalt zusätzlich mit der Erfahrungsstufe steigt. Der Dienstgrad zeigt also die Laufbahnstufe, die Besoldungsgruppe zusammen mit der Erfahrungsstufe bestimmt das konkrete Grundgehalt.

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